Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

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Anti-Doping-Aktivitäten sind eine zentrale Aufgabe der Sportmedizin

GOTS – Newsletter vom 19.06.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute hat in München der 24. GOTS-Jahreskongress begonnen. Die GOTS nimmt diese Gelegenheit zum Anlass, noch einmal auf die Verantwortung der Ärzteschaft im Kampf gegen das Doping hinzuweisen. Priv.-Doz. Dr. Martin Engelhardt fasst den Standpunkt der Gesellschaft zusammen.

Alle Beiträge dieses Newsletters sind zur Veröffentlichung freigegeben.

Mit freundlichem Gruß,
Frank Wechsel, GOTS-Pressesprecher

Anti-Doping-Aktivitäten sind eine zentrale Aufgabe der Sportmedizin

Der Missbrauch von Medikamenten und medizinischen Methoden zur Leistungssteigerung im Wettkampfsport, aber auch zum unnatürlichen Aufbau von Muskulatur im Freizeitsport, ist verbreiterter, als es durch die positiven Dopingtests zum Ausdruck kommt.

Das Überführen zahlreicher erfolgreicher Hochleistungssportler und die Fahndungserfolge durch staatliche Ermittlungen wie zum Beispiel in Österreich, Spanien oder Frankreich haben das Ausmaß des Medikamentenmissbrauchs der Öffentlichkeit drastisch verdeutlicht. Nicht nur die ethischen Überlegungen zur Fairness im Wettkampf, sondern auch die Sicherheit von Athleten und der Umwelt sind insbesondere bei der Weiterentwicklung des Dopings (zum Beispiel beim Thema Gendoping) zu berücksichtigen. Einige Medikamente, die als Behandlungsoptionen für Infektionskrankheiten, Krebs, degenerative Erkrankungen oder Erbkrankheiten gedacht waren, werden im Sport zur Erzielung besserer Leistungen missbraucht. Damit verbunden sind teilweise extreme gesundheitliche Risiken wie plötzliche Herztodesfälle, thromboembolische Erkrankungen, cerebro-vaskuläre Ereignisse, die Gefahr der Tumorentstehung sowie banale Überbeanspruchungen der Knochen und Sehnen durch massive Zunahme der Muskulatur.

Die zentrale Ethikkommission der Bundesärztekammer hat sich daher dazu veranlasst gesehen, Empfehlungen für Ärzte zu erstellen, die mit Dopingpraktiken in Berührung kommen. Auch die medizinische Expertenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat sich im Rahmen der Erstellung eines Kriterienkatalogs für Verbandsärzte bezüglich der Anti-Doping-Aktivitäten klar positioniert. Von den Verbandsärzten wird gefordert:

Der Vorsitzende der medizinischen Expertenkommission des DOSB, Prof. Dr. Wilfried Kindermann, sieht die vorrangige Aufgabe der Sportärzte in der Gesunderhaltung von Sportlern und im Gesundheitssport. Zu einer erfolgreichen Arbeit benötige der Arzt sicherlich das Vertrauen des Athleten, sollte aber genügend kritische Distanz bewahren, um sich nicht vereinnahmen zu lassen. Der Sportarzt darf daher nicht vom Leistungssport abhängig sein und sollte auch nicht am Erfolg der Sportler finanziell beteiligt werden.

Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS), die sich schon in der Vergangenheit mehrfach gegen jede Form des Dopings klar positioniert hat, unterstützt den aktiven Anti-Doping-Kampf insbesondere durch gemeinsame Schulungsmaßnahmen mit dem Verband der Verbandsärzte.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter www.gots-kongress.org. Die Website der GOTS erreichen Sie unter www.gots.org.

Priv.-Doz. Dr. med. Martin Engelhardt
GOTS-Pastpräsident

24. GOTS-Kongress: Das Programm

Vom 19. bis 21. Juni 2009 findet in München der 24. GOTS-Kongress statt. Die Kongressleiter um den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer (Hannover) haben eine klinisch relevante und qualitativ hochwertige sportmedizinische Fortbildung vorbereitet. Als Ehrengast wird Prof. David Dejour aus Lyon als weltbekannter Experte über die Patella referieren.

Zur Website des 24. GOTS-Kongresses

Symposium zur WM 2009: Leichtathletik als Hochleistungssport unter medizinischen Aspekten

Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) richtet unter der Leitung ihres Präsidenten Prof. Dr. Holger Schmitt (Heidelberg) am Tag vor Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin ein Symposium für Ärzte und Physiotherapeuten aus. Am Freitag, 14. August 2009, geht es im Athletenhotel Estrel Convention Center in Berlin von 15 bis 20 Uhr um die orthopädischen und sporttraumatologischen Aspekte verschiedener Leichtathletikdisziplinen. Den Vorsitz der beiden Sitzungen haben Holger Schmitt und Wilfried Kindermann sowie Michael Krüger-Franke und Martin Engelhardt.

Die Fortbildung ist von der Ärztekammer Berlin mit 5 Punkten zertifiziert. Für Presseakkreditierungen wenden Sie sich bitte an gots-presse@spomedis.de.

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