Nach dem erfolgreichen Jubiläumskongress im vergangenen Jahr in Krems setzte die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin ihre Erfolgsgeschichte fort: Vom 11. bis 13. Juni 2026 öffnete Osnabrück seine Tore für das größte Jahres-Event der GOTS. Unter dem dynamischen und zukunftsweisenden Motto „MOVE!“ trafen sich rund 600 Teilnehmer aus zahlreichen Nationen in der hochmodernen OsnabrückHalle, um hochaktuelles Wissen zu teilen, zu networken und die Sportmedizin der Zukunft aktiv mitzugestalten. In über 100 wissenschaftlichen Vorträgen, praxisnahen Workshops und Instruktionskursen wurde geballte wissenschaftliche Expertise vermittelt, während die angeschlossene Industrieausstellung mit ca. 40 Ausstellern die neuesten technologischen Entwicklungen am Markt präsentierte.
Unter der wissenschaftlichen Leitung des diesjährigen Kongressteams – angeführt von den Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Christoph Lutter (M.) und Prof. Dr. rer. nat. Matthias Hoppe (r.) und dem Kongresssekretär PD Dr. med. Casper Grim (l.) – wurde das Event zu einem vollen Erfolg.
Ein ganz besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf der Förderung des wissenschaftlich und klinisch tätigen Nachwuchses: Die Young Academy der GOTS präsentierte sich mit einem maßgeschneiderten, hochattraktiven Programm, das junge Talente gezielt förderte, theoretisches Wissen mit praktischen Fertigkeiten verknüpfte und den direkten Austausch mit erfahrenen ExpertInnen ermöglichte.
Dem Kongressmotto „MOVE!“ entsprechend bildete die Bewegung in all ihren Facetten den roten Faden des wissenschaftlichen Programms – von körperlicher Aktivität bis Hochleistungssport. Die thematischen Schwerpunkte erstreckten sich von innovativen Operationstechniken über den Kinder- und Jugendsport bis hin zu moderner Wearable-Technologie bzw. Künstlicher Intelligenz und verschiedenen Sport-Systemen. Ein zentrales Kernthema des Kongresses, das die Sportmedizin inhaltlich und methodisch mit der Sportwissenschaft und Physiotherapie verbindet, war die Funktionelle Diagnostik. In einem eigenen Strang und praxisnahen Kursen (z.B. bei professionellen Musikern) wurde demonstriert, wie moderne Bewegungsanalysen, Kraftmessungen und neuromuskuläre Screenings präzise eingesetzt werden, um Verletzungsrisiken und Überlastungsschäden zu minimieren und eine sichere Rückkehr in den Sport („Return-to-Sport“) zu steuern.
Auch in diesem Jahr bereicherten zahlreiche hochkarätige internationale Spitzenforscher das Programm. In ihren viel beachteten Keynotes und Gastvorträgen präsentierten sie wegweisende Erkenntnisse aus der internationalen Sportmedizin und Sportwissenschaft und regten das Auditorium zu intensiven fachlichen Diskussionen an. Die so unterschiedlichen Facetten ihrer Arbeit spiegelten in voller Bandbreite die wertvolle und disziplinübergreifende Zusammenarbeit der Experten für die moderne Sportmedizin wider. Absolute Programm-Highlights waren mit Sicherheit die beiden Keynotes der Ehrengäste Prof. Dr. Elizabeth Arendt aus den USA („My Journey in Orthopedics“) und Prof. Dr. Øyvind Sandbaak aus Norwegen („The Norwegian Approach to Athlete Development“) sowie die Highlight-Sessions unter Beteiligung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und der Welt Gesundheit Organisation (WHO).
Eine Ehrung der ganz besonderen Art folgte am Freitagnachmittag mit der feierlichen Verleihung des „GOTS Sportarzt des Jahres 2026“. Die Auszeichnung, die jährlich gemeinsam von den Verbandsärzten Deutschland e.V. und der GOTS vergeben wird, ging in diesem Jahr an den renommierten Orthopäden, Unfallchirurgen und Sportmediziner Prof. Dr. Kurt Steuer aus Bad Honnef.
Prof. Dr. Kurt Steuer blickt auf eine beeindruckende klinische Karriere zurück. Nach Stationen an den Universitätskliniken Bonn und verschiedenen Chefarztpositionen prägte er vor allem die medizinische Betreuung im Welthandball. Seit 1988 war er langjähriger Mannschaftsarzt des Deutschen Handballbundes (DHB) und begleitete die Nationalmannschaft unter anderem zum Europameistertitel 2016, zu den Olympischen Spielen in Rio (Bronzemedaille), und Tokio 2021. Neben seiner Verbandstätigkeit gab er als Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Bonn sein fundiertes Wissen leidenschaftlich an den Nachwuchs weiter. Die Vertreter der GOTS und der Verbandsärzte gratulierten dem sympathischen Preisträger von ganzem Herzen!
Der Kongress stand auch im Zeichen des internationalen Austausches und der zukunftsorientierten Wissenschaftsunterstützung. Mit großer Freude wurden die diesjährigen Teilnehmer des GOTS Asien Fellowships by Bauerfeind offiziell vorgestellt, die 2026 für vier Wochen Südkorea und Japan bereisen werden, um den Austausch mit den kooperierenden Fachgesellschaften zu fördern: Dr. Andrzej Jasina, Dr. Martin Bischofreiter, Dr. Jakub Oronowicz und Dr. Tim Hoenig. Ein weiterer Meilenstein war die feierliche Vergabe der GOTS-Forschungsförderung an PD Dr. Madeleine Willegger. Der Förderpreis ist weiterhin der höchstdotierte Preis für Nachwuchswissenschaftler im deutschsprachigen Raum und dient gezielt dazu, innovative sportmedizinische Forschungsprojekte zu unterstützen, um eine evidenzbasierte Diagnostik und Therapie im sportorthopädischen Kontext nachhaltig voranzutreiben.
Für junge WissenschaftlerInnen bietet der GOTS-Kongress jährlich eine hervorragende Plattform, um schon früh eigene Arbeiten zu präsentieren und sich mit KollegInnen auszutauschen. Folgende Wissenschaftspreise wurden in diesem Jahr feierlich übergeben:
GOTS Young Investigator Award – by Bauerfeind: Das Forum richtet sich besonders an junge Forscher und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre eingereichten Forschungsarbeiten in Form eines Vortrags öffentlich zu präsentieren. Eine unabhängige Jury kürte auch in diesem Jahr die drei besten Arbeiten für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen. Wir gratulieren den Preisträgern (Nele Goss, Janina Tennler und Julie Seil) und danken dem Sponsor Bauerfeind herzlich für die Unterstützung!
SPORLASTIC-Posterpreis: Ein weiterer hochkarätiger wissenschaftlicher Preis ist der SPORLASTIC-Posterpreis. Anhand der Kriterien: wissenschaftliche Leistung, graphische Ausführung, sportmedizinische Relevanz und Originalität wurden aus den Einreichungen die drei besten Gewinner (Sina Gräber, Lars Heinke und Lorenz Huber) prämiert. Die Poster wurden zeitgemäß als e-Poster auf hochauflösenden Displays mit Touch-Funktion und Navigation präsentiert. Ein herzlicher Dank geht auch hier an unseren Partner SPORLASTIC für sein Engagement für diesen Preis!
Preis bester Vortrag – by LIROMS: Aus den am besten bewerteten Abstracts ermittelte eine weitere unabhängige Jury die drei besten Vorträge des Kongresses. Wir gratulieren den Gewinnern (Arne Ritterbusch, Natalie Mengis und Joel Grathwohl) herzlich zu ihren hervorragenden Vortragsleistungen und danken dem Luxembourg Institute of Research in Orthopedics, Sports Medicine and Science (LIROMS) für die kontinuierliche Förderung dieses Preises!
Paper of highest public interest – Elsevier: Dieser vom Verlag Elsevier geförderte Preis honoriert die am häufigsten online heruntergeladenen Beiträge der Zeitschrift „Sports Orthopaedics and Traumatology“. Die Autorengruppen der drei meistgenutzten Publikationen wurden für ihr hohes öffentliches und wissenschaftliches Interesse ausgezeichnet (Hans Braun, Andrzeij Jasina et al., Anja Hirschmüller et al.). Ein großes Dankeschön geht an den Verlag Elsevier für die Unterstützung der Autoren!
Wer zusammen lehrt und lernt, darf auch gemeinsam feiern! Das gesellschaftliche Rahmenprogramm spiegelte den ausgeprägten Teamgeist der GOTS wider.
Donnerstag – Der Gesellschaftsabend: Der traditionelle Gesellschaftsabend am ersten Kongresstag bot den perfekten Auftakt. In stilvollem und zugleich sportlich-elegantem Ambiente kamen die TeilnehmerInnen zusammen, um bei hervorragendem Essen erste Kontakte zu knüpfen, alte Freundschaften zu pflegen und den Tag in geselliger Runde bei „Bratwurst und Bier“ im Outdoor-Bereich der OsnabrückHalle ausklingen zu lassen.
Freitag – Der GOTS Residentsabend im „Gio“: Am Freitagabend strömten der sportmedizinische Nachwuchs sowie alle Junggebliebenen zum GOTS Residentsabend in das bekannte Osnabrücker Eventlokal „Gio“. Bei ausgelassener Stimmung, kühlen Getränken und guter Musik wurde bis in die Nacht hinein gefeiert, gelacht und genetzwerkt – ein Abend, der die enorme Energie und den Zusammenhalt der jungen GOTS-Generation eindrucksvoll unter Beweis stellte und zum Nachdenken im Zuge des Vortrages zum Thema des „Leaderships“ anregte: „Why Every CEO Should Surf“.
Der Post-Day am Samstag – Adrenalin auf der Hasewelle und beim Wakeboarden: Ein absolutes Highlight und der krönende, sportliche Abschluss des Kongresses wartete am Samstag mit dem Post-Day. Ganz im Sinne des Mottos „MOVE!“ wurde die Theorie direkt in die sportliche Praxis umgesetzt. Die TeilnehmerInnen hatten die einzigartige Gelegenheit, die berühmte „Hasewelle“ – Osnabrücks Indoor-Surfwelle im L&T Kaufhaus – zu bezwingen und ihr Gleichgewicht auf dem Brett zu testen.
Parallel ging es actionreich beim Wakeboarden am Alfsee zu, wo bei strahlendem Wetter und bester Laune das Wasser aufgemischt wurde. Dieser sportliche Ausklang bot nicht nur jede Menge Spaß und Adrenalin, sondern veranschaulichte auch perfekt die sportlichen Belastungen, mit denen sich die Sportmedizin täglich auseinandersetzt.
Ein großer Dank gebührt dem gesamten wissenschaftlichen Kongressteam und dem Organisationsteam hinter den Kulissen sowie der Geschäftsstelle der GOTS, allen ReferentInnen und den Partnern aus der Industrie, die diesen 41. Kongress in Osnabrück zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.
Das symbolische „Steuerrad“ wurde an das Kongressteam 2027 übergeben, sodass die GOTS nun wieder auf Kurs ist – wir sehen uns zum nächsten Jahreskongress der GOTS vom 24. bis 25. Juni 2027 in Freiburg! (Abb. 12)
Christoph Lutter
Matthias Hoppe
Casper Grim
Fotos: Andreas Wetzel, GOTS