Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

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Veranstaltungsbericht: GOTS Young Academy meets DGOU YOUngsters – Hands-on-Kurs in München

Bericht GOTS Young Academy meets DGOU YOUngsters – Hands-on-Kurs in München

Am 29. und 30. Mai 2026 hatte ich die Gelegenheit, erstmals an einem Workshop der GOTS Young Academy in Kooperation mit den DGOU YOUngsters teilzunehmen. Veranstaltungsort war das Klinikum rechts der Isar in München. Unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Mag. Dr. med. univ. Armin Runer und PD Dr. Dr. Michael Zyskowski bot der zweitägige Kurs einen praxisnahen Einblick in die Sportorthopädie, Sportmedizin sowie die Unfallchirurgie und Notfallmedizin – so wurde es angekündigt.

München zeigte sich bereits bei Anreise von seiner besten Seite. Die Sonne begrüßte die Teilnehmer, noch bevor die Veranstalter die Chance dazu hatten. Schon beim Kennenlernen der anderen Teilnehmer, kurz vor dem offiziellen Start der zweitägigen Veranstaltung, wurde mir bewusst, dass ich mit meiner Anreise aus Mannheim ziemlich im Mittel lag und Studenten aus ganz Deutschland und Österreich vertreten waren. Das schuf direkt eine sehr offene Atmosphäre – und mir persönlich das Gefühl, mit meiner Teilnahme alles richtig gemacht zu haben.

Der erste Kurstag stand dann ganz im Zeichen der Sportmedizin. Nach der Begrüßung und Vorstellung der GOTS Young Academy sowie der DGOU YOUngsters folgte ein abwechslungsreiches Programm rund um das Kniegelenk. Nach einem kurzen Überblick zur Anatomie und der Bildgebung des Kniegelenks, folgte ein sehr anschaulicher Vortrag von Dr. Runer zum Thema Versorgung von Knorpelschäden – Dieser blieb mir im Gedächtnis, weil es neben den Informationen zur Behandlung von Knorpelschäden einen sehr realitätsnahen Ausblick zwar darauf gab, was mit jeder Behandlungsmethode erreicht werden kann; gleichzeitig aber auch darauf, was nicht erreicht werden kann. Für mich besonders spannend waren die Vorträge zur On-Field-Versorgung und Sonographie im Profifußball sowie zur sensorgestützten Return-to-Sport-Testung nach Kreuzbandverletzungen – ein Thema, das mich persönlich sehr beeindruckt hat. Im anschließenden Hands-on-Teil konnten die Inhalte direkt praktisch angewendet werden – von Sonographie des Kniegelenks, einem Orthensenworkshops zu Kniegelenksorthesen der Firma Bauerfeind, sowie einem Workshop zum Thema kinesiologisches Tapen.

Der Samstag widmete sich dann der Unfallchirurgie und Notfallmedizin. Nach einer Einführung in das Konzept des Damage Control bei Tibiafrakturen wurden verschiedene Versorgungsstrategien vorgestellt. Im Mittelpunkt stand anschließend der umfangreiche Praxisteil. An mehreren Stationen konnten die in Kleingruppen aufgeteilten Studenten zentrale notfall- und unfallchirurgische Fertigkeiten trainieren – samt Fallbeispiel mit einem Traumapatienten im präklinischen Setting und einer Versorgung des Fall-Patienten mit Vollimmobilisation mit einer Vakuummatratze und dem Transport mithilfe eines Spineboards. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, unter Aufsicht ein notfallmäßiges eFAST-Sono zu erlernen und gegenseitig an uns zu üben. Ein besonderes Highlight waren die beiden Workshops der Firma Stryker, an dem die Studenten selbstständig am Saw-Bone-Modell einen Fixateur externe und einen Tibianagel-Eingriff durchführen konnte. Eine praxisnahere Erfahrung durfte ich während meines gesamtes Studiums noch nicht erleben. Ergänzt wurde das Workshop-Programm durch einen Orthesenworkshop der Firma SPORLASTIC.

Wie ich mir vorher schon erhofft hatte, blieb es an dem Wochenende allerdings nicht nur bei fachlichem und medizinischem Austausch. Der Freitagabend wurde damit genutzt, im Anschluss an den Workshop mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einer entspannten Atmosphäre in der Münchner Innenstadt zusammenzukommen und sich beim ein oder anderen kühlen Getränk auszutauschen. Dabei standen neben den am Tag zuvor behandelten Themen auch persönliche Gespräche über Interessen, Karrierewege, eigene Erfahrungen und vielem mehr im Vordergrund.

Mein persönliches Fazit könnte nicht positiver ausfallen. Besonders beeindruckend war die Kombination aus fundierter Theorie, praxisnahen Übungen und der offenen, kollegialen Atmosphäre während des gesamten Kurses. Für Studierende und junge Ärztinnen und Ärzte bot die Veranstaltung nicht nur die Möglichkeit, praktische Fertigkeiten zu erlernen und zu vertiefen, sondern auch wertvolle Kontakte zu knüpfen und Einblicke in unterschiedliche Tätigkeitsfelder der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin zu gewinnen.

Mein herzlicher Dank gilt den wissenschaftlichen Leitern sowie allen Referentinnen und Referenten für die hervorragende Organisation und Durchführung dieses gelungenen Workshops. Ebenso bedanken wir uns bei den Sponsoren und Unterstützern Stryker, Bauerfeind und Sporlastic, die die Veranstaltung ermöglicht haben.

Für mich war es die erste Teilnahme an einem Kurs der GOTS Young Academy – sicherlich aber nicht die letzte.

Autor: Marc Neumann