Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

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Janine Lippmann

Update Sportmedizin – Sommer 2023 

Am 19. August 2023 hatten die Mitglieder der GOTS Young Academy die einzigartige Gelegenheit, an der Veranstaltung „Update Sportmedizin – Sommer 2023“ teilzunehmen. Die Tagung, die sich intensiv mit den aktuellen Entwicklungen in der Sportmedizin befasste, bot den Teilnehmer:innen ein facettenreiches Programm, welches unter Leitung von Prof. Thore Zantop und Dr. Mogens Heusinger abgehalten wurde. Die Veranstaltung war in folgende drei Hauptthemen gegliedert, die den neuesten Stand von Forschung und Praxis in der Sportmedizin beleuchteten: Traumaereignis: Die Eröffnungssequenz der Veranstaltung behandelte das Thema Traumaereignisse im Kontext von Sportverletzungen. Die Teilnehmer:innen erhielten Einblicke in die aktuellen Erkenntnisse über die unmittelbare Entstehung verschiedenster Sportverletzungen, sowie deren Diagnosestellung. Dieser Abschnitt konzentrierte sich vorwiegend auf die Pathomechanismen der einzelnen Verletzungen. Kniebinnenverletzungen –GOTS Session: Ein Höhepunkt der Veranstaltung war zweifellos die Session, die sich ganz den Kniebinnenverletzungen widmete. Hierbei wurde die Expertise der GOTS genutzt, um die neuesten Erkenntnisse und Behandlungsstrategien bei Verletzungen des Kniegelenks zu präsentieren. Die Teilnehmenden erhielten detaillierte Einblicke in die konservativen wie auch operativen Therapieansätze. Postoperative Strategien: Der letzte Abschnitt der Veranstaltung konzentrierte sich auf die postoperativen Strategien bei Sportverletzungen. Hierbei lag der Fokus auf der optimalen Rehabilitation und der Rückkehr in den Sport. Die Teilnehmer:innen erhielten in dieser Session außerdem einen Überblick über die verschiedensten Bereiche die in die fächerübergreifende Sportmedizin miteinwirken. Die Teilnahme der GOTS Young Academy an dieser Veranstaltung bot uns Student:innen eine einzigartige Gelegenheit, sich mit führenden Expert:innen auf dem Gebiet der Sportmedizin auszutauschen. Sie konnten von den neuesten Forschungsergebnissen profitieren, aktuelle Trends kennenlernen und wertvolle Einblicke in die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse gewinnen (Abb. 1). Hiermit wollen wir uns nochmals ausdrücklich bei Prof. Thore Zantop für diese tolle Gelegenheit bedanken! Florian Altenburger Abb. 1: YA-Vorstandsmitglied Florian Altenburger mit den Organisatoren Dr. Heusinger und Prof. Zantop.

Mehr Bewegung, weniger Verletzungen: Warum E-Bike-Fahren so gesund ist. I PM August 2023

Pressemitteilung 25. August 2023 GOTS / Sportmedizin / ZKOS Mehr Bewegung, weniger Verletzungen: Warum E-Bike-Fahren so gesund ist   Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 24. bis 26. August 2023 E-Bikes sind im Trend: im ersten Halbjahr 2023 wurden in Deutschland erstmals mehr E-Bikes als Fahrräder ohne Antrieb verkauft. Allein letztes Jahr gingen rund 2 Millionen elektrisch getriebene Räder über den Ladentisch. Der Bestand in Deutschland liegt inzwischen bei etwa 10 Millionen. Welche neuen Trends es in der Entwicklung gibt, warum E-Bike-Fahren so gesund ist und warum es weniger Verletzungsrisiken birgt, darüber referieren Dipl. Ing. Claus Fleischer, CEO Bosch eBike Systems, Reutlingen und Prof. Dr. med. Swen Malte John, Univ.Prof. Abteilung „Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie“, Universität Osnabrück, auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie.  „Der E-Bike-Markt entwickelt sich rasant“, so Claus Fleischer. Durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten im Alltag und in der Freizeit, vom Lasten- oder City-E-Bike über das Trekking-E-Bike bis hin zum E-Mountainbike wird ein aktiver Lebensstil geprägt, der die Menschen zu mehr Bewegung und oft auch häufiger raus in die Natur bringt. Fleischer: „Es gibt kein zu lang, zu weit, zu anstrengend mehr – die Menschen haben weniger Ausreden, nicht Rad zu fahren.“ Studien belegen, dass das E-Bike 2-3-mal häufiger und länger als das konventionelle Fahrrad genutzt wird.“ Die betriebliche Mobilität verbessert sich enorm. Leasing-Angebote über die Brutto-Entgelt-Anwendung werden immer häufiger von Arbeitnehmern in Anspruch genommen. Fahrradparkgaragen, Duschen und Umkleiden für Radler in den Betrieben nehmen langsam zu. „Technologische Innovationen machen das E-Bike-Erlebnis zudem immer komfortabler, individueller und sicherer“, so Fleischer, „2018 haben wir das Bosch eBike ABS auf den Markt gebracht, nun ist bereits die 2. Generation an den neuesten E-Bikes verbaut.“ Das sensibel abgestimmte System reduziert die Gefahr, auf nassem oder schottrigem Untergrund beim Bremsen wegzurutschen. Auf griffigem Untergrund wiederum senkt es auch bei starken Bremsvorgängen die Wahrscheinlichkeit, dass das Hinterrad abhebt und sich der Fahrer überschlägt.  Dr. Swen Malte John, kann die Vorteile des E-Bike-Fahrens nur unterstreichen. „Wir sehen mehr Menschen, die sich dadurch in der Natur bewegen, die Ausflüge machen und Sport treiben. Weg vom schädlichen Stillsitzen hin zu Bewegung.“ Dazu kommt, so John, dass es, gemessen an den gefahrenen Kilometern weniger Verletzungen im Vergleich zu herkömmlichen Rädern gibt. Zudem gibt die Tatsache, dass Elektrizität an Bord ist, die Möglichkeit, safety features auch für e-Biker zugänglich zu machen, wie sie im Auto bereits selbstverständlich sind; ABS ist nur ein Beispiel. Weiterhin zentral wäre, unser Verkehrssystem fahrradfreundlicher zu machen, wie das in unseren Nachbarländern (Holland, Schweiz, Dänemark) so gut gelungen ist. Und: „Bewegung muss Spaß machen“, so John, „viele bewegen sich nur dann gern, wenn ein Fun-Faktor dabei ist. Den hat das e-Biken. Und nur mit mehr Bewegung können wir Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückdrängen.“ Ganz neu halten die E-Bikes jetzt auch im Reha-Sport Einzug. John: „Die gleichmäßige körperliche Belastung ist gerade für Untrainierte und Ältere gut. So können sie ihren Kreislauf und die Gelenke funktionsfähig halten.“ Gerade in hügeligen und bergigen Gegenden ist das von großem Vorteil. Auch bei Arthrose ist das gleichmäßige Radeln ohne viel Kraftaufwand gewinnbringend, um das betroffene Gelenk ständig zu schmieren und zu trainieren, sagt der Experte.  Entsprechend sollte E-Bike-Fahren als adjuvantes Hilfsmittel zu Prävention, Reha und Therapie unter gesundheitsökonomischen Aspekten eigentlich verschreibungsfähig sein. 

Von den Straßen New Yorks zu Olympia 2024: Trendsport Breaking | PM August 2023

Breaking (ursprünglich Breakdance) entstand einst als urbane Subkultur New Yorks in den Straßen der Bronx. Von der Straßen- und Clubkultur entwickelte sich der Sport in organisiertere Strukturen mit Wettkämpfen bis hin zur olympischen Sportart – zum ersten Mal im nächsten Jahr. Intensiv ausgeübt fordert der Sport natürlich auch seinen Tribut: akute Verletzungen und chronische Überlastungen sind keine Seltenheit. Welche das sind, darüber referiert Dr. med. Luise Weinrich, Fachärztin für Orthopädie/Unfallchirurgie (Sportklinik Stuttgart) und GOTS-Expertin auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie. Beim Breaking gibt es bald ebenso viele Profis, die von ihren Vorführungen leben, wie Freizeitsportler. Nur maximal 10 Prozent von ihnen sind Frauen. Doch der Sport wird immer jünger: Kinder und Jugendliche trainieren mit immer ausgefalleneren Bewegungen bis hin zu hoher Akrobatik. Der Sport ist gekennzeichnet von vielen Richtungswechseln, Stopp- und Stauch-Bewegungen, die die Muskeln und das Skelett-System überlasten. Bewegungen in der Hocke und im Vierfüßler-Stand sorgen für hohe Belastungen von Knie und Handgelenk. Die Folge sind zum einen akute Verletzungen. „Sehr häufig sehen wir hier Sehnen- und Bindegewebsverletzungen, Kreuzbandrisse und Meniskusläsionen“, so Luise Weinrich. Neben Verletzungen an Knie und Handgelenk ist auch häufig die Schulter betroffen: Labrum- und Rotatorenmanschetten-Läsionen sind keine Seltenheit. Auf der anderen Seite kommen die chronischen Überlastungen und deren Folgen zum Vorschein. Zum Beispiel Bursitiden/Schleimbeutelentzündungen an Ellbogen und Knien, Nekrosen am Handwurzelknochen und einem Impingement der Schulter durch ständige Überkopfbewegungen. Überhaupt sind die vielen Rotationsbewegungen mit Drehungen um die eigenen Körperteile höchst belastend für die Strukturen. So kommt es durch das Drehen auf dem Kopf, zum sogenannten „Cone head sign“ – zu Unterhaut-Tumoren am Kopf. Zuerst kann es beim Breakdance zur Bildung einer schmerzlosen Beule auf der Kopfhaut am Scheitelpunkt des Schädels kommen. Oft verbunden mit Haarausfall, der als „Headspin Hole“ bezeichnet wird und Folge einer chronischen Entzündung durch die rotierenden Tanzbewegungen auf dem Kopf ist.  Ebenso entstehen Tumore an Schulter und Rücken durch die „Windmühle“, das Drehen des gesamten Körpergewichtes über die Schulter. Weinrich: „Für eine angemessene Prävention fehlen in diesem jungen Sport noch so einige wissenschaftliche Arbeiten. Es ist noch zu wenig bekannt.“ Fest steht, so die Expertin, dass die Bodenbeschaffenheit (v.a. Asphalt) einen großen Teil der Belastung ausmacht. Protektoren sind für manche Übungen empfehlenswert, können aber nicht generalisiert als sinnvoll bezeichnet werden. Wie bei jedem Sport gehören jedoch ein ordentliches Warm-up und Cool down auch beim Breaking unbedingt dazu.

Re-Zertifizierung GOTS Sportarzt

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Zusatzmodul Wettkampfsport 2023 Zusatzmodul Wettkampfsport 2023 Das Zertifikat „GOTS-Sportarzt“ ist 5 Jahre gültig. Für eine kontinuierliche Qualitätssicherung ist eine turnusmäßige Re-Zertifizierung Bestandteil der weiterlaufenden Anerkennung des Zertifikats. Eine Verlängerung ist durch die Teilnahme an zwei GOTS-Jahreskongressen an jeweils zwei Tagen innerhalb von fünf Jahren nach Ausstellung des Zertifikats möglich. In diesem Jahr bieten wir mit dem Zusatzmodul Wettkampfmedizin erstmalig eine weitere Möglichkeit der Re-Zertifizierung an. Dieses sehr praxisbezogene Modul wird in Kooperation der Verbandsärzte e.V. mit der GOTS organisiert und richtet sich in erster Linie an GOTS-Mitglieder, die das Zertfiikat GOTS-Sportarzt bereits erworben haben. Die Teilnahme an diesem Modul kann  – alternativ zur Teilnahme an zwei Jahreskongressen – ebenfalls zur Re-Zertifizierung innerhalb von Jahren nach Erhalt des Zertifikats „GOTS-Sportarzt“ genutzt werden. Das Modul findet vom 3. bis 5.11.2023 in Saarbrücken statt.  Die Anmeldung erfolgt per eMail an die Geschäftsstelle der GOTS. eMail: office@gots.org Zusatzmodul Wettkampfsport 2023

“Global Alliance for the Promotion of Physical Activity”

139 medical and scientific organizations together with sport and governmental institutions publish a standpoint on the need of a “Global Alliance for the Promotion of Physical Activity” Steinacker JM, et al. BMJ Open Sport & Exercise Medicine 2023;0:e001626. doi:10.1136/bmjsem-2023-001626 Non-communicable diseases (NCDs), including coronary heart disease, stroke, hypertension, type 2 diabetes, dementia, depression and cancers, are on the rise worldwide and are often associated with a lack of physical activity (PA). Globally, the levels of PA among individuals are below the recommendations of the World health organization (WHO). A lack of PA can increase morbidity and mortality, worsen the quality of life and increase the economic burden on individuals and society. In response to this trend, numerous organisations came together under one umbrella in Hamburg, Germany, in April 2021 and signed the ‘Hamburg Declaration’. This represents an international commitment to take all necessary actions to increase PA and improve the health of individuals to entire communities. When physicians and all other health care professions focus primarily on the individuum, the ‘Global Alliance for the Promotion of Physical Activity’ calls on collaboration to maintain their patient´s active but also be responsible in their communities and all levels to increase health for the entire population. The ‘Hamburg Declaration’ calls on national and international policymakers to take concrete action to promote daily PA and exercise at a population level and in healthcare settings. The ‘Global Alliance for the Promotion of Physical Activity’ calls on all stakeholders in the community: active hospitals, physical activity specialists, community services and healthcare providers, achieving sustainable health goals for their patients/clients. Professor Fabio Pigozzi, President of the International Federation of Sports Medicine and Professor of Internal Medicine and Deputy Rector of the University of Rome „Foro Italico“:  “World Sports medicine is supporting this important initative, it is time for medical doctors to prescribe activity for patients”. Professor Juergen Steinacker, Chair of the Hamburg declaration, Chair of the “European Initiative for Exercise in Medicine” and Professor of Medicine at Ulm University Hospital: “Hospitals and health care providers should be challenged to achieve long-time sustainable health goals, to ensure that their patients come back to a healthy and physical active life style. We call for active hospitals which should focus not only on procedures and short-term outcome but on sustainability and future life style of patients” The ´Hamburg declaration´ is also endorsed by the IOC Medical and Scientific Commission, chaired by Professor Uğur Erdener which underlines the importance of physical activity for public health.  Professor Erdener: “I would like to congratulate you together. We are very happy for being a part of this important initiatives. “ IOC underlines it´s support by a press release: https://www.olympics.com/ioc/news/ioc-reiterates-its-support-for-the-hamburg-declaration-to-tackle-physical-inactivity IOC and WHO have also created the global action „Lets be active“with a strong message with the Olympic Day on the public with reached millions of participants: Millions of people moved for Olympic Day 2023 around the world (olympics.com) Professor Yannis Pitsiladis, IOC Medical and Scientific Commission and Professor of Sports Sciences at the University of Brighton: “we need to leverage at the latest tech.  Make it easy and fun for people to get into PA through gamification, rewards and community building. Contact: Steinacker; Jürgen Michael; M.D., Ph.D., Dr. med., FACSM, FECSS European Initiative for Exercise in Medicine Ulm University 89075 Ulm Germany Tel :  +49 731 500 45300 Juergen.Steinacker@uniklinik-ulm.de EIEIM Center Carolin Knoke – Exercise.Medicine@uniklinik-ulm.de  Leonie Fink – leonie.fink@uniklinik-ulm.de

Nachruf: Prof. Hans Bauerfeind

Hans Bauerfeind

Prof. Hans Bauerfeind ist kurz vor Vollendung seines 82. Lebensjahres gestorben. Mit ihm verlieren die Deutsche Herstellersparte für medizinische Hilfsmittel und die Deutsche Orthopädie einen der innovativsten und bedeutendsten Familienunternehmer. Er war nach seinem Studium zum Textilingenieur ab 1962 sechs Jahrzehnte lang in seinem vom Vater Rudolf übernommenen Unternehmen tätig. Ursprünglich in Zeulenroda gegründet, wurde die Firma Bauerfeind 1949 in Darmstadt aufgebaut und 1978 nach Kempen verlagert. Zu dieser Zeit nahm er mit untrüglichem Unternehmerinstinkt die Idee von Prof. Dr. Heinrich Heß (damals betreuender Arzt der Deutschen Fußballnationalmannschaft und später Gründungspräsident der GOTS) für eine völlig neue, komprimierende Gelenk-bandage auf. Daraus wurde die Genutrain-Bandage entwickelt und eine ganze Generation von Train-Bandagen, welche die Konkurrenzprodukte vom Weltmarkt verdrängten und seinem Unternehmen zur globalen Bedeutung verhalf. Praktisch alle heute weltweit produzierten Gelenk-Bandagen sind nach dieser Idee gefertigt, welche im Sinne einer funktionellen Frühtherapie durch Kompression und Bewegung die Nachbehandlung nach Sportverletzungen, bei Sportschäden und später auch bei degenerativen Gelenkschäden revolutionierte. Für Hans Bauerfeind bedeutete die Deutsche Einheit ein Geschenk für Deutschland. Daher war es für ihn keine Frage, seine Firma von Kempen am Niederrhein in die Heimatstadt seiner Familie – nach Zeulenroda – zu verlagern. Er bewies unternehmerischen Mut und Risiko und ließ moderne Produktionsstätten für seine Firma im wirtschaftlich darniederliegenden Zeulenroda aufbauen. Auf dem Hügel von Zeulenroda ließ er den Bauerfeind-Turm (analog zum BMW-Turm von München) errichten. Das FDGB-Ferienheim am See ließ er zum erfolgreichen See-Tagungshotel mit Wellnesseinrichtungen umbauen. Weitere Investitionen erfolgten in den Tourismusbereich der ländlich einst „abgehängten“ Region. Damit übernahm er unternehmerische Verantwortung für den Aufbau Ost und ermöglichte viele Arbeitsplätze, stärkte das Selbstbewusstsein und sorgte für Hoffnung in der Bevölkerung. Hans Bauerfeind besaß ein hohes Qualitätsbewusstsein mit dem Festhalten am deutschen Produktionsstandort, welches insbesondere nach der Rückverlagerung der Firma nach Zeulenroda zur Fertigung zahlreicher weiterer erfolgreicher medizinischer Hilfsmittel für Wirbelsäule und Füße sowie von Phlebologen mitentwickelte Kompressionsstrümpfe zur überragenden Weltgeltung mit zahlreichen Tochtergesellschaften führte. Der Sportmedizin war er immer treu verbunden als „Offizieller Service Partner der Stiftung Deutsche Sporthilfe“, bei vielen olympischen Spielen mit Betreuerteam vor Ort und Unterstützung auch des Betreuerstabes der Deutschen Fußballnationalmannschaft.  Der Hall of Fame Basketballer Dirk Nowitzki wurde zum Markenbotschafter der Firma Bauerfeind. Besonders die GOTS hat ihm für seine Unterstützung viel zu verdanken. Neben der Unterstützung als Partner der GOTS-Jahreskongresse, der Förderung der Ausbildung zum GOTS-Sportarzt, des Young-Investigator Awards für junge wissenschaftlich interessierte Ärztinnen und Ärzte und des internationalen Austauschprogramms (Asien-Fellowship) entschied sich Hans Bauerfeind auch zu spontaner unkonventioneller Unterstützung: Als amerikanische Kollegen die englische Ausgabe des GOTS-Manuals verhindern wollten, übernahm er die Produktionskosten und ließ das Buch „Made in Germany“ in den neuen Bundesländern herstellen. Auch als zum 30-jährigen Bestehen der GOTS für die Jubiläumsbroschüre kein Geld bereitgestellt wurde, übernahm er kurzerhand die Druckkosten, um das Erscheinen zu ermöglichen. Ein großes Anliegen war ihm der Aufbau eines großen sportorthopädischen Kongresses in seiner Heimatstadt Zeulenroda. Vor 15 Jahren bat er die GOTS, einen fachlich hochwertigen Kongress in seiner Heimatstadt zu organisieren. Er wollte, dass auch im Osten Deutschlands die Ärzte eine Kongressheimat finden sollten. Mittlerweile ist der Zeulenrodaer-Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) mit über 200 Ärztinnen und Ärzten zu einer festen Größe im Kongresskalender geworden. Hans Bauerfeind erhielt zahlreiche Ehrungen, u.a.: Konrad-Adenauer-Preis „Soziale Marktwirtschaft“ Honorarprofessur an der Fachhochschule Münster Erich-Krieg-Medaille der Dt. Gesellschaft für Phlebologie Auszeichnung als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands Unternehmer des Jahres Beirat für nachhaltige Entwicklung Ehrung als einer der besten und innovativsten Mittelstandsunternehmer Hans Bauerfeind war als Unternehmer entscheidungsfreudig und nicht selten unkonventionell. Er legte Wert auf ein harmonisches Arbeitsklima und pflegte einen fast väterlichen Umgang mit seinen Mitarbeitern. Er stiftete eine Professur für Phlebologie an der Ruhr-Universität-Bochum und veranlasste viele soziale Wohltaten in seiner Heimat Zeulenroda, durch die viele Arbeitsplätze entstanden sind. Mit Hans Bauerfeind verlieren wir einen der bedeutendsten Familien-unternehmer Deutschlands sowie einen guten Freund, der immer viel gefordert, aber auch immer viel zurückgegeben hat durch sein Verantwortungsbewusstsein für Ostdeutschland sowie für sein Unternehmen, seine Mitarbeiter, für die deutsche Medizintechnik und ganz besonders für seine Familie. Seine Firma ist auch zukünftig in guten Händen. Wir werden ihn alle sehr vermissen und drücken seiner Familie unser tief empfundenes Beileid aus. Ernst Jünger: Mit jedem dieser Sehr-Alten, deren Namen uns seit Jahrzehnten vertraut sind, geht mehr dahin als nur eine Person, eine Zeit nimmt Abschied Prof. Dr. Martin Engelhardt                    Prof. Dr. Heinrich Heß

Verletzungen und Überlastungen beim Wellenreiten I PM August 2023

Pressemitteilung 15. August 2023GOTS / Sportmedizin / ZKOS Verletzungen und Überlastungen beim Wellenreiten  Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 24. bis 26. August 2023 Rund 440.000 Deutsche surfen in ihrer Freizeit gern. Der Zuwachs ist ungebrochen. Seit 2020 ist auch Wellenreiten nun eine olympische Sportart. Welche Gefahren es bei dieser beliebten Trendsportart gibt, welchen Unterschied zwischen Meeres-, Fluss- und künstlichen Wellen, welche Verletzungen und Überlastungen beim Freizeit- und Profisportler – darüber referiert Dr. med. Markus Knöringer (Praxen in München und Miesbach), Neurochirurg, Orthopäde, Sportmediziner und GOTS-Experte auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie. „Das eigene Brett ist der gefährlichste Gegenstand“, erklärt Knöringer. Ganz typisch ist es nämlich, dass dem Surfer beim Auftauchen das Brett ins Gesicht schlägt. Grundsätzlich sollte sich jeder Surfer beim Auftauchen einen Arm (Ellbogen und Unterarm) vor das Gesicht halten. Denn häufig gibt es Kopfverletzungen, Platzwunden, Augenverletzungen beim Kontakt mit dem Brett und auch Schnittverletzungen durch scharfe Finnen an dem Sportgerät. Aus diesen Gründen empfiehlt der Experte auch Sicherheitsfinnen mit einer Gummilippe. Anfänger sollten beim Wellenreiten idealerweise mit einem Soft-Board beginnen. Dieses ist weicher an den Rändern. Neben der richtigen Technik und dem richtigen Verhalten auf und unter Wasser spielt das Material eine große Rolle. Die Leash (Leine am Brett) muss exakt die richtige Länge und Dehnbarkeit haben, damit dem Surfer beim Zurückholen das Brett nicht ins Gesicht schnellt. Markus Knöringer weist aber auch auf Gefahren durch verschiedene Untergründe und in seichten Gewässern hin. Felsen, Riffe und ein Sandboden, so hart wie Beton, sorgen immer wieder für Verletzungen. Insgesamt gehen beim Wellenreiten 80 Prozent der Verletzungen vom Brett und 20 Prozent vom Untergrund des Gewässers aus.  Orthopädisch stehen bei geübten Fahrern und Profis Knie- und Mittelfußerkrankungen im Vordergrund. Überdehnte oder gerissene Kreuzbänder bei den Sportlern zeigen am Knie die gleichen Faktoren wie etwa beim Snowboardfahren, am Mittelfuß sind es Brüche und Bandverletzungen.  Bei den Anfängern stehen wiederum die Überlastungen und ihre Folgen im Vordergrund, so der Sportmediziner. Nacken- und Schulterschmerzen sind ebenso häufig, wie Probleme an der Hals- und Lendenwirbelsäule. Hier helfen Kräftigungs- und Dehnungsprogramme, Stabilität und Beweglichkeit gleichermaßen, wie auch ein Training für die richtige sagittale Balance, in der sich die Wirbelsäule befinden sollte, um diese Sportart auszuüben.  Aber auch Profis berichten gehäuft von Rückenschmerzen.  Dies bestätigt eine eigene Studie Knöringers, die unter Athleten an der Eisbachwelle in München erstellt wurde. Dies zeigt die harten Anforderungen in den oft so „spielerisch“ aussehenden Sport. 

Verletzungen und Überlastungen im Trendsport Trailrunning  I PM August 2023

Pressemitteilung 8. August 2023 Verletzungen und Überlastungen im Trendsport TrailrunningZeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) vom 24. bis 26. August 2023 Trailrunning ist beliebter Trendsport geworden, mit Wettkämpfen im Speed Trail (bis 30 km), Marathon-Trail (bis 60 km) und Ultra-Trail (100 km und mehr). Ob Anfänger oder Profi: Verletzungen und Überlastungen bleiben bei dieser schönen, doch auch harten Sportart kaum aus. Welche Strukturen am häufigsten und welche am stärksten betroffen sind, wobei das meiste passiert und welche speziellen Therapie-Ansätze es gibt, darüber referiert Prof. Dr. med. Volker Schoeffl (Leitender Arzt Zentrum Interdisziplinäre Sportmedizin, Klinikum Bamberg, GOTS Experte) auf dem 14. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie.Die wohl häufigste Verletzung im Gelände ist eine Distorsion des Sprunggelenkes. Durch die Verstauchung kann es zur Verletzung der Gelenkkapsel oder der Bänder des Gelenkes kommen. Durch Umknicken und Stürze kommen auch andere akute Verletzungen zustande.Schoeffl: „In Studien zu Überlastungen berichten wiederum 41 Prozent der Sportler beim Trailrunning von Rückenschmerzen, weitere 40 Prozent von Knieschmerzen. Chronische Hüft-, Knie-, Rückenprobleme sind keine Seltenheit.“Häufige Überlastungen und Verletzungen sind das sogenannte „Läuferknie“ (unspezifischer vorderer Knieschmerz) und das Ileo-tibeale Band-Syndrom. Bei diesem Syndrom kommt es zum Abknicken der Hüfte und zur Beckeninstabilität. Eine Therapie erfolgt zum Beispiel durch PRP (Gabe von thrombozytenreichem Plasma) und Ausgleichtraining nach Videoanalysen.Ein drittes, sehr häufiges Überlastungssymptom sind Schmerzen in der Fußsohle. Das Hohlgewölbe des Fußes wird beim Trail durch den Plantarmuskel so angespannt, dass eine Plantarfasziitis entstehen kann. Dabei entzündet sich die Sehnenplatte an der Fußunterseite. Krankengymnastik, Massagen, Stoßwelle. Lauftechniktraining (zum Beispiel barfuß) können hier Abhilfe schaffen.Auch recht häufig ist das Schienbeinkanten-Syndrom. Es wird meist durch eine knöcherne Reizung im vorderen Unterschenkel hervorgerufen und kann bis hin zum Gefäßverschluss führen (Stenose).Auch extreme akute Verletzungen bis hin zum Tod kommen immer wieder vor. Bei Vorerkrankungen beispielsweise, die sich dann bei extremen Wetterlagen während des Trails bemerkbar machen, bei unzureichendem, falschem Training oder auch durch Wildtiere, je nach Region zum Beispiel Elche, Hirsche, Rentiere, Bären und auch Pumas.„Insgesamt sind das Training, die Ausrüstung und die Vorbereitung wichtig. Rücken- und Krafttraining, Ausgleich-Trainings gehören genauso dazu, wie Bergablaufkurse, die Wahl der richtigen Schuhe und Ähnliches“, so Volker Schoeffl. Bei Letzteren geht es zum Beispiel um die Sprengung, den Winkel im Schuh. Je flacher der Schuh ist, desto mehr Druck lastet auf dem Fuß. Oft führt dies zur Überreizung der Achillessehnen – zur Achillodynie, einer Erkrankung des Sehnengewebes.Schoeffl: „Wenn ich auf die Zugspitze wandere, nehme ich höchstwahrscheinlich Bergschuhe. Wenn ich jedoch dort einen Trailrun mache, sind es spezielle Turnschuhe. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist ein adäquates Training.“ Auch die Pflichtausrüstung, wie Erste-Hilfe-Kit, Rettungsweste, Pfeife und mehr gehört immer dazu.Neben orthopädischen Dingen haben Trailrunner zusätzlich mit gastrointestinalen Beschwerden zu kämpfen, wie Durchfällen, Magenkrämpfen und mehr. Dass während des Sports jede Stunde bestimmte Nährstoffe zugeführt werden müssen, muss vorher exakt trainiert werden. Genaue Ernährungspläne sind das Wichtigste, um nicht in Energiedefizite (wie das RedS Syndrom) zu fallen, betont der Experte.