Vom 09.01. – 11.01. 2026 ging im Raum Innsbruck das Wintersportsymposium 2026 der GOTS über die Bühne und war, vollgepackt mit spannenden Vorträgen zu verschiedensten Themen aus dem winterlichen Hochleistungs- und Spitzensport, ein voller Erfolg. Insgesamt waren Teilnehmer:innen und Referent:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.
Eröffnet wurde die dreitägige Veranstaltung auf dem Gelände des renommierten Schigymnasiums Stams. Die Talenteschmiede der jungen Wintersportler:innen kann vor allem durch die erfolgreiche Kombination einer höheren schulischen Ausbildung und der Begleitung in den Profisport punkten, wie der pädagogische Leiter des Internats, Frederick Kohl, in einer eingehenden Führung durch die Anlage verdeutlichte.

Anschließend folgte ein Beitrag aus der Sportorthopädie zum wachsenden Bewegungsapparat (Dr. Petry). Ergänzend wurden aus der Sport- und Trainingswissenschaft Aspekte der Prävention von Sportverletzungen (SpoWi N. Abdel-Aziz) sowie Trainingssteuerung im Nachwuchssport (SpoWi K. Lohse) behandelt. Von Seiten der Sportphysiotherapie stellte Florian Rudiferia (Physiolab 6020) konkrete Fallbeispiele zu Sportverletzungen und Überlastungsbeschwerden bei Nachwuchssportlern vor und abschließend gingen Dr. Neunteufel und Dr. Burgstaller noch auf wichtige Aspekte der Ernährung/RED-S und der Dopingprävention ein.
Abgerundet wurde der erste Tag durch eine praktische Sporteinheit angeleitet durch Noah Abdel-Aziz (Trainer im Para-Snowboard und ehemaliger Schüler im Sportgymnasium Stams) und der Katharina Lohse (langjährige Tätigkeit bei div. Altersstufen und Teams im ÖFB). Gemeinsam absolvierte man ein strukturiertes Aufwärmprogramm und Athletiktraining, sportmotorische Testungen und die korrekte technische Ausführung von Kniebeugen und Deadlifts wurden ausführlich gezeigt. Dies erfolgte direkt im Kraftraum des Sportgymnasiums, wo in der Hochsaison rund 175 Nachwuchssportler:innen trainieren.

Am zweiten Tag trafen wir uns im Rahmen des zeitgleich stattfindenden FIS FESA Continental Cup Skilanglauf (COC) in den Seefelder WM-Sportanlagen. Bereits bei der Ankunft wimmelte es von Athlet:innen und Trainer:innen verschiedenster Nationen, die wir den ganzen Tag über aus dem Seminarraum beobachten konnten. Dort lag zunächst der Fokus auf der Anatomie, klinischen Untersuchung und den häufigsten Pathologien der Schulter – vorgetragen durch Dr. Boban, Johannes Riedmann und Dr. Dankl. Im Anschluss kam auch der praktische Teil für die Teilnehmer:innen nicht zu kurz. Neben der manuellen und sonographischen Untersuchung der Schulter, arthroskopischer VR-Simulation (Fa. ConMed) wurde in einem eigenen Workshop die korrekte Anlage und Indikation verschiedenster Orthesen und Bandagen diskutiert und demonstriert.
Am Nachmittag war es wieder Zeit für eine Sporteinheit – und diesmal durften wir selbst für einige Stunden auf die Ski steigen. In einer traumhaften winterlichen Kulisse wurden die anfänglichen Startschwierigkeiten durch die Langlauflehrer der Langlaufschule behoben und einem Genießen stand nichts mehr im Wege.
Nach einer kurzen Stärkung gab es das nächste Highlight des Wochenendes: Ein inspirierender Vortrag von Prof. Kurt Matzler (Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck und Extremsportler im Ultra-Cycling) mit dem Titel „The High Performance Mindset“. Er hat uns mitgenommen in den „Kopf“ eines Extremssportlers und geschildert, was es braucht, um den Körper weit hinaus über seine vermeintlichen Grenzen zu treiben. Seine zweifellose Expertise wird vor allem durch das bis dato zweimalige „Finishen“ des härtesten Radrennens der Welt – beim Race Across America geht es 5000 Kilometer, 11 Tage und fast ohne Schlaf quer durch die USA – unterstrichen. Die anschließende Fragen- und Diskussionsrunde wäre wohl deutlich länger ausgefallen, hätten nicht bereits Pizzen für das abendliche Get-Together auf uns gewartet.

Am großen Finaltag des Wintersymposiums 2026 gab es nach einem Vortragsstart durch Joseph Euringer (GOTS Young Academy) zur Anatomie der Wirbelsäule und Dr. Andreas Ellmerer zur Erstbehandlung und operativen Versorgung von Wirbelsäulenverletzungen weitere Einblicke zu Themen, welche vor allem auch die Zeit nach der Karriere beleuchten sollten. Unter anderem wurden die moderne Knorpelchirurgie (PD Dr. Runer), Return to Sport nach Prothese (Dr. Riechelmann), kardiovaskuläre Langzeitfolgen hoher Ausdauerbelastungen (Dr. Keck) und die psychologischen Herausforderungen des Karriereendes (Lena Sulzenbacher M.Sc.) mit Sorgfalt und Expertise aufgearbeitet. Durch die Vortragsthemen zog sich ein roter Faden, der vom Nachwuchssport, über das Karrierehoch bis hin zum Karriereende eindrucksvoll vermittelte, welche Chancen, aber auch Probleme und Herausforderungen im Hochleistungswintersport zu erwarten sind.

Abschließend bedanken wir uns im Namen der GOTS Young Academy bei Dr. Friedemann Schneider, Lorenz Lampl und Lina Minolla für die reibungslose und aufwendige Organisation des Symposiums, bei den Sponsoren Fa. Ofa, Fa. Bauerfeind und Fa. Sporlastic für das Ermöglichen dieser erfolgreichen Veranstaltung, sowie bei allen Referent:innen. Wir verließen die Arena 365 an diesem Tag mit zahlreichen positiven Eindrücken, wertvollen neuen Bekanntschaften und blicken schon voller Spannung auf die nächsten Termine!