Prof. Dr. Anja Hirschmüller ist GOTS-Sportärztin des Jahres 2021
Sie hat eine unbestrittene sportorthopädische Expertise, wissenschaftliche Super-Power, praktische Erfahrung, ein internationales Netzwerk, unglaubliche Präzision, Umsetzungsvermögen, Schlüsselpositionen in diversen Sportverbänden, wissenschaftlichen Gesellschaften und Komitees. Dazu kommen Führungsstärke, Menschlichkeit, Bescheidenheit und immer gute Laune – dementsprechend immer mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen. Anja Hirschmüller, sie ist «das Gesamtpaket» einer perfekten Sportorthopädin. Und daneben: auch noch ein toller Mensch, eine liebevolle Mutter und eine riesige Inspiration für viele junge Ärzte. Aber auch für Alle, die das Privileg haben, mit Anja Hirschmüller Zeit zu verbringen. Ihr Lebenslauf ist beeindruckend: Studium in Tübingen, Heidelberg, Montpellier und Freiburg Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Freiburg und Villingen-Schwenningen Habilitation für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin an der Universität Freiburg 2014 Seit 2007 Leitende Verbandsärztin der deutschen Nationalmannschaft Paracycling Seit 2017 Leitende Ärztin Leitungssport des Deutschen Behindertensportverbandes 2008, 2012 und 2016, 2018 Mitglied des deutschen Paralympic-Teams in Peking, London und Rio de Janeiro und Pyeongchang Mitglied der Medizinischen Expertenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes Boardmitglied der ESSKA Mitglied der GOTS Komitees Muskel/Sehne und Register Mitglied des Wissenschaftsrates der deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention Leiterin des Expertenkomitees „Konservative Therapieverfahren und Rehabilitation“ der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA) Mitglied des Expertenkomitees „Physiotherapie/Rehabilitation“ der deutschen Kniegesellschaft Mitglied AGA, DGSP, GOTS, DGOU, DGMM, DEGUM, DGOOC, SEMS Und wer nun denkt die Kollegin ist vor allem wissenschaftlich tätig und kann nicht operieren oder anpacken, der irrt gewaltig! Dies stellt sie täglich mit der Arbeit an den Sportlern und bei diversen Sportbetreuungen unter Beweis. Anja Hirschmüller verkörpert in höchster Form die medizinischen und moralischen Aspekte einer vorbildlichen Sportärztin. Mit unermüdlichem Engagement, überdurchschnittlichen Fähigkeiten und ihrer äusserst sympathischen Art ist sie zu einer unverzichtbaren Grösse in der europäischen Sportmedizin aber auch in vielen Fachgesellschaften und Verbänden geworden. Die GOTS ist stolz, diesen Preis an Frau Professorin Dr. Anja Hirschmüller zu vergeben – und ihre aussergewöhnliche Leistung somit zu würdigen. Foto links: Kongresspräsident Lukas Weißkopf, AnjaHirschmüller, Laudator Dr. Beucher Foto rechts: Anja Hirschmüller, Roland Biedert, Lukas Weißkopf c. GOTS
Olympische Spiele Tokio 2020ne – nicht alles ist anders, aber vieles
GOTS-Newsletter Juli 2021
KNIEGELENK & PROPRIOZEPTION
Einladung zur Live-Online-Schulung Mi., 14. Juli 2021, 17:00 – 18:30 Uhr Referenten: Dr. Christian Teusch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Albrecht Weller, Physiotherapeut Anmeldung unter www.bauerfeind.de/online-schulung
36. Triathlon-Symposium
Veranstalter: Triathlon-Verein Deutscher Ärzte und Apotheker e. V. Termin: Samstag, den 10.07.2021 Tagungsort: Business Sporthotel, Am Neubergsweg 6, 63868 Großwallstadt Tagungsleitung: Priv. Doz. Dr. med. Thilo Hotfiel (Osnabrück), Prof. Dr. Georg Neumann (Leipzig) Triathlon Symp
Das Sideline-Dilemma: Wenn Ärzte auf dem Spielfeld entscheiden müssen | PM Juni 2021
Wenn Ärzte Profifußballer auf dem Spielfeld untersuchen und behandeln müssen, geraten sie häufig in eine Situation, die PD Dr. Raymond Best, Chefarzt der Sportklinik Stuttgart, als „Sideline-Dilemma“ bezeichnet. In kürzester Zeit muss entschieden werden, ob eine Verletzung schwerwiegend ist oder nicht, ob ein Spieler raus muss oder weiterspielen kann. „Dabei bewegen wir uns zwischen Medizin, Ethik und Sport“, berichtet der Mannschaftsarzt des VfB Stuttgart. Da dies oft eine Zwickmühle ist, wird das Thema auf dem großen GOTS-Kongress am 1. und 2. Juli aktuell diskutiert. Ärzte müssen vor allem medizinisch-ethisch agieren, vor allem wenn eine Verletzung zu stark ist, um weiterzuspielen zu können. Sie müssen in Grenzfällen aber auch berücksichtigen, dass ein Spieler eine eventuell maßgebliche Position in der aktuellen Spielsituation einnimmt, oder sie müssen den Willen des Spielers berücksichtigen, wenn dieser weitermachen will. Einprägsames Beispiel war 2014 Nationalspieler Christoph Kramer, der von der Schulter eines anderen Spielers am Kopf getroffen wurde. Er wurde gecheckt, sagte, er fühle sich fit und spielte weiter. Erst mit Verzögerung wurde er ausgewechselt. Später konnte er sich an den verbliebenen Spielverlauf und die Zeit danach nicht mehr erinnern. Für die vielen Verletzungen an den Gelenken, am Rücken oder sogar am Kopf gibt es kein Handbuch, wie in welcher Situation vorzugehen ist. Eines steht fest: bei Kopfverletzungen bekommt ein Arzt mehr Zeit, um genauer zu untersuchen. Bei anderen Verletzungen aber hat der Arzt in der Regel schnell den Schiedsrichter neben sich, der daran interessiert ist, dass der Spielbetrieb möglichst wenig unterbrochen wird. Doch perfekt und schnell schließt sich oft aus. Denn während 2-3 Minuten Untersuchungszeit, kann ein Mannschaftsarzt keinen Ultraschall machen und kein MRT veranlassen. Was bleibt, sind „das Sehen“ des Unfalls, die Erfahrung, ein Ertasten von Verletzungen und die Mittel der ersten Hilfe. Oft ist es mit „Eis-Spray rauf und weiter“ aber nicht getan. Bei Gehirnerschütterungen kann es richtig gefährlich werden. Nicht jede Kopfverletzung ist sofort zu erkennen und nicht jede ist einem Spieler anzumerken. Studien in amerikanischen Football-Ligen berichten sogar von bleibenden Wesensveränderungen ehemaliger Spieler nach dem Sport. „Fest steht“, so Dr. Best, der Facharzt für Orthopädie, Chirurgie, Unfallchirurgie, Notfallmedizin und Sportmedizin ist, „dass nach einer – auch kurzen – Bewusstlosigkeit ein Fußballer auf keinen Fall mehr weiterspielen sollte.“ Aber auch bei der Diagnose verschiedenster Schulterverletzungen oder Bänderrissen am Knie muss man große Sorgfalt walten lassen. Da kommt es auf eine professionelle Zusammenarbeit von Schiedsrichter und Arzt an. Best: „Ein guter Schiedsrichter erkennt, ob mit einer Bagatelle nur Zeit geschunden werden soll, oder ob hier wirklich etwas mehr Zeit zur Sicherung der Gesundheit des Patienten nötig ist.“
Wenn der Muskel „zumacht“ oder reißt: Muskelverletzungen im Profi-Sport | PM Juni 2021
Eine Therapie von Muskelverletzungen bei Sportlern kann meist konservativ erfolgen. Voraussetzung dafür ist jedoch die richtige Erstbehandlung. „Die Therapie beginnt in der ersten Minute beim Arzt am Spielfeldrand“, sagt Prof. Dr. Anja Hirschmüller, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie am Altius Swiss Sportmed Center Rheinfelden. Extrem wichtig ist eine sofortige Kompression für 20 Minuten, und eine Eiswasser-Kühlung, um Einblutungen und Ödem-Bildung zu vermeiden. So kann die Rekonvaleszenz gekürzt und schneller in den Sport zurückgekehrt werden. Zu diesem und vielen anderen spannenden Themen treffen sich am 1. und 2. Juli Hunderte Ärzte aus Europa auf dem 36. GOTS-Kongress. Muskelverletzungen werden in verschiedene Arten und Schweregrade eingeteilt, wovon die Therapie und vor allem die Ausfalldauer im Wesentlichen abhängt. Zum einen gibt es „direkte“ Verletzungen, zum Beispiel durch gegnerischen Anprall, die zwar oft Einblutungen verursachen aber aufgrund der intakten Muskelfasern besser heilen als die „indirekten“ Verletzungen. Diese entstehen ohne Gegnereinwirkung z.B. aus dem Sprint heraus. Sie werden wiederum in strukturelle und ultrastrukturelle Verletzungen unterteilt. Erstere ohne Faser-Ruptur, im Sinne einer neurogenen Muskelverhärtung oder einer „Zerrung“. Die Athleten sprechen häufig davon, dass „der Muskel zugemacht“ hat. Die Strukturellen Verletzungen unterteilen sich in Faserriss, Bündelriss und Komplettruptur. Natürlich ist die Ausfallzeit eines Spielers länger, je schwerer die Verletzung ist. Mit einem Ertasten von Lücken in der Muskulatur und einem Ultraschallgerät kann der Arzt sich sofort ein Bild der Lage machen. Zusätzlich kann der Unfallhergang oft noch einmal im Video geschaut werden und wichtige Hinweise auf das Ausmaß der Verletzung liefern. Bei der Untersuchung ist es auch wichtig auf Dehnungs- oder Anspannungsschmerz zu achten. Ist ein Dehnen eher angenehm, weist dies auf leichtere Verletzungen hin. Ist der Spieler mit messerstichartigem Schmerz direkt zu Boden gegangen und hat einen Anspannungsschmerz, ist von einer größeren Verletzung auszugehen. Bei Fußballern sind häufig Oberschenkelrückseite und Wade betroffen. Im Kraftsport wiederum Bizeps und Trizeps-Muskel. „Operative Therapien sind zum Glück sehr selten nötig, nur bei Komplett-Abriss oder sehnigen Ausrissen an der Ansatzstelle“, sagt Prof. Hirschmüller, die auch leitende Ärztin des Deutschen Behindertensportverbandes und Chief medical Officer des Team Deutschland bei den Paralympics ist. Da ein Muskel gut durchblutet ist, heilt er auch gut. Hier hat die konservative Therapie eine sehr gute Prognose. Selbst Faserrisse und Bündelrisse heilen in aller Regel in 6-8 Wochen aus. Währenddessen kann der Sportler bereits mit einem aeroben Training anfangen, zum Beispiel auf dem Fahrradergometer oder dem Laufband. Kompressionsstrümpfe und moderne Kompressionsbandagen werden bei kleineren Verletzungen während der ersten zwei Wochen empfohlen, bei größeren auch länger. Und hinterher zum Schutz beim Wiedereinstieg in den Sport. Pflanzliche entzündungshemmenden Medikamente werden ebenfalls empfohlen wohingegen entzündungshemmende Schmerzmittel nur kurzzeitig zum Einsatz kommen sollten. Im professionellen Sport werden häufig auch Spritzen eingesetzt, um die Spannung aus dem verhärteten Muskel zu nehmen (Betäubungsmittel und pflanzliche Präparate) und die Heilung zu beschleunigen. „Das Einspritzen von Blutplasma ist jedoch noch umstritten“, so Hirschmüller. Hier sei die Datenlage noch nicht abschließend geklärt.
Fußball, Volleyball, Handball, Unihockey – bei Schmerzen im Fußgelenk die Innenbänder untersuchen | 36. GOTS-Kongress | PM Juni 2021
In schnellen Kontaktsportarten mit vielen Richtungswechseln und Stopps kommt es bei jungen Sportlern häufig zu Problemen am Sprunggelenk. Bei Schmerzen wird zuerst an Außenband-Verletzungen gedacht, doch oft sind die Innenbänder betroffen. Dies wird jedoch häufig nicht gleich erkannt. Deshalb sind Bänder auf der Innenseite des Sprunggelenkes ein Top-Thema auf dem 36. Jahreskongress der GOTS, auf dem sich Hunderte Ärzte, Sportmediziner und Therapeuten aus Europa zu neuesten Entwicklungen austauschen. Prof. Beat Hintermann, Chefarzt und Leiter der Fußchirurgie am Kantonsspital Basel-Land erklärt: „An der Innenseite des Sprunggelenkes befinden sich das sogenannte Delta- und das Spring-Band. Sie werden in Sportarten wie Fußball, Handball, Volleyball oder Unihockey schnell überlastet. Wenn der Fuß nach außen gedreht und dabei nach innen gekippt wird, wenn ein Spieler aus Versehen auf den Fuß des Gegners tritt und abkippt, aber auch wenn man ganz banal einen Fehltritt auf einer Treppe ins Leere ausführt, kann es zu einer Innenrotation mit schmerzhafter Folge kommen. Gerade bei Fußballern, die viel mit dem Innenrist schießen, leiern die Innenbänder schnell aus oder reißen.“ Werden die Verletzungen bagatellisiert, die Schmerzen etwa nur mit Cortison behandelt, kann eine chronische Instabilität zurückbleiben und sich später eine schmerzhafte Arthrose des Sprunggelenks bilden. Kritisch für die Innenbänder ist, dass diese, im Gegensatz zu den Außenbändern, im Stehen belastet werden. Verletzungen der Innenbänder können deshalb spontan schlecht ausheilen. Zwar kann eine kompensatorische Überaktivität des Tibilais posterior-Muskels (hinterer Schienbeinmuskel / tiefer Beuger am Unterschenkel) den Stabilitätsverlust auf der Innenseite eine Zeitlang „verheimlichen“. Die unter der Sportbelastung zunehmenden Schmerzen führen den Sportler aber später doch zum Arzt – häufig erst nach 1 bis 2 Jahren. Die Diagnose einer Innenbandverletzung des Sprunggelenks erfolgt in erster Linie klinisch. Der Fuß knickt typischerweise im Stehen nach innen, wenn die Aktivität des hinteren Schienbeinmuskels nachlässt und der Patient entspannt. Eine Schmerzauslösung bei Palpation des anteromedialen Ecks (Abtasten vorn-mittig) des Sprunggelenks sichert die Diagnose. Für die Behandlung steht die Rekonstruktion der geschädigten Bänder im Vordergrund. Gelegentlich ist eine knöcherne Korrektur (Osteotomie) zum Ausgleich der entstandenen Fehlstellung notwendig. Ein laxes oder chronisch instabiles Sprunggelenk erlaubt in der Supinationsstellung (Hebung des inneren Fußrandes) ein übermäßiges Heranziehen des Fußes. Dadurch wird der Bandapparat des Chopart-Gelenkes besonders beansprucht. Verletzungen der Bänder dieses Gelenkes verlangen dann eine konsequente Ruhigstellung im Gips für 8 Wochen, so Hintermann. Nur dann könne es eine gute Prognose für einen Return in den Sport geben.
So geht GOTS@home – der Kongress 2021 live aus Basel
Während der Kongresspräsident Lukas Weißkopf und sein Team in Zoom-Konferenzen „versinken“ und im Endspurt die letzten Details des GOTS-Kongresses organisieren, wollen wir an dieser Stelle schon mal DANKE sagen. Da die Orga wie am Schnürchen läuft, können Sie liebe Mitglieder und Gäste, den Kongress umso relaxter wahrnehmen. GOTS@home – das heißt: bequem von zuhause oder sogar in den Ferien, gemütlich mit einem kühlen Bier oder schönem Glas Wein jederzeit abrufbar und noch lange nach der Ausstrahlung verfügbar gezielte Auswahl von Themenblöcken oder Vorträgen internationale Topreferenten Spezialthemen: Ski, Tennis, Sehne / Muskel, funktionelle Diagnostik, Wirbelsäule, Sportmedizin exzellentes Physiotherapieprogramm interessante Diskussionsrunden mit 3 Olympiasiegern Preisverleihungen im Live-Format Erweitern Sie ihr Wissen und holen Sie Ihre wertvollen Fortbildungspunkte – bei Bedarf ganz easy im Liegestuhl 🙂 Hier geht es zur Registrierung Kongresspräsident Lukas Weißkopf zeigt,wie gemütlich es auf dem GOTS-Kongress werden könnte – nicht für ihn, aber für alle Zuschauer
36. Jahreskongress der GOTS – POSTER SESSIONS
Besonderheit Posterpräsentation: Die ursprünglich als Poster eingeplanten Beiträge werden bei GOTS@Home im “Elevator Pitch”-Format dargestellt. Mit nur maximal 3 Folien und innerhalb 120 Sekunden muss so die Essenz der wissenschaftlichen Arbeit auf den Punkt gebracht werden. Entsprechend schnell ist die Taktung dieser Sessions – wir freuen uns drauf! Mit Klick auf den jeweiligen Button, gelangst du direkt zum Detailprogramm der Sitzung: hier
36. Jahreskomngress der GOTS – ON DEMAND PHYSIO
Das On-Demand-Programm ist jederzeit während des Kongresses abrufbar. Dabei sind die Sitzungen nicht an Zeiten gebunden, sondern können flexibel aufgerufen werden. Auch nach dem Kongress bleiben die Inhalte verfügbar. Besonderheit Physiotherapie: Das Programm wird in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgruppe für Rehabilitationstraining (sart.ch) organisiert. Workshops und Fallbeispiele mit der Unterstützung vom Schweizerischen Verband für Sportphysiotherapie (sportfisio.ch) runden das Angebot ab. Mit Klick auf den jeweiligen Button, gelangst du direkt zum Detailprogramm der Sitzung: hier