GOTS Young Investigator Award – by Bauerfeind
Abstract-Deadline: 08. Juni 2020!
COVID-19: Return to Play und Ergometrien
Der Wissenschaftsrat der DGSP hat sich in den vergangenen Tagen mit der derzeitigen Situation und Aspekten der Wiederaufnahme von Training, dem Return-to-Play nach positiven Virusnachweis und/oder COVID-19-Erkrankung und Empfehlungen zur Durchführung von Ergometrien befasst. Resultierend aus dieser Arbeit sind 2 Publikationen (Return-to-Play, Ergometrien) mit jeweils zugehöriger deutschsprachiger Kurzform sowie eine Stellungnahme des Wissenschaftsrates entstanden. Die Publikationen in deutscher und englischer Sprache finden Sie unter folgenden Links zur Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin: https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archiv/archive-2020/issue-5/position-stand-return-to-sport-in-the-current-coronavirus-pandemic-sars-cov-2-covid-19/ https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archiv/archive-2020/issue-5/statement-recommendations-for-exercise-testing-in-sports-medicine-during-the-current-pandemic-situation-sars-cov-2-covid-19/ Wir hoffen, Ihnen damit aktuelle und ausreichende Informationen zu derzeit wichtigen sportmedizinischen Aspekten zur Verfügung zu stellen. Eine Aktualisierung der Dokumente ist jeweils auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes vorgesehen.
Sport, Wettkämpfe und elektive OP während der COVID-19-Pandemie
Liebe Mitglieder und Freunde der GOTS, eigentlich wollten wir Sie Ende Juni in Berlin zum jährlichen Höhepunkt unserer Gesellschaft, dem Jahreskongress begrüßen. Leider macht uns eine Virus-Pandemie in diesem Jahr aber einen Strich durch die Rechnung. Eine sichere Durchführung der Veranstaltung ist unter den derzeitigen Bedingungen und behördlichen Auflagen nicht möglich. Als Ende letzten Jahres im weit entfernten chinesischen Wuhan aufgrund einer Häufung von Lungenentzündungen ein bis dahin unbekanntes Corona-Virus (SARS-Cov-2) entdeckt wurde, ahnten wir nicht, zu welcher Krise sich dieser Krankheitsausbruch entwickeln würde. Die von diesem neuartigen Erreger hervorgerufene Lungenerkrankung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schnell mit dem Terminus COVID-19 bezeichnet [9]. Am 11.3.2020 erklärte die WHO den Krankheitsausbruch aufgrund der weltweiten Verbreitung zur Pandemie [9]. SARS-Cov-2 verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, aber auch auf Oberflächen können die Viren über Stunden bis Tage infektiös bleiben [3]. Mehr als 80% der Fälle verlaufen milde oder symptomlos. Dennoch hat diese Viruserkrankung aufgrund der hohen Reproduktionszahl (R=2-3 ohne Gegenmaßnahmen) die Gesundheitssysteme verschiedener Länder an ihre Grenzen gebracht. Besorgniserregend sind schwere Verläufe mit beidseitigen Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen und Tod, die jedoch überwiegend bei älteren Patienten beobachtet werden [3]. Um auch die Gesundheitssysteme der deutschsprachigen Länder zu schützen, wurde versucht mit verschiedenen Maßnahmen die exponentielle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen [3,4]. Zu den Maßnahmen zählen die Abstandsregeln (1,5 m), die Kontaktbeschränkung oder das Tragen von Masken. Diese Maßnahmen sind mit der Ausführung der meisten Sportarten jedoch unvereinbar. Insbesondere in Kontaktsportarten erschien das Infektionsrisiko zu hoch, um eine sichere Fortführung des Sportbetriebes zu gewährleisten. Folge war, dass nahezu alle großen Ligen unterbrochen oder abgebrochen wurden und auch der Vereinssport im Freizeit- und Breitensportbereich insbesondere für Kontaktsportarten nahezu zum Erliegen kam. Zwischenzeitlich waren in allen Bundesländern auch die öffentlichen Sportanlagen gesperrt. Für den Hochleistungssport gibt es auf Länderebene vereinzelte Ausnahmen, die allerdings immer mit Auflagen versehen sind. Auch Großereignisse wie die Fußballeuropameisterschaft oder die Olympischen Spiele – Hauptthemen unseres geplanten Jahreskongresses in Berlin – fielen der Pandemie zum Opfer. Für die betroffenen Athleten bedeutet die Verschiebung eines Großereignisses wie die Olympischen Spiele Veränderungen in der Trainingsplanung (veränderter WM-Olympia-Zyklus), in der Lebensplanung (z.B. erneute Verschiebung eines Studiums) und finanzielle Unsicherheiten (Wegfall von Sponsoren?) [8]. Auch Fragen hinsichtlich der erneuten Olympiaqualifikation müssen gestellt werden (sind 2021 wirklich die besten Athleten am Start?) [8]. Selbst für das nächste Jahr ist es fraglich, ob die Olympischen Spiele ohne einen wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 stattfinden können. Im Leistungssportbereich müssen ferner Wege gefunden werden, wie die Sportler auch während der Krise sicher trainieren können, um den Trainingszustand aufrecht zu erhalten (Tabelle 1). Aber auch im Breitensportbereich ist ein kompletter Verzicht auf körperliche Aktivität mit dem Ziel die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, falsch. Maßnahmen wie die Verlagerung von Bürotätigkeiten in das „Homeoffice“ schränkt das übliche, meist zu geringe Bewegungspensum weiter ein. Dabei gilt es als erwiesen, dass körperliche Aktivität die Leistung unseres Immunsystems verbessert und kardiovaskuläre Risiken oder das Risiko an Diabetes zu erkranken mindert [5]. Da die Pandemie wahrscheinlich mehrere Monate dauern wird und ggf. auch mit einer zweiten Welle gerechnet werden kann [4], ist es jetzt die Aufgabe der Sportmedizin, für den Leistungssport aber auch für den Breitensport einen bestmöglichen Umgang mit der aktuellen Pandemie zu definieren. Die bisher ausgesprochenen Empfehlungen umfassen allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder die Händedesinfektion, Training möglichst allein oder in kleinen Gruppen, Training im Freien, Meiden öffentlicher Duschen und Umkleideräume, Training mit den gleichen Personen bis zur Reisewarnung (Tabelle 1) [5]. Beim Training im Freien sollte darauf geachtet werden, dass die Atemwege möglichst warmgehalten werden, da Kälte die Abwehrfunktion der Schleimhäute stört [5]. Allgemeingültige Abstandsregeln (1,5m) können sich in bestimmten Sportarten mit höheren Geschwindigkeiten (z.B. Laufen, Radfahren) jedoch als unbrauchbar erweisen. Hier können mitunter auch weitere Abstände erforderlich sein, um eine Inhalation viral kontaminierter Aerosole zu verhindern. Auch die Veränderung von Startregeln (z.B. im Triathlon) kann diskutiert werden [8]. Der Gebrauch von Masken – unter sportlichen Bedingungen auf dem Spielfeld unpraktisch und vielleicht auch gefährlich – kann bei Fahrten im Mannschaftsbus durchaus sinnvoll sein [4,8]. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung kann das Immunsystem unterstützen. Aber auch auf die Sporttraumatologie hatte die SARS-Cov-2-Pandemie erhebliche Auswirkungen. Es wurde empfohlen, elektive Operationen zu verschieben, um Recourcen für die Bekämpfung der Pandemie zu verlagern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden [1,2]. Elektive Operationen dienen der Therapie chronischer Probleme, deren Durchführung verzögert werden kann, ohne den Patienten oder das endgültige Ergebnis wesentlich zu schädigen. Obwohl bei einigen Personen ein Argument für die Notwendigkeit einer Operation aufgrund von Schmerzen oder Funktionsstörungen besteht, ist das entscheidende Prinzip, dass eine Verzögerung der Behandlung das endgültige Ergebnis nicht wesentlich verändert. Solche Operationen umfassen typischerweis den Gelenkersatz, Wirbelsäulenfusionen aber auch Operationen bei chronischen Gelenkerkrankungen (z. B. Rotatorenmanschettenrisse, chronische Instabilitäten des Kniegelenks, Knorpelschäden). Einige dieser Operationen fallen auch in den sporttraumatologischen Bereich. Abbildung 1: Phasen der Pandemie im Hinblick auf das Gesundheitssystem. Die schwarze Linie zeigt eine Entwicklung, in der die Kapazität des Gesundheitssystems (Zahl der Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit) erreicht wird. Die rote Linie zeigt in etwa die Entwicklung der Pandemie in Deutschland bis Anfang Mai. Damit ist bis zu diesem Zeitpunkt die Kapazität des Gesundheitssystems (Phase 3) nicht erreicht gewesen [4]. In Anbetracht einer wettkampffreien Zeit stellt sich für viele Athleten nun die Frage, ob evtl. anstehende elektive Operationen nicht gerade jetzt durchgeführt werden können. Um diese Frage auch unter ethischen Gesichtspunkten zu beantworten, darf die Operationsindikation nicht nur auf den Terminus elektiv fixiert werden. Es sollten ferner die von verschiedenen orthopädischen Fachgesellschaften (DGOU, DKG, ESSKA, AAOS) vorgeschlagenen Phasen der Pandemie sowie die Konkurrenz der Operation mit den Recourcen zur Pandemiebekämpfung in Erwägung gezogen werden [4]. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird die Pandemie in verschiedene Phasen eingeteilt (Abb. 1). Danach sollte nur in der Phase 3, in der die Kapazität des Gesundheitssystems erreicht wurde, komplett auf elektive Operationen verzichtet werden [4]. Selbst in Phase zwei können bestimmte elektive Operationen durchgeführt werden, wenn z.B. akute Beschwerden oder Schmerzen oder die fehlende Belastungsfähigkeit der unteren Extremität als Grund vorliegen [2]. Wichtig ist auch zu beachten, ob das
Absage des 35. Jahreskongresses der GOTS in Berlin
Liebe Mitglieder der GOTS, bis zum Schluss haben wir gekämpft, doch nun ist es traurige Wirklichkeit: unser 35. GOTS Jahreskongress kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Als Verband bedauern wir die Absage von Intercongress sehr. Aber bei den derzeit beauflagten Abstandsregeln in Berlin und bundesweit war es auch für den Veranstalter nicht mehr möglich, unseren doch sehr großen Kongress durchzuführen. Über 600 Teilnehmer sollten kommen, 86 Abstracts waren eingereicht, 109 Referenten aus dem In- und Ausland waren geladen. Das wissenschaftliche Programm war fertig, die Industrie hatte in großem Umfang gebucht, die Aktionen und Abendprogramme waren durchorganisiert. Wir werden es vermissen, in diesem Jahr viele Kollegen persönlich zu treffen, unsere Networking-Runden, den direkten zwischenmenschlichen Austausch. Aber als Sportmediziner gilt es nicht zu verzweifeln, sondern den Blick gemeinsam nach vorn zu richten. Zunächst heißt es erst einmal „Auf Wiedersehen 2021 in Basel“. Unser 36. Jahreskongress – ja, die Zahl bleibt – wird schon seit einiger Zeit intensiv von den Schweizer Kollegen rund um Vorstandmitglied Lukas Weisskopf vorbereitet. 2022 holen wir dann unseren Kongress in Berlin nach – Versprochen! Natürlich auf aktuellem medizinischem Stand aller Symposien, Vorträge, Workshops. Wir werden die Zeit außerdem nutzen, um das Kongresskonzept weiter auszubauen. Inzwischen wird sich unser Verband zunehmend auch digitalen Strategien widmen. Webinare, online-Schulungsprogramme, digitale Studieninhalte und vieles mehr, sollen in der Zukunft einen großen Anteil an Fort- und Weiterbildungen haben. Diese Formate sollen und werden jedoch niemals Kongresse, Symposien und Sportorthopädische Veranstaltungen mit persönlichem Kontakt und Austausch ersetzen. Sie sollen vielmehr ergänzend zu den bisherigen Veranstaltungsformen etabliert werden. So werden wir Sie Schritt für Schritt in den nächsten Wochen und Monaten informieren, wo wir Neues aufbauen konnten. Für alle, die doch noch einen kleinen Eindruck des vororganisierten Kongresses 2020 bekommen möchten, wollen wir eine Art kleinen „online-Kongress“ anbieten. Dieser soll zum einen aus verschiedenen Webinaren zu Prävention, OSG – Instabilitäten, Wirbelsäule und Knieverletzungen im Vorfeld bestehen. Zum eigentlichen „Kongress-Tag“ gibt es dann ausgewählte Übersichtsreferate und auch ausgewählte freie Vorträge. Dazu kommt eine Sitzung zur Vergabe der GOTS-Forschungsförderung mit Vorstellung des Projektes und die Vergabe des Young Investigator Award. Wir werden Sie so zeitnah, wie möglich über Themen, LogIn und Termine informieren. Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie – auch in Krisenzeiten – ein Teamplayer. Ihre Prof. Wolf Petersen | Dr. Thore Zantop | Prof. Romain Seil Kongresspräsident 2020 | Kongress-Sekretär 2020 | GOTS Präsident Statement von Intercongress zur Absage des 35. GOTS-Jahreskongresses: „Die Senatsbeschlüsse der Stadt Berlin zu Veranstaltungsverboten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie verhindern die, vom 18.-19. Juni 2020, geplante Durchführung des 35. Jahreskongresses der GOTS. Insbesondere die auferlegten Abstands- und Hygieneregeln sprengen die zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten und nehmen dem Kongresserlebnis, geprägt von persönlichen Begegnungen und intensivem Austausch, allen Charme. Nach Absprache mit allen Beteiligten, insbesondere dem Kongresspräsident Prof. Dr. med. Wolf Petersen und dem GOTS-Vorstand, sehen wir uns daher gezwungen, den Kongress aufgrund höherer Gewalt abzusagen. Wir, Intercongress, als Kongressorganisation und Veranstalter, bedauern sehr, dass wir uns dieses Jahr in Berlin nicht sehen können, freuen uns aber umso mehr auf das nächste Treffen vom 1. – 3. Juli 2021 in Basel! Alle bereits angemeldeten Teilnehmenden, Vortragenden und Ausstellenden erhalten von uns in Kürze nähere Informationen zum weiteren Vorgehen. Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Verständnis! Bleiben Sie gesund!“
Verletzt im Sattel: Mit welchen Traumata plagen sich Reiter?
GOTS-Newsletter Mai 2020
Mit Sport gegen den unsichtbaren Feind:
GOTS-Newsletter April 2020
Corona-Statement des GOTS-Vorstandes
Liebe Mitglieder der GOTS, Die COVID-19-Pandemie hat auch uns in den deutschsprachigen Ländern erreicht und zu einem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens geführt. Einige Kollegen in Italien sind im Rahmen ihres medizinischen Einsatzes an den Folgen der COVID-19-Infektion gestorben. Kollegen in den östlichen französischen Regionen, in Paris und in Spanien kämpfen zusammen mit dem medizinischen Personal um das Leben vieler Patienten. In den deutschsprachigen Ländern, in denen die intensivmedizinischen Ressourcen in der Regel größer sind, ist die Lage in den meisten Kliniken noch überschaubar. Viele von uns sind in den Krisenstäben der Kliniken aktiv und haben die medizinische Herausforderung bestmöglich vorbereitet. Andere Kollegen dürfen ihre Patienten derzeit aufgrund der Gesetzeslage nicht oder nur sehr eingeschränkt versorgen. Mit großer Solidarität geben wir wichtige medizinische Informationen weiter und halten national sowie über Grenzen hinweg den täglichen telefonischen Austausch. Wir wünschen Ihnen allen für diese außergewöhnliche Zeit die notwendige Kraft und Ausdauer, die neuen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und dabei gesund zu bleiben! Bereits jetzt richten wir aber auch den Blick auf die Zeit nach der Bewältigung der COVID-19-Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden trotz bestmöglicher staatlicher Sicherungsmaßnahmen viele negative Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Mit körperlicher Aktivität und Sport können wir diese Probleme sicher nicht allein lösen. Aber das Sporttreiben kann eine sehr wichtige Rolle beim Meistern der anstehenden Herausforderungen spielen. Sporttreiben erhöht nicht nur die Widerstandskraft gegen die Erreger und sichert die Gesunderhaltung der Bevölkerung. Durch Sporttreiben wird das Selbstwertgefühl gestärkt, der konstruktive Umgang mit Niederlagen, wie auch der Coronapandemie, verbessert und solidarisches Handeln gefördert. Gemeinsames Sporttreiben nach Überwindung der Coronapandemie kann für uns und unsere Patienten wieder Freude und Spaß nach überstandenem Leid zurückbringen. In dieser außergewöhnlichen Zeit wissen wir heute nicht, wie es auf allen Ebenen weitergeht: ob unser GOTS-Kongress, den Wolf Petersen und Thore Zantop mit dem GOTS-Team und Intercongress vorbereitet haben, stattfinden kann. Wir bitten Sie um Verständnis und hoffen auf solidarisches gemeinschaftsorientiertes Verhalten während und nach der Pandemie! Herzlichst Ihre Romain Seil (GOTS Präsident) | Martin Engelhardt (GOTS Schriftführer)
Stoßwellentherapie in der Orthopädie und Traumatologie – Evidenz und Trends
GOTS-Newsletter März 2020
GOTS Young Academy – viele Veranstaltungen 2020 fallen wegen COVID-19-Pandemie aus
Die GOTS Young Academy hatte für 2020 wieder viele eigene Veranstaltungen am Start. Wegen der Corona-Pandemie sind der OTP Kurs in Neusiedl (24.-25.4.), der Workshop in Neumünster (25.4.) und in Innsbruck (1.5.) abgesagt. Ersatztermine gibt es derzeit noch nicht. Neue Termine werden allerdings nicht vor Herbst 2020 eingeplant. Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald wir neue Termine haben.
Vom Bürostuhl auf die Piste – wann Ski alpin gefährlich wird | PM Februar 2020
Der Winterurlaub in Deutschland, Österreich und der Schweiz fängt für viele im Februar an. Millionen Freizeitsportler wedeln dann bis März/April mit viel Spaß wieder die weißen Pisten hinunter. Die meisten von ihnen – nur eine Woche im Jahr. Grundsätzlich ist der Sport gesund, doch ohne ausreichende Vorbereitung kann es gefährlich werden! Rund 20 Millionen Wintersportler sind allein im Alpenraum pro Saison unterwegs, dabei passieren über 163.000 registrierte Skiunfälle. Viele Untrainierte unterschätzen die Muskelaktivität bei diesem Sport. Aber es gibt noch andere Faktoren: rund jeder Zweite Skifahrer benutzt Bindungen, die nicht optimal eingestellt sind oder sogar außerhalb der Toleranz liegen. Außerdem steigt die Frequenz und Geschwindigkeit auf den Skipisten ständig an. Viele wägen sich mit Schutzhelmen und Rückenprotektoren in einer scheinbaren Unverletzlichkeit. Die meisten Stürze passieren wegen zu hoher Fahrgeschwindigkeit, unkontrollierter Fahrweise in Rücklage oder durch Kollision zweier Skifahrer. Dazu kommen noch Drehstürze, die häufig aus einer extrem vorsichtigen Fahrweise mit sehr geringem Tempo entstehen. Hierbei löst die Bindung aufgrund fehlender äußerer Kräfte nicht aus. „Grundsätzlich sind Verletzungen des Kniegelenkes am häufigsten, bei Frauen zwischen 40 und 50 Prozent, bei Männern bei ca. 30 Prozent. Dafür haben die Männer im Vergleich zu Frauen häufiger Schulterverletzungen aufgrund eines rasanteren Fahrstils mit stärkerer Kurvenlage und dadurch bedingt häufigeren Stürzen“, erklärt PD Dr. med. Peter Brucker, Leitender DSV-Mannschaftsarzt der Deutschen Ski-Nationalmannschaft alpin. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in München ist Diplom-Sportlehrer, Staatlich geprüfter Skilehrer und spezialisiert auf Knieverletzungen. Die klassischen Knieverletzungen beim Ski alpin sind vordere Kreuzband- und Seitenbandrisse sowie Meniskusverletzungen. Eine Rekonvaleszenz kann hierbei sehr langwierig sein. Nicht selten kommt es zu Stürzen der Skifahrer, weil der Bewegungsapparat nicht ausreichend trainiert und überbeansprucht ist. „Insbesondere die Rumpf- und Beinmuskulatur ist nicht genügend auf die spezifische Belastung des alpinen Skifahrens vorbereitet. Viele merken nicht rechtzeitig, dass sie mit ihren Kräften am Ende sind und dann ist sprichwörtlich gesehen die „letzte Abfahrt“ die letzte Fahrt für eine lange Zeit.“ Brucker nennt drei Punkte, die für das Skifahren wichtig sind: „Erstens braucht es eine gute Vorbereitung mit Training der Grundlagen- und Kraftausdauer, konsequent über das ganze Jahr hindurch. Sollte man im Sommer hier nachlässig gewesen sein, so kann man jedoch zum nahenden Winter auch kurzfristig innerhalb weniger Wochen durch ein gezieltes und skisportspezifisches Krafttraining noch viel herausholen und damit zumindest nicht vollkommen untrainiert in den Skiurlaub starten. Zweitens ist eine unmittelbare Vorbereitung auf den Skitag, z.B. mit einem Aufwärmprogramm absolut sinnvoll, um nicht die kalte Muskulatur und die „eingerosteten“ Gelenke durch die äußeren Kräfte, die beim Skisport auftreten, zu gefährden. Dies muss nicht zwingend als typisches Aufwärmprogramm auf der Piste ohne Ski sein. Ein bewusstes, tempokontrolliertes Warmfahren mit verschiedenen Übungsformen und Anspannen der für das Skifahren wichtigen Muskelgruppen erfüllt hier das gleiche Ziel. Und drittens ist eine saubere Skitechnik, insbesondere das Vermeiden einer unkontrollierten Rücklage, unabdingbar.“ Zur Vorbereitung zum Skifahren gilt es vor allem zwei wichtige Aspekte zu berücksichtigen. „Vor allem die vordere, aber auch die hintere Oberschenkelmuskulatur sollte trainiert werden, zum Beispiel durch Rad- oder Mountainbike fahren, Laufen, Treppen steigen oder auch Beinpresse bzw. andere funktionelle Bein-Trainingsformen, z.B. Nordic Hamstrings. Der zweite Schwerpunkt liegt im Bereich des Rumpfes. Für einen stabilen Rumpf müssen vor allem die gerade Rücken- und Bauchmuskulatur, zusätzlich auch die seitliche und schräge Muskulatur am Rumpf gezielt trainiert werden“, so der GOTS-Mediziner. Wenn dann noch zusätzlich die Skibindung jedes Jahr vor dem Skiurlaub auf ihre Funktion und Auslösewerte überprüft wird, dann hat der Ski-Freizeitsportler wesentliche Risikofaktoren für unnötige Skiverletzungen minimiert. Die allgemeinen Pisten-Tipps der GOTS: Vorbereitung auf die Skisaison in den Sommer-/Herbstmonaten und zu Beginn des jeweiligen Skitages Dem Leistungslevel angepasstes Fahrtempo und saubere Skitechnik Ausreichend Pausen, damit die beim Skifahren stark beanspruchte Muskulatur sich wieder erholen kann Genügende Flüssigkeitsaufnahme während des Skitages Bei auftretender Ermüdung mit schweren und „brennenden“ Beinen (Oberschenkel) rechtzeitige Beendigung des Skitages Kein Fahren mit Alkohol („Aprés-Ski“ heißt NACH ! dem Skifahren)