Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

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Sport, Wettkämpfe und elektive OP während der COVID-19-Pandemie

Liebe Mitglieder und Freunde der GOTS, eigentlich wollten wir Sie Ende Juni in Berlin zum jährlichen Höhepunkt unserer Gesellschaft, dem Jahreskongress begrüßen. Leider macht uns eine Virus-Pandemie in diesem Jahr aber einen Strich durch die Rechnung. Eine sichere Durchführung der Veranstaltung ist unter den derzeitigen Bedingungen und behördlichen Auflagen nicht möglich. Als Ende letzten Jahres im weit entfernten chinesischen Wuhan aufgrund einer Häufung von Lungenentzündungen ein bis dahin unbekanntes Corona-Virus (SARS-Cov-2) entdeckt wurde, ahnten wir nicht, zu welcher Krise sich dieser Krankheitsausbruch entwickeln würde. Die von diesem neuartigen Erreger hervorgerufene Lungenerkrankung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schnell mit dem Terminus COVID-19 bezeichnet [9]. Am 11.3.2020 erklärte die WHO den Krankheitsausbruch aufgrund der weltweiten Verbreitung zur Pandemie [9]. SARS-Cov-2 verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, aber auch auf Oberflächen können die Viren über Stunden bis Tage infektiös bleiben [3]. Mehr als 80% der Fälle verlaufen milde oder symptomlos. Dennoch hat diese Viruserkrankung aufgrund der hohen Reproduktionszahl (R=2-3 ohne Gegenmaßnahmen) die Gesundheitssysteme verschiedener Länder an ihre Grenzen gebracht. Besorgniserregend sind schwere Verläufe mit beidseitigen Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen und Tod, die jedoch überwiegend bei älteren Patienten beobachtet werden [3]. Um auch die Gesundheitssysteme der deutschsprachigen Länder zu schützen, wurde versucht mit verschiedenen Maßnahmen die exponentielle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen [3,4]. Zu den Maßnahmen zählen die Abstandsregeln (1,5 m), die Kontaktbeschränkung oder das Tragen von Masken. Diese Maßnahmen sind mit der Ausführung der meisten Sportarten jedoch unvereinbar. Insbesondere in Kontaktsportarten erschien das Infektionsrisiko zu hoch, um eine sichere Fortführung des Sportbetriebes zu gewährleisten. Folge war, dass nahezu alle großen Ligen unterbrochen oder abgebrochen wurden und auch der Vereinssport im Freizeit- und Breitensportbereich insbesondere für Kontaktsportarten nahezu zum Erliegen kam. Zwischenzeitlich waren in allen Bundesländern auch die öffentlichen Sportanlagen gesperrt. Für den Hochleistungssport gibt es auf Länderebene vereinzelte Ausnahmen, die allerdings immer mit Auflagen versehen sind. Auch Großereignisse wie die Fußballeuropameisterschaft oder die Olympischen Spiele – Hauptthemen unseres geplanten Jahreskongresses in Berlin – fielen der Pandemie zum Opfer. Für die betroffenen Athleten bedeutet die Verschiebung eines Großereignisses wie die Olympischen Spiele Veränderungen in der Trainingsplanung (veränderter WM-Olympia-Zyklus), in der Lebensplanung (z.B. erneute Verschiebung eines Studiums) und finanzielle Unsicherheiten (Wegfall von Sponsoren?) [8]. Auch Fragen hinsichtlich der erneuten Olympiaqualifikation müssen gestellt werden (sind 2021 wirklich die besten Athleten am Start?) [8]. Selbst für das nächste Jahr ist es fraglich, ob die Olympischen Spiele ohne einen wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 stattfinden können. Im Leistungssportbereich müssen ferner Wege gefunden werden, wie die Sportler auch während der Krise sicher trainieren können, um den Trainingszustand aufrecht zu erhalten (Tabelle 1). Aber auch im Breitensportbereich ist ein kompletter Verzicht auf körperliche Aktivität mit dem Ziel die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, falsch. Maßnahmen wie die Verlagerung von Bürotätigkeiten in das „Homeoffice“ schränkt das übliche, meist zu geringe Bewegungspensum weiter ein. Dabei gilt es als erwiesen, dass körperliche Aktivität die Leistung unseres Immunsystems verbessert und kardiovaskuläre Risiken oder das Risiko an Diabetes zu erkranken mindert [5]. Da die Pandemie wahrscheinlich mehrere Monate dauern wird und ggf. auch mit einer zweiten Welle gerechnet werden kann [4], ist es jetzt die Aufgabe der Sportmedizin, für den Leistungssport aber auch für den Breitensport einen bestmöglichen Umgang mit der aktuellen Pandemie zu definieren. Die bisher ausgesprochenen Empfehlungen umfassen allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder die Händedesinfektion, Training möglichst allein oder in kleinen Gruppen, Training im Freien, Meiden öffentlicher Duschen und Umkleideräume, Training mit den gleichen Personen bis zur Reisewarnung (Tabelle 1) [5]. Beim Training im Freien sollte darauf geachtet werden, dass die Atemwege möglichst warmgehalten werden, da Kälte die Abwehrfunktion der Schleimhäute stört [5]. Allgemeingültige Abstandsregeln (1,5m) können sich in bestimmten Sportarten mit höheren Geschwindigkeiten (z.B. Laufen, Radfahren) jedoch als unbrauchbar erweisen. Hier können mitunter auch weitere Abstände erforderlich sein, um eine Inhalation viral kontaminierter Aerosole zu verhindern. Auch die Veränderung von Startregeln (z.B. im Triathlon) kann diskutiert werden [8]. Der Gebrauch von Masken – unter sportlichen Bedingungen auf dem Spielfeld unpraktisch und vielleicht auch gefährlich – kann bei Fahrten im Mannschaftsbus durchaus sinnvoll sein [4,8]. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung kann das Immunsystem unterstützen. Aber auch auf die Sporttraumatologie hatte die SARS-Cov-2-Pandemie erhebliche Auswirkungen. Es wurde empfohlen, elektive Operationen zu verschieben, um Recourcen für die Bekämpfung der Pandemie zu verlagern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden [1,2]. Elektive Operationen dienen der Therapie chronischer Probleme, deren Durchführung verzögert werden kann, ohne den Patienten oder das endgültige Ergebnis wesentlich zu schädigen. Obwohl bei einigen Personen ein Argument für die Notwendigkeit einer Operation aufgrund von Schmerzen oder Funktionsstörungen besteht, ist das entscheidende Prinzip, dass eine Verzögerung der Behandlung das endgültige Ergebnis nicht wesentlich verändert. Solche Operationen umfassen typischerweis den Gelenkersatz, Wirbelsäulenfusionen aber auch Operationen bei chronischen Gelenkerkrankungen (z. B. Rotatorenmanschettenrisse, chronische Instabilitäten des Kniegelenks, Knorpelschäden). Einige dieser Operationen fallen auch in den sporttraumatologischen Bereich.   Abbildung 1: Phasen der Pandemie im Hinblick auf das Gesundheitssystem. Die schwarze Linie zeigt eine Entwicklung, in der die Kapazität des Gesundheitssystems (Zahl der Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit) erreicht wird. Die rote Linie zeigt in etwa die Entwicklung der Pandemie in Deutschland bis Anfang Mai. Damit ist bis zu diesem Zeitpunkt die Kapazität des Gesundheitssystems (Phase 3) nicht erreicht gewesen [4].           In Anbetracht einer wettkampffreien Zeit stellt sich für viele Athleten nun die Frage, ob evtl. anstehende elektive Operationen nicht gerade jetzt durchgeführt werden können. Um diese Frage auch unter ethischen Gesichtspunkten zu beantworten, darf die Operationsindikation nicht nur auf den Terminus elektiv fixiert werden. Es sollten ferner die von verschiedenen orthopädischen Fachgesellschaften (DGOU, DKG, ESSKA, AAOS) vorgeschlagenen Phasen der Pandemie sowie die Konkurrenz der Operation mit den Recourcen zur Pandemiebekämpfung in Erwägung gezogen werden [4]. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird die Pandemie in verschiedene Phasen eingeteilt (Abb. 1). Danach sollte nur in der Phase 3, in der die Kapazität des Gesundheitssystems erreicht wurde, komplett auf elektive Operationen verzichtet werden [4]. Selbst in Phase zwei können bestimmte elektive Operationen durchgeführt werden, wenn z.B. akute Beschwerden oder Schmerzen oder die fehlende Belastungsfähigkeit der unteren Extremität als Grund vorliegen [2]. Wichtig ist auch zu beachten, ob das

Absage des 35. Jahreskongresses der GOTS in Berlin

  Liebe Mitglieder der GOTS, bis zum Schluss haben wir gekämpft, doch nun ist es traurige Wirklichkeit: unser 35. GOTS Jahreskongress kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Als Verband bedauern wir die Absage von Intercongress sehr. Aber bei den derzeit beauflagten Abstandsregeln in Berlin und bundesweit war es auch für den Veranstalter nicht mehr möglich, unseren doch sehr großen Kongress durchzuführen. Über 600 Teilnehmer sollten kommen, 86 Abstracts waren eingereicht, 109 Referenten aus dem In- und Ausland waren geladen. Das wissenschaftliche Programm war fertig, die Industrie hatte in großem Umfang gebucht, die Aktionen und Abendprogramme waren durchorganisiert. Wir werden es vermissen, in diesem Jahr viele Kollegen persönlich zu treffen, unsere Networking-Runden, den direkten zwischenmenschlichen Austausch. Aber als Sportmediziner gilt es nicht zu verzweifeln, sondern den Blick gemeinsam nach vorn zu richten. Zunächst heißt es erst einmal „Auf Wiedersehen 2021 in Basel“. Unser 36. Jahreskongress – ja, die Zahl bleibt – wird schon seit einiger Zeit intensiv von den Schweizer Kollegen rund um Vorstandmitglied Lukas Weisskopf vorbereitet. 2022 holen wir dann unseren Kongress in Berlin nach – Versprochen! Natürlich auf aktuellem medizinischem Stand aller Symposien, Vorträge, Workshops. Wir werden die Zeit außerdem nutzen, um das Kongresskonzept weiter auszubauen. Inzwischen wird sich unser Verband zunehmend auch digitalen Strategien widmen. Webinare, online-Schulungsprogramme, digitale Studieninhalte und vieles mehr, sollen in der Zukunft einen großen Anteil an Fort- und Weiterbildungen haben. Diese Formate sollen und werden jedoch niemals Kongresse, Symposien und Sportorthopädische Veranstaltungen mit persönlichem Kontakt und Austausch ersetzen. Sie sollen vielmehr ergänzend zu den bisherigen Veranstaltungsformen etabliert werden. So werden wir Sie Schritt für Schritt in den nächsten Wochen und Monaten informieren, wo wir Neues aufbauen konnten. Für alle, die doch noch einen kleinen Eindruck des vororganisierten Kongresses 2020 bekommen möchten, wollen wir eine Art kleinen „online-Kongress“ anbieten. Dieser soll zum einen aus verschiedenen Webinaren zu Prävention, OSG – Instabilitäten, Wirbelsäule und Knieverletzungen im Vorfeld bestehen. Zum eigentlichen „Kongress-Tag“ gibt es dann ausgewählte Übersichtsreferate und auch ausgewählte freie Vorträge. Dazu kommt eine Sitzung zur Vergabe der GOTS-Forschungsförderung mit Vorstellung des Projektes und die Vergabe des Young Investigator Award. Wir werden Sie so zeitnah, wie möglich über Themen, LogIn und Termine informieren. Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie – auch in Krisenzeiten – ein Teamplayer. Ihre Prof. Wolf Petersen        |      Dr. Thore Zantop            |         Prof. Romain Seil Kongresspräsident 2020  |      Kongress-Sekretär 2020  |           GOTS Präsident   Statement von Intercongress zur Absage des 35. GOTS-Jahreskongresses: „Die Senatsbeschlüsse der Stadt Berlin zu Veranstaltungsverboten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie verhindern die, vom 18.-19. Juni 2020, geplante Durchführung des 35. Jahreskongresses der GOTS. Insbesondere die auferlegten Abstands- und Hygieneregeln sprengen die zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten und nehmen dem Kongresserlebnis, geprägt von persönlichen Begegnungen und intensivem Austausch, allen Charme. Nach Absprache mit allen Beteiligten, insbesondere dem Kongresspräsident Prof. Dr. med. Wolf Petersen und dem GOTS-Vorstand, sehen wir uns daher gezwungen, den Kongress aufgrund höherer Gewalt abzusagen. Wir, Intercongress, als Kongressorganisation und Veranstalter, bedauern sehr, dass wir uns dieses Jahr in Berlin nicht sehen können, freuen uns aber umso mehr auf das nächste Treffen vom 1. – 3. Juli 2021 in Basel! Alle bereits angemeldeten Teilnehmenden, Vortragenden und Ausstellenden erhalten von uns in Kürze nähere Informationen zum weiteren Vorgehen. Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Verständnis! Bleiben Sie gesund!“

Corona-Statement des GOTS-Vorstandes

Liebe Mitglieder der GOTS, Die COVID-19-Pandemie hat auch uns in den deutschsprachigen Ländern erreicht und zu einem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens geführt. Einige Kollegen in Italien sind im Rahmen ihres medizinischen Einsatzes an den Folgen der COVID-19-Infektion gestorben. Kollegen in den östlichen französischen Regionen, in Paris und in Spanien kämpfen zusammen mit dem medizinischen Personal um das Leben vieler Patienten. In den deutschsprachigen Ländern, in denen die intensivmedizinischen Ressourcen in der Regel größer sind, ist die Lage in den meisten Kliniken noch überschaubar. Viele von uns sind in den Krisenstäben der Kliniken aktiv und haben die medizinische Herausforderung bestmöglich vorbereitet. Andere Kollegen dürfen ihre Patienten derzeit aufgrund der Gesetzeslage nicht oder nur sehr eingeschränkt versorgen. Mit großer Solidarität geben wir wichtige medizinische Informationen weiter und halten national sowie über Grenzen hinweg den täglichen telefonischen Austausch. Wir wünschen Ihnen allen für diese außergewöhnliche Zeit die notwendige Kraft und Ausdauer, die neuen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und dabei gesund zu bleiben! Bereits jetzt richten wir aber auch den Blick auf die Zeit nach der Bewältigung der COVID-19-Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden trotz bestmöglicher staatlicher Sicherungsmaßnahmen viele negative Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Mit körperlicher Aktivität und Sport können wir diese Probleme sicher nicht allein lösen. Aber das Sporttreiben kann eine sehr wichtige Rolle beim Meistern der anstehenden Herausforderungen spielen. Sporttreiben erhöht nicht nur die Widerstandskraft gegen die Erreger und sichert die Gesunderhaltung der Bevölkerung. Durch Sporttreiben wird das Selbstwertgefühl gestärkt, der konstruktive Umgang mit Niederlagen, wie auch der Coronapandemie, verbessert und solidarisches Handeln gefördert. Gemeinsames Sporttreiben nach Überwindung der Coronapandemie kann für uns und unsere Patienten wieder Freude und Spaß nach überstandenem Leid zurückbringen. In dieser außergewöhnlichen Zeit wissen wir heute nicht, wie es auf allen Ebenen weitergeht: ob unser GOTS-Kongress, den Wolf Petersen und Thore Zantop mit dem GOTS-Team und Intercongress vorbereitet haben, stattfinden kann. Wir bitten Sie um Verständnis und hoffen auf solidarisches gemeinschaftsorientiertes Verhalten während und nach der Pandemie! Herzlichst Ihre Romain Seil (GOTS Präsident) | Martin Engelhardt (GOTS Schriftführer)

GOTS Young Academy – viele Veranstaltungen 2020 fallen wegen COVID-19-Pandemie aus

Die GOTS Young Academy hatte für 2020 wieder viele eigene Veranstaltungen  am Start. Wegen der Corona-Pandemie sind der OTP Kurs in Neusiedl (24.-25.4.), der Workshop in Neumünster (25.4.) und in Innsbruck (1.5.) abgesagt. Ersatztermine gibt es derzeit noch nicht. Neue Termine werden allerdings nicht vor Herbst 2020 eingeplant. Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald wir neue Termine haben.      

GOTS meets D.A.F. vom 15. bis 16. April 2021

Auch vor der 26. Jahrestagung der Deutschen Assoziation für Fuß- und Sprunggelenk, (ursprünglich vom 13.-14. März 2020 in Osnabrück geplant), hat Corona nicht halt gemacht. Die komplett durchgeplante Veranstaltung findet nun vom 15. bis 16. April 2021 statt. Die GOTS ist mit Gastvorträgen ihrer Experten stark vertreten. Thema des Kongresses: „Fuß und Sport – vom Kind bis zum Senior“. Kindliche und jugendliche Sportverletzungen und Überlastungsschäden, spezifische altersbedingte Verletzungsmuster, Sport mit Arthrose und Prothese, Rehabilitation nach Verletzungen und Operationen an Sprunggelenk und Fuß sowie das zunehmend wichtiger werdende Thema Prävention stehen im Fokus der Jahrestagung. Insgesamt werden über 600 Teilnehmer erwartet. Kongresspräsident ist Prof. Dr. Martin Engelhardt, Schriftführer der GOTS. Ehrengast ist unter anderen Victor Valderrabano, international renommierter Schweizer Fuss- und Sprunggelenkschirurg und ehemaliger Präsident der GOTS. Sein Vortrag: „Schmerzhafter Bone Bruise am Fuß – Therapieoptionen“. Die GOTS als Kooperationspartner des Kongresses organisiert die Teilprogramme „Fuß und Sport“ sowie „Prävention“. Den Vorsitz des Symposiums „Fuß und Sport“ hat Dr. Casper Grim, Vorstand der GOTS, inne. „Low risk und high risk Stressfrakturen am Fuß“, heißt ein weiterer Vortrag von PD Dr. Tilo Hotfiel, Vorstand der GOTS. Er übernimmt auch den Vorsitz „Diagnostik und Knorpelbehandlung“. Aus dem Gastland Japan wird Ehrengast Prof. Dr. Yasuhito Tanaka erwartet, ein Fußspezialist von der Universität Nara, der alten japanischen Kaiserstadt. Zum Programm  

Neues Studium Master of Science „Sportmedizin“ | 5 Semester, berufsbegleitend | ab Herbst 2020

Die Fachrichtung „Sportmedizin“ wird im deutschsprachigen Raum nicht als eigenständige Facharztausbildung angeboten. Deshalb hat die GOTS in Zusammenarbeit mit der Donau-Universität Krems ein interdisziplinäres Masterstudium (5 Semester berufsbegleitend) für Ärzte etabliert. Ein komplexes Weiterbildungskonzept auf aktuellem  wissenschaftlichem Stand gewährleistet eine kompetente medizinische Betreuung von Sportlern aller Leistungsstufen – vom Breiten- bis zum Spitzensport. Das nächste Studium beginnt im Herbst 2020. Es gibt noch einige Plätze. Infos und Kontakt – hier

GOTS-SIGASCOT Fellowship Italien 2019 | Reisebericht

Bergamo – Milano – Florenz – Parma – Rom Zwei intensive Wochen im November im wunderschönen Italien inklusive fünf Stationen mit wunderbaren Begegnungen, wertvollen Erkenntnissen rund um die rekonstruktive Chirurgie des Bewegungsapparates und sehr viel, sehr gutem Essen liegen nun hinter uns. Da wir uns beide noch zu Beginn unserer Spezialisierung befinden, kam diese Art von Travelling Fellowship für uns genau zur richtigen Zeit. Wir durften von hervorragenden Lehrern neue Sichtweisen, Techniken und Perspektiven lernen, die uns für unseren weiteren Weg sehr hilfreich sein werden. Bereits vor unserer Reise erhielten wir einen detaillierten Zeitplan, der unsere Neugier und die Lust auf mehr weckte. Unser Abenteuer begann an einem regnerischen Sonntagabend in Bergamo, wo wir von Francesca de Caro begrüßt und zu einem ersten (von zahlreichen) hervorragenden Abendessen eingeladen wurden. Bei einem guten Glas Wein konnten wir uns kennenlernen und erste Erfahrungen austauschen. Der folgende Morgen begann bereits um 7 Uhr in der privaten Humanitas Klinik in Bergamo, in der Vincenco Madonna und Vincenco Condello nebst dreier weiterer Fachärzte und einem Assistenzarzt den größten Teil der elektiven Orthopädie abdecken. So durften wir an zwei Tagen zahlreiche spannende Operationen miterleben- von der Revisions-Kreuzbandplastik über bilaterale Knie Totalendoprothesen bis hin zu Umstellungsosteotomien und der „Lipogem“ Therapie, in der aus autologem Abdominalfett Stammzellen gewonnen und ins Kniegelenk injiziert wird. Da wir beide unseren Interessensschwerpunkt im Bereich der Kniegelenkschirurgie gelegt haben, traf dieses Programm genau unsere Wünsche und wir konnten bereits gleich zu Beginn spannende Erkenntnisse gewinnen. Der erste Tag endete mit einer kurzen Scientific Session, an der wir eigene Projekte aus den Unispitälern Basel und Wien unseren Gastgebern präsentieren und diskutieren durften, gefolgt von einem ausgezeichneten Abendessen und gutem Rotwein. Dieser Tagesablauf (OP-Präsentationen-Abendessen) wurde uns alsbald zur vertrauten Routine während dieses Fellowships. Nach einer Vormittagssession im OP der Humanitas Klinik hatten wir am zweiten und letzten Tag in Bergamo noch die Möglichkeit bei nasskaltem Wetter die wunderschöne Altstadt Bergamos zu erkunden, bevor es am Abend dann im Regionalzug nach Mailand weiterging. In Mailand angekommen wurden wir am Bahnhof freundlich empfangen um anschließend in den Genuss eines großartigen Essens mit typischen Mailänder Köstlichkeiten mit Paolo Arrigoni und seinem Team zu kommen. Paolo Arrigoni erwies sich als sehr zuvorkommender Gastgeber, der uns am Hotel abholte und mit der Metro direkt ins Gaetano Pini Institut begleitete. Dort erlebten wir sehr spannende arthroskopische Operationen an Schulter und Ellenbogen, bevor am Nachmittag eine sehr gut organisierte Scientific Session mit Dr. Arrigoni und Dr. Berruto und deren Teams folgte. Vom Thema Knie über Schulter und Ellenbogen erfolgte in angenehmer, kollegialer Atmosphäre (versüßt durch die mitgebrachte Schweizer und Österreichische Schokolade) ein angeregter Wissensaustausch. Nach einem erneut sehr gelungenen Abendessen mit gutem Chianti mit Dr. Berruto und seinem Team durften wir den Meister am nächsten Tag im OP bei einer Knie-Totalprothese, einer Unikondylären Prothese sowie einer Subchondroplastie zur Behandlung von Knochenmarködemen, begleiten. Gestärkt durch einen kleinen Snack in einem der ältesten und bekanntesten Panini Ristorantes in Mailand ging es anschließend mit vielen neuen Eindrücken weiter nach Florenz. In dieser Geschichtsträchtigen und wunderschönen Stadt, die uns nun endlich mit freundlicherem (Italien-typischem Wetter) begrüßte, hatten wir dann auch die Gelegenheit unsere Koffer einmal auszupacken, da wir hier insgesamt 4 Tage verbringen durften. Am ersten Abend durften wir Nives Sagramola von der SIGASCOT kennenlernen, die für uns perfekt alles organisiert hatte. Mit ihr hatten wir ein vorzügliches Abendessen in einem wunderschönen kleinen Ristorante zusammen mit Dr. Francesco Giron und seinem Team. Auch wurden wir zu diesem Anlass mit der offiziellen Krawatte der SIGASCOT beschenkt, die wir mit Stolz in Ehren halten. Es folgte ein aus operativer Sicht höchst spannender und lehrreicher Tag im Universitätsklinikum Careggi mit Dr. Giron und Dr. Matassi. Neben einer Multiligament Rekonstruktion (VKB, HKB und LaPrade PLC Rekonstruktion) folgten weitere primäre VKB Rekonstruktionen sowie eine Tuberositas Osteotomie mit anschliessender MPFL Plastik. Noch beeindruckt von den Operationen folgte am Abend eines der kulinarischen Highlights mit Dr. Matassi- das Original Florentinische Bistecca – ein wunderbar zart gegrilltes (riesengroßes) Porterhouse Steak, von dem uns noch heute das Wasser im Munde zusammenläuft. Am Samstag folgte um 10 Uhr eine sehr interessante Scientific Session, bevor Dr. Matassi und Dr. Losco uns an ihrem freien Tag „Ihr Florenz“ zeigten- ein besonderes und einmaliges Erlebnis inklusive privater Führung durch die Kathedrale und das begleitende Museum. Willkommen war uns dann aber auch der folgende Sonntag, der zur freien Verfügung stand. Einmal in Florenz ließen wir es uns selbstverständlich nicht nehmen die Uffizien, Davids Michelangelo und die Schönheit der Stadt zu erkunden, was sich durch den zeitgleich stattfindenden Florenz Marathon etwas erschwert gestaltete. Hier übrigens in Florenz, auf eigene Initiative hin, war es auch, dass wir zum einzigen Mal eine typisch italienische Pizza verspeisen sollten. Am Montag verließen wir Florenz mit vielen positiven Eindrücken um am Abend in Parma unseren nächsten Gastgeber Paolo Adravanti kennenlernen zu dürfen. Nach einer weiteren Präsentation unserer Forschung folgte ein erstes für die Region typisches Abendessen – die Ankündigung des hervorragenden Essens der Emilia Romagna waren absolut nicht übertrieben. Beindruckt waren wir am Folgetag, dass Prof. Adravanti und sein Team an einem Tag insgesamt 11 Operationen in der Privatklinik „Città di Parma“ bewerkstelligten. Wir durften beiwohnen, mit welcher Akribie Prof. Adravanti nebst Endoprothesen, VKB Plastiken und Revisionseingriffe durchführte. Sicherlich eines der Highlights im Hinblick auf die gesehenen Operationen stellte eine chronische Patellarsehnenruptur nach Patellafraktur dar, welche mittels Achillessehnen Allograft aufwendig rekonstruiert wurde. Der Operationstag endete gegen 20.30 Uhr was uns –an Mitteleuropäische Verhältnisse gewöhnt- erst sehr spät in den Genuss von Anolini, Culatello und Casoncelli kommen ließ. Nach einer herzlichen Verabschiedung durch Prof. Adravanti stand der folgende Tag ganz im Zeichen der Scuderia Ferrari- Dr. Dini führte uns ins Ferrari Museum nach Maranello wo sich Kindheitsträume verwirklichten. Den würdigen Abschluss unseres „Giro d`Italia“ stellte die ewige Stadt dar! Rom empfing uns mit strahlendem Sonnenschein und mit erneut sehr herzlichen Gastgebern. Am Donnerstag durften wir im Campus Bio-Medico in Rom Prof. Franceschi im OP folgen, wie er nebst Knie Prothesen auch eine VKB Plastik, Computer-navigierte Schulterendoprothesen sowie Schulter und Kniegelenksarthroskopien absolvierte und uns nach der letzten