Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

Suche

Aktuelles

Nachruf auf Prof. Dr. Bernd Rosemeyer

Prof. Dr.  med. Bernd Rosemeyer wurde am 12.11.1937 in Berlin als Sohn des Rennfahrers Bernd Rosemeyer und der Fliegerin Elly Beinhorn geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters 1938 zog die Familie ins Breisgau, wo er auch 1957 sein Abitur machte. Sein Medizinstudium absolvierte er in Kiel, Innsbruck, München und Freiburg . 1967 begann er seine Tätigkeit in der damaligen Staatlichen Orthopädischen Klinik München-Harlaching unter der Leitung von Prof. Max Lange. Er habilitierte sich 1974 und wurde 1980 apl Professor für Orthopädie. Von 1984 bis 1986 war er nach dem Tod von Prof. Dr. M. Jäger kommissarischer Leiter der Staatlichen Orthopädischen Klinik und später bis 1997 ihr leitender Oberarzt. 1998 wechselte er nach dem Verkauf der Klinik in die Privatklinik Josephinum, wo er bis 2005 tätig war. Zuletzt arbeitete er noch reduziert im Zentrum für Gelenkchirurgie des MVZ am Nordbad. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren Forschungen zur Osteoporose und EMG-Messungen unter anderem zur Sitzhaltung beim Autofahren. Auf diesem Gebiet gibt es bis heute keine besseren Erkenntnisse als die von ihm früh publizierten Schriften. Zudem war er Mitautor vieler wissenschaftlicher Veröffentlichungen und orthopädischer Bücher. In seiner operativen Tätigkeit waren besonders die Kapsel-Bandläsionen  des Kniegelenkes sein Steckenpferd. Er war dabei neuen Konzepten gegenüber immer offen , schätzte aber auch die bewährten Therapieverfahren , die er dann verließ, wenn das Neue sich als „besser“ erwiesen hatte. Als von frühester Kindheit an sportlicher Mensch galt sein großes Interesse immer der Sportorthopädie und Sporttraumatologie. 1986 gründete er zusammen mit einigen Kollegen die GOTS, deren Präsident er auch von 1994 bis 1998 war. Während seiner Präsidentschaft organisierte er dabei  zahlreiche Kongresse und Veranstaltungen. Seit 1997 hat er bis zu seinem Tod regelmässig wissenschaftliche Symposien zu Sportorthopädie, Sporttraumatologie und Allgemeinorthopädie mitgestaltet und seine, schon in der Staatlichen Orthopädischen Klinik hochgeschätzten Vorbereitungskurse für den Facharzt Orthopädie zusammen mit seinen Kollegen und ehemaligen Schülern vom MVZ am Nordbad München sehr erfolgreich bis in dieses Jahr- zuletzt zumindest als Mentor – weitergeführt. Es war ihm immer ein großes Anliegen das Interesse und damit auch das Wissen und praktische Kenntnisse in der Orthopädie und Sportorthopädie an die jüngere Generation weiter zu vermitteln. Dadurch ist er selbst auch immer jung geblieben. Ein Credo seiner Tätigkeit war es immer, daß eine aktive Sportausübung Grundvoraussetzung dafür ist, die sportartspezifischen Probleme von Sportlern zu begreifen. Er konnte dabei bei vielen Sportarten u.a. beim Skispringen, Bungee-Springen, In-line-Skating auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Vor allem im alpinen Skilauf, Motorsport und Golf war er immer sehr aktiv. Sein grosses privates Glück fand er in seiner Familie mit seiner Frau Michaela, geb. Gräfin zu Castell-Rüdenhausen und seinen beiden Kindern Daisy und Bernd, die ihn mittlerweile zum vierfachen und sehr stolzen Großvater gemacht haben. Nach dem viel zu frühen Tod seiner Frau 2011 begann für ihn nach einiger Zeit nochmals ein neuer Lebensabschnitt, der ihn, der früher kein großer Freund des “american way of life” war, an die Westküste Floridas nach Naples brachte, wo er mit seiner Lebensgefährtin Dr. Elisabeth Ott während der letzten Jahre dem kalten deutschen Winter entfloh und auch Gefallen an der entspannteren Lebensweise fand. Bernd Rosemeyer war ein besonderer Mensch, ein humorvoller Grandsegnieur der alten Schule und gleichzeitig Werten wie Disziplin, Pünktlichkeit und Fleiß verbunden. Er war, wie es ein früherer Kollege formulierte und man es nicht treffender sagen könnte, “ein feiner Mensch, zu vornehm um sich in der Medizinpolitik schadhaft zu ereifern” . Bernd Rosemeyer starb am 31.5.2020 im Kreise seiner Familie. Die GOTS kann die Erinnerung an ihn nicht hoch genug halten !

GOTS online Kongress vom 16. bis 18. Juni 2020

Der große GOTS-Live-Kongress muss in diesem Jahr aufgrund der COVID-19 Pandemie ausfallen (wir berichteten). Als kleinen „Ersatz“ gibt es einen GOTS online-Kongress. Vom 16. bis 18. Juni können wertvolle Vorträge und Sitzungen im interaktiven-Live-TV-Format kostenfrei verfolgt werden. LogIn Die Themen: Update Muskelverletzungen (16.6. / 18 Uhr) Die Sportlerleiste (16.6. / 20 Uhr) Arthrose und Sport – Was geht? ( 17.6. / 18 Uhr) Update OSG Verletzungen im Sport (17.6. / 20 Uhr) Back to Sport bei Verletzungen und Erkrankungen der Wirbelsäule (18.6. / 16 Uhr) Update: Corona und Sport (18.6. / 17 Uhr) Vergabe des GOTS „Young investigator award (YIA) by Bauerfeind“ / 6 nominierte Beiträge (18.6. / 18 Uhr) Auszeichnung des Sportarzt des Jahres: Gunter Frenzel – ein Leben für die Sportmedizin (18.6. / 19 Uhr) Vergabe der GOTS Forschungsförderung mit Vorstellung des Projektes und Vergabe des Young Investigator Awards by Bauerfeind (18.6. / 19.15 Uhr) International Highlight Session: „All about knee“ (18.6. /20 Uhr)   Komplette Übersicht   16.6. / 18 Uhr: Update Muskelverletzungen    Moderation: Hotfiel, Thilo Aktuelle Überlegungen zur Muskelkontraktion und Metabolismus und warum wir uns verletzen Hotfiel, Thilo Herausforderung Bildgebung: Möglichkeiten und Grenzen von Sonographie, MRT & Co Fireder Mauch Therapie von Muskelverletzungen und wie vermeide ich Komplikationen? Lukas Weisskopf Kann man Muskelverletzungen verhindern? Raymond Best     16.6. / 20 Uhr: „Die Sportlerleiste“ eine Sitzung der DGH   Moderation: Jens Krüger, Marco Ezechieli Differentialdiagnose Leistenschmerz Jens Krüger Ätiologie, Pathologie und Prävention des FAI Marco Ezechieli Einteilung und Therapie der Knorpel- und Labrumläsionen Stefan Fickert Einfluss der femoralen Torsion und der Hüftdysplasie Christian Gatzka Operative und konservative Therapieoptionen des FAI Jörg Schröder   17.6. / 18 Uhr: Arthrose und Sport: Was geht?  Moderation: T. Tischer Führt Sport zu Arthrose                                             Casper Grim Sport mit beg. Arthrose – sinnvoll?                                       Thomas Tischer Management der Früharthrose bem Sportler?                                       Christian Egloff Osteotomie beim Sportler: Funktioniert das?                                           Wolf Petersen 17.6. / 20 Uhr: Update OSG Verletzungen im Sport Moderation: Jochen Paul Behandlungsalgorithmus mit funktionellen Parametern                                             Ritzmann Onfield Betreuung bei Sportevents                                             Kai Fehske Knorpelschäden                                             Jochen Paul Eignen sich die neuen OSG Prothesen für Sportler ?                                           Victor Valderrabano   18.6. / 16 Uhr: Back to Sport bei Verletzungen und Erkrankungen der Wirbelsäule   Moderation: Wolf Petersen   Das Wirbelsäulentrauma: Eine schicksallhafte Sportverletzung? Ralf Schernberger Zurück zum Hochleistungsport: Kritischer Rückblick eines Olympiasiegers  und seines Arztes Olympiasieger Fabian Hambüchen und Dr. Lutz Graumann   18.6. / 17 Uhr: Update:  Corona und Sport Petersen, B Wolfahrt, H Un Park Einführungsvortrag: Übersicht Corona und Sport: wo stehen wir jetzt Wolf Petersen Auswirkungen der SARS-CoV-2 Pandemie auf den olympischen Sport Bernd Wolfahrt Fußball BuLi unter Pandemiebedingungen: Erfahrungsbericht! Hi Un Park Stopped  on the  road to Tokyo by SARS-COV-2: Olympionik Patrick Hausding Patrik Hausding, Gunter Franzel 18.6. / 18 Uhr: Young investigator award (YIA) by Bauerfeind 6 nominierte Preisvorträge 18.6. / 19 Uhr: Auszeichnung des Sportarzt des Jahres: Gunter Frenzel – ein Leben für die Sportmedizin Moderation und Laudatio: Wolf Petersen, Martin Engelhard   18.6. / 19.15 Uhr: Vergabe der GOTS Forschungsförderung mit Vorstellung des Projektes und Vergabe des Young Investigator Awards by Bauerfeind Engelhard, Petersen   18.6. / 20 Uhr: International Highlight Session: „All about knee“    Moderation: Wolf Petersen  Does knee injury prevention work?! Tim Hewett The Scandinavian cruciate ligament registers: what have we learned? John Karlsson  Trends in the therapy of cartilage damage Stefan Nehrer Three-Dimensional Realignment and Slope Reducing Osteotomy with Anatomic ACL Reconstruction in Patients with Revision Anterior Cruciate Ligament Deficienc Andreas Imhoff https://gots.winglet.live/

Rückblick Erstes Master-Studium „Sportmedizin MSc“

Im Januar diesen Jahres kamen die Teilnehmer des 1. Universitätslehrgangs „Sportmedizin, MSc“ zum letzten gemeinsamen Modul an die Donau-Universität Krems. Unterrichtet wurde von Ethik, Ernährung sowie Recht im Sport bis zur Sportpsychologie in einer Blockveranstaltung zu 5 Tagen. Ein besonders abwechslungs- und aufschlussreiches Tagesprogramm für die Studierenden war das Mental-Training. Auch die Lehrveranstaltung zu Doping- und Antidoping-Maßnahmen im Breiten- und Leistungssport enthielt einen Mehrwert, der sogleich die Leistungsfeststellung darstellte: die NADA Lizenz. Die  Vertreter des Wahlfaches „Orthopädisch, traumatologisch, physikalische Sportmedizin“ wie auch „Leistungsphysiologische, internistische, pädiatrische Sportmedizin“ widmen sich nun im 5. Semester Ihres Studiums dem Verfassen der wissenschaftlichen Abschlussarbeit: der Master Thesis. Diese werden sie im November vor einem ausgewählten Gremium verteidigen, um nach positivem Abschluss den Titel „Master of Science in Sportmedizin“ verliehen zu bekommen. Aktuell hat der 2. Universitätslehrgang die Wahlfachmodule beendet und führt seine Lehrveranstaltungen im Wintersemester gemeinsam mit den Neuzugängen des 3. Universitätslehrganges fort. Für diesen 3. Durchgang gibt es noch einige wenige Studienplätze zu vergeben, weitere Informationen dazu finden Sie unter: www.donau-uni.ac.at/sportmedizin  

COVID-19: Return to Play und Ergometrien

Der Wissenschaftsrat der DGSP hat sich in den vergangenen Tagen mit der derzeitigen Situation und Aspekten der Wiederaufnahme von Training, dem Return-to-Play nach positiven Virusnachweis und/oder COVID-19-Erkrankung und Empfehlungen zur Durchführung von Ergometrien befasst. Resultierend aus dieser Arbeit sind 2 Publikationen (Return-to-Play, Ergometrien) mit jeweils zugehöriger deutschsprachiger Kurzform sowie eine Stellungnahme des Wissenschaftsrates entstanden. Die Publikationen in deutscher und englischer Sprache finden Sie unter folgenden Links zur Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin: https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archiv/archive-2020/issue-5/position-stand-return-to-sport-in-the-current-coronavirus-pandemic-sars-cov-2-covid-19/ https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archiv/archive-2020/issue-5/statement-recommendations-for-exercise-testing-in-sports-medicine-during-the-current-pandemic-situation-sars-cov-2-covid-19/ Wir hoffen, Ihnen damit aktuelle und ausreichende Informationen zu derzeit wichtigen sportmedizinischen Aspekten zur Verfügung zu stellen. Eine Aktualisierung der Dokumente ist jeweils auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes vorgesehen.

Sport, Wettkämpfe und elektive OP während der COVID-19-Pandemie

Liebe Mitglieder und Freunde der GOTS, eigentlich wollten wir Sie Ende Juni in Berlin zum jährlichen Höhepunkt unserer Gesellschaft, dem Jahreskongress begrüßen. Leider macht uns eine Virus-Pandemie in diesem Jahr aber einen Strich durch die Rechnung. Eine sichere Durchführung der Veranstaltung ist unter den derzeitigen Bedingungen und behördlichen Auflagen nicht möglich. Als Ende letzten Jahres im weit entfernten chinesischen Wuhan aufgrund einer Häufung von Lungenentzündungen ein bis dahin unbekanntes Corona-Virus (SARS-Cov-2) entdeckt wurde, ahnten wir nicht, zu welcher Krise sich dieser Krankheitsausbruch entwickeln würde. Die von diesem neuartigen Erreger hervorgerufene Lungenerkrankung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schnell mit dem Terminus COVID-19 bezeichnet [9]. Am 11.3.2020 erklärte die WHO den Krankheitsausbruch aufgrund der weltweiten Verbreitung zur Pandemie [9]. SARS-Cov-2 verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, aber auch auf Oberflächen können die Viren über Stunden bis Tage infektiös bleiben [3]. Mehr als 80% der Fälle verlaufen milde oder symptomlos. Dennoch hat diese Viruserkrankung aufgrund der hohen Reproduktionszahl (R=2-3 ohne Gegenmaßnahmen) die Gesundheitssysteme verschiedener Länder an ihre Grenzen gebracht. Besorgniserregend sind schwere Verläufe mit beidseitigen Lungenentzündungen bis hin zu Lungenversagen und Tod, die jedoch überwiegend bei älteren Patienten beobachtet werden [3]. Um auch die Gesundheitssysteme der deutschsprachigen Länder zu schützen, wurde versucht mit verschiedenen Maßnahmen die exponentielle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen [3,4]. Zu den Maßnahmen zählen die Abstandsregeln (1,5 m), die Kontaktbeschränkung oder das Tragen von Masken. Diese Maßnahmen sind mit der Ausführung der meisten Sportarten jedoch unvereinbar. Insbesondere in Kontaktsportarten erschien das Infektionsrisiko zu hoch, um eine sichere Fortführung des Sportbetriebes zu gewährleisten. Folge war, dass nahezu alle großen Ligen unterbrochen oder abgebrochen wurden und auch der Vereinssport im Freizeit- und Breitensportbereich insbesondere für Kontaktsportarten nahezu zum Erliegen kam. Zwischenzeitlich waren in allen Bundesländern auch die öffentlichen Sportanlagen gesperrt. Für den Hochleistungssport gibt es auf Länderebene vereinzelte Ausnahmen, die allerdings immer mit Auflagen versehen sind. Auch Großereignisse wie die Fußballeuropameisterschaft oder die Olympischen Spiele – Hauptthemen unseres geplanten Jahreskongresses in Berlin – fielen der Pandemie zum Opfer. Für die betroffenen Athleten bedeutet die Verschiebung eines Großereignisses wie die Olympischen Spiele Veränderungen in der Trainingsplanung (veränderter WM-Olympia-Zyklus), in der Lebensplanung (z.B. erneute Verschiebung eines Studiums) und finanzielle Unsicherheiten (Wegfall von Sponsoren?) [8]. Auch Fragen hinsichtlich der erneuten Olympiaqualifikation müssen gestellt werden (sind 2021 wirklich die besten Athleten am Start?) [8]. Selbst für das nächste Jahr ist es fraglich, ob die Olympischen Spiele ohne einen wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 stattfinden können. Im Leistungssportbereich müssen ferner Wege gefunden werden, wie die Sportler auch während der Krise sicher trainieren können, um den Trainingszustand aufrecht zu erhalten (Tabelle 1). Aber auch im Breitensportbereich ist ein kompletter Verzicht auf körperliche Aktivität mit dem Ziel die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern, falsch. Maßnahmen wie die Verlagerung von Bürotätigkeiten in das „Homeoffice“ schränkt das übliche, meist zu geringe Bewegungspensum weiter ein. Dabei gilt es als erwiesen, dass körperliche Aktivität die Leistung unseres Immunsystems verbessert und kardiovaskuläre Risiken oder das Risiko an Diabetes zu erkranken mindert [5]. Da die Pandemie wahrscheinlich mehrere Monate dauern wird und ggf. auch mit einer zweiten Welle gerechnet werden kann [4], ist es jetzt die Aufgabe der Sportmedizin, für den Leistungssport aber auch für den Breitensport einen bestmöglichen Umgang mit der aktuellen Pandemie zu definieren. Die bisher ausgesprochenen Empfehlungen umfassen allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder die Händedesinfektion, Training möglichst allein oder in kleinen Gruppen, Training im Freien, Meiden öffentlicher Duschen und Umkleideräume, Training mit den gleichen Personen bis zur Reisewarnung (Tabelle 1) [5]. Beim Training im Freien sollte darauf geachtet werden, dass die Atemwege möglichst warmgehalten werden, da Kälte die Abwehrfunktion der Schleimhäute stört [5]. Allgemeingültige Abstandsregeln (1,5m) können sich in bestimmten Sportarten mit höheren Geschwindigkeiten (z.B. Laufen, Radfahren) jedoch als unbrauchbar erweisen. Hier können mitunter auch weitere Abstände erforderlich sein, um eine Inhalation viral kontaminierter Aerosole zu verhindern. Auch die Veränderung von Startregeln (z.B. im Triathlon) kann diskutiert werden [8]. Der Gebrauch von Masken – unter sportlichen Bedingungen auf dem Spielfeld unpraktisch und vielleicht auch gefährlich – kann bei Fahrten im Mannschaftsbus durchaus sinnvoll sein [4,8]. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung kann das Immunsystem unterstützen. Aber auch auf die Sporttraumatologie hatte die SARS-Cov-2-Pandemie erhebliche Auswirkungen. Es wurde empfohlen, elektive Operationen zu verschieben, um Recourcen für die Bekämpfung der Pandemie zu verlagern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden [1,2]. Elektive Operationen dienen der Therapie chronischer Probleme, deren Durchführung verzögert werden kann, ohne den Patienten oder das endgültige Ergebnis wesentlich zu schädigen. Obwohl bei einigen Personen ein Argument für die Notwendigkeit einer Operation aufgrund von Schmerzen oder Funktionsstörungen besteht, ist das entscheidende Prinzip, dass eine Verzögerung der Behandlung das endgültige Ergebnis nicht wesentlich verändert. Solche Operationen umfassen typischerweis den Gelenkersatz, Wirbelsäulenfusionen aber auch Operationen bei chronischen Gelenkerkrankungen (z. B. Rotatorenmanschettenrisse, chronische Instabilitäten des Kniegelenks, Knorpelschäden). Einige dieser Operationen fallen auch in den sporttraumatologischen Bereich.   Abbildung 1: Phasen der Pandemie im Hinblick auf das Gesundheitssystem. Die schwarze Linie zeigt eine Entwicklung, in der die Kapazität des Gesundheitssystems (Zahl der Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit) erreicht wird. Die rote Linie zeigt in etwa die Entwicklung der Pandemie in Deutschland bis Anfang Mai. Damit ist bis zu diesem Zeitpunkt die Kapazität des Gesundheitssystems (Phase 3) nicht erreicht gewesen [4].           In Anbetracht einer wettkampffreien Zeit stellt sich für viele Athleten nun die Frage, ob evtl. anstehende elektive Operationen nicht gerade jetzt durchgeführt werden können. Um diese Frage auch unter ethischen Gesichtspunkten zu beantworten, darf die Operationsindikation nicht nur auf den Terminus elektiv fixiert werden. Es sollten ferner die von verschiedenen orthopädischen Fachgesellschaften (DGOU, DKG, ESSKA, AAOS) vorgeschlagenen Phasen der Pandemie sowie die Konkurrenz der Operation mit den Recourcen zur Pandemiebekämpfung in Erwägung gezogen werden [4]. Nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird die Pandemie in verschiedene Phasen eingeteilt (Abb. 1). Danach sollte nur in der Phase 3, in der die Kapazität des Gesundheitssystems erreicht wurde, komplett auf elektive Operationen verzichtet werden [4]. Selbst in Phase zwei können bestimmte elektive Operationen durchgeführt werden, wenn z.B. akute Beschwerden oder Schmerzen oder die fehlende Belastungsfähigkeit der unteren Extremität als Grund vorliegen [2]. Wichtig ist auch zu beachten, ob das

Absage des 35. Jahreskongresses der GOTS in Berlin

  Liebe Mitglieder der GOTS, bis zum Schluss haben wir gekämpft, doch nun ist es traurige Wirklichkeit: unser 35. GOTS Jahreskongress kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Als Verband bedauern wir die Absage von Intercongress sehr. Aber bei den derzeit beauflagten Abstandsregeln in Berlin und bundesweit war es auch für den Veranstalter nicht mehr möglich, unseren doch sehr großen Kongress durchzuführen. Über 600 Teilnehmer sollten kommen, 86 Abstracts waren eingereicht, 109 Referenten aus dem In- und Ausland waren geladen. Das wissenschaftliche Programm war fertig, die Industrie hatte in großem Umfang gebucht, die Aktionen und Abendprogramme waren durchorganisiert. Wir werden es vermissen, in diesem Jahr viele Kollegen persönlich zu treffen, unsere Networking-Runden, den direkten zwischenmenschlichen Austausch. Aber als Sportmediziner gilt es nicht zu verzweifeln, sondern den Blick gemeinsam nach vorn zu richten. Zunächst heißt es erst einmal „Auf Wiedersehen 2021 in Basel“. Unser 36. Jahreskongress – ja, die Zahl bleibt – wird schon seit einiger Zeit intensiv von den Schweizer Kollegen rund um Vorstandmitglied Lukas Weisskopf vorbereitet. 2022 holen wir dann unseren Kongress in Berlin nach – Versprochen! Natürlich auf aktuellem medizinischem Stand aller Symposien, Vorträge, Workshops. Wir werden die Zeit außerdem nutzen, um das Kongresskonzept weiter auszubauen. Inzwischen wird sich unser Verband zunehmend auch digitalen Strategien widmen. Webinare, online-Schulungsprogramme, digitale Studieninhalte und vieles mehr, sollen in der Zukunft einen großen Anteil an Fort- und Weiterbildungen haben. Diese Formate sollen und werden jedoch niemals Kongresse, Symposien und Sportorthopädische Veranstaltungen mit persönlichem Kontakt und Austausch ersetzen. Sie sollen vielmehr ergänzend zu den bisherigen Veranstaltungsformen etabliert werden. So werden wir Sie Schritt für Schritt in den nächsten Wochen und Monaten informieren, wo wir Neues aufbauen konnten. Für alle, die doch noch einen kleinen Eindruck des vororganisierten Kongresses 2020 bekommen möchten, wollen wir eine Art kleinen „online-Kongress“ anbieten. Dieser soll zum einen aus verschiedenen Webinaren zu Prävention, OSG – Instabilitäten, Wirbelsäule und Knieverletzungen im Vorfeld bestehen. Zum eigentlichen „Kongress-Tag“ gibt es dann ausgewählte Übersichtsreferate und auch ausgewählte freie Vorträge. Dazu kommt eine Sitzung zur Vergabe der GOTS-Forschungsförderung mit Vorstellung des Projektes und die Vergabe des Young Investigator Award. Wir werden Sie so zeitnah, wie möglich über Themen, LogIn und Termine informieren. Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie – auch in Krisenzeiten – ein Teamplayer. Ihre Prof. Wolf Petersen        |      Dr. Thore Zantop            |         Prof. Romain Seil Kongresspräsident 2020  |      Kongress-Sekretär 2020  |           GOTS Präsident   Statement von Intercongress zur Absage des 35. GOTS-Jahreskongresses: „Die Senatsbeschlüsse der Stadt Berlin zu Veranstaltungsverboten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie verhindern die, vom 18.-19. Juni 2020, geplante Durchführung des 35. Jahreskongresses der GOTS. Insbesondere die auferlegten Abstands- und Hygieneregeln sprengen die zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten und nehmen dem Kongresserlebnis, geprägt von persönlichen Begegnungen und intensivem Austausch, allen Charme. Nach Absprache mit allen Beteiligten, insbesondere dem Kongresspräsident Prof. Dr. med. Wolf Petersen und dem GOTS-Vorstand, sehen wir uns daher gezwungen, den Kongress aufgrund höherer Gewalt abzusagen. Wir, Intercongress, als Kongressorganisation und Veranstalter, bedauern sehr, dass wir uns dieses Jahr in Berlin nicht sehen können, freuen uns aber umso mehr auf das nächste Treffen vom 1. – 3. Juli 2021 in Basel! Alle bereits angemeldeten Teilnehmenden, Vortragenden und Ausstellenden erhalten von uns in Kürze nähere Informationen zum weiteren Vorgehen. Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Verständnis! Bleiben Sie gesund!“

Corona-Statement des GOTS-Vorstandes

Liebe Mitglieder der GOTS, Die COVID-19-Pandemie hat auch uns in den deutschsprachigen Ländern erreicht und zu einem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens geführt. Einige Kollegen in Italien sind im Rahmen ihres medizinischen Einsatzes an den Folgen der COVID-19-Infektion gestorben. Kollegen in den östlichen französischen Regionen, in Paris und in Spanien kämpfen zusammen mit dem medizinischen Personal um das Leben vieler Patienten. In den deutschsprachigen Ländern, in denen die intensivmedizinischen Ressourcen in der Regel größer sind, ist die Lage in den meisten Kliniken noch überschaubar. Viele von uns sind in den Krisenstäben der Kliniken aktiv und haben die medizinische Herausforderung bestmöglich vorbereitet. Andere Kollegen dürfen ihre Patienten derzeit aufgrund der Gesetzeslage nicht oder nur sehr eingeschränkt versorgen. Mit großer Solidarität geben wir wichtige medizinische Informationen weiter und halten national sowie über Grenzen hinweg den täglichen telefonischen Austausch. Wir wünschen Ihnen allen für diese außergewöhnliche Zeit die notwendige Kraft und Ausdauer, die neuen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und dabei gesund zu bleiben! Bereits jetzt richten wir aber auch den Blick auf die Zeit nach der Bewältigung der COVID-19-Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden trotz bestmöglicher staatlicher Sicherungsmaßnahmen viele negative Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Mit körperlicher Aktivität und Sport können wir diese Probleme sicher nicht allein lösen. Aber das Sporttreiben kann eine sehr wichtige Rolle beim Meistern der anstehenden Herausforderungen spielen. Sporttreiben erhöht nicht nur die Widerstandskraft gegen die Erreger und sichert die Gesunderhaltung der Bevölkerung. Durch Sporttreiben wird das Selbstwertgefühl gestärkt, der konstruktive Umgang mit Niederlagen, wie auch der Coronapandemie, verbessert und solidarisches Handeln gefördert. Gemeinsames Sporttreiben nach Überwindung der Coronapandemie kann für uns und unsere Patienten wieder Freude und Spaß nach überstandenem Leid zurückbringen. In dieser außergewöhnlichen Zeit wissen wir heute nicht, wie es auf allen Ebenen weitergeht: ob unser GOTS-Kongress, den Wolf Petersen und Thore Zantop mit dem GOTS-Team und Intercongress vorbereitet haben, stattfinden kann. Wir bitten Sie um Verständnis und hoffen auf solidarisches gemeinschaftsorientiertes Verhalten während und nach der Pandemie! Herzlichst Ihre Romain Seil (GOTS Präsident) | Martin Engelhardt (GOTS Schriftführer)

GOTS Young Academy – viele Veranstaltungen 2020 fallen wegen COVID-19-Pandemie aus

Die GOTS Young Academy hatte für 2020 wieder viele eigene Veranstaltungen  am Start. Wegen der Corona-Pandemie sind der OTP Kurs in Neusiedl (24.-25.4.), der Workshop in Neumünster (25.4.) und in Innsbruck (1.5.) abgesagt. Ersatztermine gibt es derzeit noch nicht. Neue Termine werden allerdings nicht vor Herbst 2020 eingeplant. Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald wir neue Termine haben.