Die Top Sportorthopädie Europas zu Gast in Luxemburg | PM Juni 2023
Vom 15. bis 17. Juni wird Luxemburg zum „Mekka der europäischen Sportorthopädie“. Zum ersten Mal findet der Kongress der länderübergreifenden Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) hier in Luxemburg statt. Zum Event kommen unter anderem Top-Mediziner aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Belgien, Dänemark, Italien, aber auch aus den USA und Japan. Hunderte Teilnehmer – Orthopäden, Unfallchirurgen, Sportorthopäden, Sportmediziner, Sportwissenschaftler, Physiotherapeuten, Trainer und Sportler – treffen sich zum fachlichen Austausch, informieren sich zu modernsten Therapien, OP-Methoden, konservativen Verfahren, zu Prävention und Rehabilitation. Die grenzüberschreitende Weitergabe des Wissens, zwischen Ländern aber auch zwischen „alteingesessenen“ und Nachwuchs-Medizinern ist so wichtig, um die bestmögliche medizinische Versorgung von Freizeit- und Profi-Sportlern auf jeder Ebene zu sichern. Schwerpunkte zum diesjährigen Kongress sind Radsport&Triathlon, Kraftsport, Kampfsport, die Kindersportorthopädie, Ethik&Safeguarding im Sport, Worst-Case-Szenarien aus der Sportorthopädie, Ultraschall-, Injektions- Arthroskopie-Workshops, Knie, Muskel, Sehne, Wirbelsäule, Biomechanik, operative und konservative Sportorthopädie, Bildgebung, Arthrosebehandlung und Vorbeugung und der Behindertensport. Die teilnehmenden Ärzte betreuen größtenteils auch die namhaften Vereine, Ligen und Mannschaften der Länder bei Europa-, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Ob die Bundesliga im Fußball, die Rennrodler oder Skispringer, Triathleten, Leichtathleten bis hin zu Sportlern im Trailrunning, Klettern, Kitsurfen, Wellenreiten und viele mehr. Der Kongress in deutscher und englischer Sprache wird von Dr. Christian Nührenbörger (Kongresspräsident) und Prof. Romain Seil (GOTS-Past-Präsident) von der Sportklinik des CHL organisiert. Spezielle Ehrengäste in diesem Jahr sind Prof. Jacques Menetrey (Schweiz) und Prof. Carolyn Emery (Kanada). Zusätzlich gibt es eine Sitzung mit den internationalen Topathleten*innen Jan Frodeno, Anne Haug, Andy Schleck und Fränk Schleck. Alle Sitzungen des 38. Jahreskongresses der GOTS finden im Parc Hotel Alvisse statt. Es befindet sich nur fünf Minuten von Flughafen, Stadtzentrum & Kirchberg – Sitz der europäischen Institutionen – entfernt.Die Vorträge des fachmedizinischen Kongresses sind auch für die breite Öffentlichkeit zugelassen. Die Gebühren sind gestaffelt, beginnend mit 50 Euro für Studenten.
Mit der natürlichen „Sagittalen Balance“ gegen den Rückenschmerz | PM Juni 2023
Volkskrankheit Rückenschmerz: fast Jeden erwischt es mal. Rund 34 Prozent der Frauen und 26 Prozent der Männer plagen sich gar mit chronischen Rückenschmerzen. Bei der Diagnose dieser Schmerzen und den daraus abgeleiteten Therapien hat die „Sagittale Balance“ wieder eine besondere Bedeutung erlangt. Was die Sagittale Balance eigentlich ist, wie sie bestimmt wird und warum sie so wichtig ist, darüber referiert PD Dr. med. Markus Knöringer, Neurochirurg und Wirbelsäulen-Experte der GOTS auf dem 38. Jahreskongress in Luxemburg. „Früher ist viel von Haltung geredet worden“, sagt Knöringer „das war verloren gegangen, bekommt jetzt aber wieder Aufwind.“ Denn niemand will und soll schnell operiert werden, sondern lieber durch Prophylaxe und moderne konservative Medizin schmerzfrei sein. Die sagittale Balance der Wirbelsäule beschreibt dabei die Ausrichtung der Wirbelsäule in der sagittalen Ebene. Sie kann anhand der Optik und anhand verschiedener radiologischer Parameter bestimmt werden. In der Wissenschaft geht es dabei um bestimmte Parameter, zum Beispiel Winkel, die passen müssen, dazu zählt unter anderem eine bestimmte Beckenneigung. Dabei wird der Patient von der Seite her betrachtet. Die seitliche Haltung, die doppelte natürliche Krümmung der Wirbelsäule ist das Entscheidende, wenn es um Schmerzfreiheit im Alltag und im Sport geht. Dazu werden auch die Gelenkfunktionen und verschiedenen Wirbelsäulenabschnitte seitlich getestet. Sie alle müssen gut beweglich sein. Ursachen für eine sagittale Dysbalance sind unter anderem Verkürzungen, eine Minderbeweglichkeit von Wirbelsäule und Gelenken oder auch falsche Angewohnheiten, wie zum Beispiel das Nach-Unten-schauen beim Telefonieren. Der Kopf mit seinem Gewicht zieht dabei die Wirbel immer wieder in eine unnatürliche Position. Die ersten Fehlhaltungen treten bereits im Kindesalter auf, das geht bis ins hohe Alter, unter anderem durch vieles und langes Sitzen und Autofahren. Aber auch durch einseitige Belastung beim Sport, zum Beispiel beim Radfahren, wo die Muskeln nicht über den gesamten Umfang benutzt werden. So braucht jeder Sport seinen Ausgleichssport in Form von bestimmten Übungen für Kraft, Dehnung, Gymnastizierung, um wieder in eine natürliche sagittale Balance zu kommen. Knöringer: „Jeder Mensch ist jedoch unterschiedlich gebaut, besser oder schlechter in der Wirbelsäule. Das können wir nicht verändern, jedoch daran arbeiten. Auch das Alter können wir nicht verhindern, haben aber die Möglichkeit mit angepasstem Sport und guten Physiotherapien ein paar Prozent rauszuholen.“ Pressemitteilung
Chronische Instabilität des oberen Sprunggelenkes – objektives Testverfahren für Jedermann? | PM Mai 23
Ob im Fußball, beim Eishockey oder einfach auch nur mal beim Wandern, ein Reingrätschen, ein Wegrutschen oder ein falscher Tritt kann den Fuß so stark umknicken lassen, dass Bänder am Sprunggelenk anreißen oder gar ganz durchreißen. Ist der Heilungsverlauf hinterher nicht optimal, kann es passieren, dass man bei bestimmten Bewegungen immer wieder umknickt oder auch fortwährend eine Instabilität empfindet. Wie die Ärzte herausfinden, woran es hakt, was dann zu tun ist und wie bestimmte Tests für jeden betroffenen Sportler Anwendung finden müssen, darüber referiert PD Dr. med. Jochen Paul, Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie und Experte der GOTS auf dem 38. Jahreskongress in Luxemburg. Am häufigsten ziehen sich junge Männer in Kontakt- und schnellen Stopp-and-Go-Sportarten entsprechende Bänderverletzungen zu. Um die Verletzungen zu bewerten, werden längst nicht mehr nur bildgebende Verfahren, wie Röntgen oder MRT zu Rate gezogen. „Ein Hauptaugenmerk“, so der Sportmediziner, „liegt vor allem auch auf den funktionellen Tests.“ Die Patienten werden dafür auf eine „Wackel-Platte“ gestellt. Moderne Geräte messen genauestens, wie stabil das Sprunggelenk ist. Diese objektiven Untersuchungswerte sind wichtig, wenn es um die Entscheidung für eine Therapie geht. Zusätzlich kann eine Laufanalyse auf einem speziellen Laufband durchgeführt werden. Drucksensoren messen hier, wie der Sportler/Patient belastet und abdrückt. Bislang sind diese Arten der funktionellen Tests jedoch spezialisierten Zentren vorbehalten. Die Herausforderung ist nun, dass auch orthopädische Praxen den Betroffenen solche Verfahren anbieten können, so Paul. Denn die objektiven Testwerte ergeben einen Algorithmus, der entscheidend dafür ist, wie der Patient am besten behandelt wird. Die meisten Sprunggelenk-Instabilitäten können mit einer speziellen Physiotherapie sehr gut behandelt werden. Nur wenige bedürfen einer operativen Versorgung. ¡ PD Dr. Jochen Paul betreut als Verbandsarzt den Schweizer Landhockeyverband. Er ist Spezialist für Knorpelverletzungen am Knie- und Sprunggelenk und leitender Arzt an der Rennbahnklinik Basel. Die klinischen Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Freizeit – und Leitungssportlern aller Niveaustufen, national und international. ¡ Die GOTS ist der größte Zusammenschluss von Sportorthopäden in Europa. Sie ist Garant für Seriosität, Kompetenz, Erfahrung sowie Beratungsstärke und Qualität in der Versorgung von Sportverletzungen.
Schmerz als Symbol für Disziplin und Hingabe? Tanzen bei Kindern und Jugendlichen: Knallhart, mit vielen chronischen Verletzungen und bleibenden Schäden | PM Mai 2023
Tanzen – egal ob als Freizeit- oder Profisport – wird oft als reine Kunstform betrachtet: schön aussehen, gelenkig sein und auf der Bühne/am Parkett eine gute Figur abgeben. Doch die Tanzmedizin spricht andere Bände. Tanzen ist ein knallharter Hochleistungssport, bei dem das Risiko von Verletzungen sehr hoch ist. Wie hoch wirklich, welche Risiken es gibt und warum diese physisch und psychisch immer noch oft zu bleibenden Schäden im Leben führen – darüber referiert Judith-Elisa Kaufmann, Tanzwissenschaftlerin und internationale Universitäts-Dozentin, auf dem 38. Jahreskongress der GOTS in Luxemburg. Kaufmann hat umfangreiches Datenmaterial aus Studien zu muskuloskelettalen Verletzungen von Kindern und Jugendlichen im Tanz ausgewertet. Zum einen im Bühnentanz, wie zum Beispiel Ballett, Jazztanz, Stepptanz. Zum anderen im Tanzsport wie Standard oder Latein. Inkludiert waren sowohl Freizeit- als auch Profitänzer. Bei Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren in der Berufsausbildung finden sich Verletzungsraten zwischen 0.77 und 4.71 Verletzungen pro 1000 Trainingsstunden. Mit 1,38 Verletzungen auf 1000 Stunden Training dokumentiert eine prospektive Studie zur Berufsausbildung im klassischen Ballett ein Verletzungsrisiko von 76 Prozent während eines Schuljahres. Eine weitere beschreibt bei Knaben 5,5 Verletzungen pro 1000 Stunden Training, bei Mädchen 2,6 Verletzungen Alter von 15 Jahren. Im Freizeitsport Tanz sieht es nicht besser aus. Von 1336 ärztlich untersuchten Kindern im Alter zwischen 8 und 16 Jahren, die Ballett, Jazz und Modernen Tanz trainierten, wiesen 42,6 Prozent Verletzungen auf. Bei den Jüngeren (8–10-Jährige) sind es vor allem Tendopathien (chronisch/Überlastungsverletzung) am hinteren Knöchel, Gelenksverletzungen, Entzündungen, Schmerzen im unteren Rücken und Verletzungen an der Wirbelsäule. Bei den älteren Kindern ab 14 Jahren verschieben sich die Verletzungsschwerpunkte vom Fuß auch zum Knie und zur Wirbelsäule. Erschreckend hierbei ist, dass die chronischen Verletzungen und Überlastungen mit 60-90 Prozent auch bei Jugendlichen dominieren. „Dies müsste nicht sein, wenn es nicht das alte Klischee gäbe, durch die Verletzung durcharbeiten zu müssen. Noch gibt es in der Tanzwelt eine Art Athletenidentität: Schmerzen und Verletzungen gehören dazu. Je mehr du trotz Verletzung und Überlastung schaffst, desto besser bist du angesehen“, so Kaufmann. Schmerz ist über Jahrzehnte in der Tanzwelt zum Symbol für Disziplin und Hingabe geworden, sagt sie. Jedoch ist keine Änderung in Sicht, wenn „Tänzer schon als Kinder lernen, weiterzumachen – trotz Verletzung“. Sogar im Freizeitsport hat sich dieser Ansatz vielerorts etabliert: Weitermachen, Zähne zusammenbeißen, Schmerz als Motivation und Maßstab für Leistung sehen. Dieses traditonsverankerte Denken von Trainern, Lehrern, der Gesellschaft und den Tänzern selbst gilt es zu durchbrechen, nicht nur um Verletzungen vorzubeugen, sondern auch um Leistung und Wohlbefinden zu steigern. Intuitiv würde jedes Kind sagen: „Aua, bitte Stopp, da tut was weh“. Normalerweise sucht jeder die Heilung. „Wenn dieser intuitiv-gesunde Weg jedoch Konsequenzen nach sich zieht – vom Schief-Angesehen werden bis zum Rauswurf aus Schulen oder Vereinen – läuft hier was falsch“, mahnt die Wissenschaftlerin. „Das macht im Gehirn was mit den Tänzern, es erzieht zu falschem Umgang mit Schmerz, falscher, kontraintuitiver Schmerzwahrnehmung und somit gefährlicher Interpretation von tänzerischer Disziplin und Zielsetzung.“ Viele Profi-Tänzer trauen sich nicht einmal, anonym an Studien zu Schmerz und Verletzung teilzunehmen aus Angst, ihre Antworten könnten von Arbeitgebern und Lehrern eingesehen werden. Kaufmann betont die Wichtigkeit, Tänzer nicht nur als Künstler, sondern auch als Athleten anzusehen. „Es geht nicht darum, schön dünn und hübsch zu sein, sondern mit ausgewogener Ernährung die notwendige Fitness und Kraft für die zu erbringende künstlerische Hochleistung zu haben. Nur über evidenz-basierte gezielte Trainingsplanung kann die richtige Art von Leistungssteigerung und eine umfangreiche Verletzungsprävention etabliert werden. Neben den bleibenden körperlichen Schäden durch Verletzungen und Verschleiß wirkt die psychische Komponente so stark, dass viele ehemalige Tänzer zeitlebens übermäßig auf Gewicht und Aussehen achten, sich vergleichen müssen und es immer wieder anderen Menschen recht machen wollen, um Leistung zu zeigen, nicht anzuecken, geliebt zu werden. Am Herzen liegt Judith-Elisa Kaufmann deshalb auch die Aufklärung des Publikums, der Medien und der Politik: „Will man da wirklich ganz dünne Tänzer sehen, von denen einige gerade unter Schmerzen und mit niedrigem Selbstkonzept einen Kunstgenuss darbieten? Oder sollen es in Zukunft junge Sportler sein, die fit und voller Selbstvertrauen sind, Verletzungen vorbeugen oder auch die Zeit bekommen und sich nehmen, diese gewissenhaft auszukurieren?“
Mit Alkohol und Schmerzmitteln zum Golfen auf den Platz | PM Mai 2023
Nahrungsergänzungsmittel, Schmerzmittel und Alkohol – deutsche Amateurgolfer greifen recht häufig zu Substanzen, die ihnen im Sport eher schaden als nutzen können. Welche das sind und warum die Sportler das tun, darüber referiert Bianca Werdelmann, Master of Sc. Sportphysiotherapie und Doktorandin an der Deutschen Sporthochschule Köln auf dem 38. GOTS-Jahreskongress in Luxemburg. Beim Thema Doping gab es bislang eine große Forschungslücke im Golfsport. Bianca Werdelmann, die in ihrer Freizeit selbst aktiv Golf spielt, hat im Rahmen ihrer Masterarbeit eine bundesweite online Umfrage durchgeführt. Die Erhebung ergab insgesamt 877 vollständig beantwortete Fragebögen. Das Handicap (Spielpotential) der Teilnehmer lag zwischen 0 (sehr guter Amateurspieler) und 54 (Anfängereinstufung) und betrug durchschnittlich 23,3. Die Auswertung zeigt, dass 40,1 % der Befragten beim Golfen Nahrungsergänzungsmittel konsumieren. Unter den Teilnehmern an Golfturnieren waren es sogar 43,0 %. Die Mehrheit der Golfer (75 %) konsumiert Vitamine, gefolgt von Proteinen (32,95 %). Einnahmegründe sind: 1. Gesunderhaltung, 2. Unterstützung der Regeneration, 3. Vorbeugen von Verletzungen und Krankheiten, 4. Kompensation von unausgewogener Ernährung, 5. Leistungssteigerung sowie 6. Behandlung von Krankheit. Richtig erschreckend wurde es beim Thema Schmerzmittel. „Ein Drittel der Befragten gab an, diese rein prophylaktisch einzunehmen“, berichtet Werdelmann. Es konnte festgestellt werden, dass 46,6 % der Golfer Schmerzmittel konsumieren. Im Zusammenhang mit der Teilnahme an Golfturnieren steigt der Konsum von Schmerzmitteln (52,1 %) deutlich an. Die Mehrheit der Golfer (95,60 %) greifen zu Schmerzmitteln wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Einnahmegründe sind dabei die Behandlung von akuten Schmerzen, die Verbesserung der Beweglichkeit, die Schmerzprävention, Unterstützung der Regeneration und Leistungssteigerung. „Die beobachtete Konsumhäufigkeit von Schmerzmitteln der befragten Golfer ist alarmierend, da dies zu gesundheitlichen Langzeitschäden führen kann“, berichtet Werdelmann. Bei Alkohol zeigt die Auswertung, dass 40,4 % der Teilnehmer im Golfsport Alkohol konsumieren. Bei der Teilnahme an Turnieren steigt der Konsum von Alkohol (47,2 %) sogar an. Am meisten konsumiert wird Bier, gefolgt von Sekt. Danach rangieren schon die Spirituosen. Getrunken wird aber nicht etwa erst hinterher, sondern meist direkt, während der Ausübung des Sports. Die Mehrheit der Golfer gab Geselligkeit als Grund für den Alkoholkonsum an. Am zweithäufigsten wurde „Lockerheit“ genannt. Zum Vergleich: in der Sportart Bogenschießen ist Alkohol strikt verboten. Bogenschießen unter Alkoholeinfluss erhöht das Sicherheitsrisiko. Der Konsum „verunreinigter“ Nahrungsergänzungsmittel kann zu einem unbeabsichtigten Dopingbefund führen. Schmerzmittelkonsum kann bei Sportlern zu Überbelastungen sowie gesundheitlichen Langzeitschäden führen. Beschwerden und Schmerzen sollten stets von medizinischer Seite abgeklärt und keinesfalls in Eigenregie therapiert werden. Neben gesundheitlichen Risiken birgt der Alkoholkonsum auf dem Golfplatz ein erhöhtes Risiko für Unfälle und Verletzungen. Schwere Schädelverletzungen, Augenverletzungen oder Knochenbrüche können durch Golfschläger beim Rückschwung oder durch fehlgeschlagene und querfliegende Golfbälle entstehen. Ein geschlagener Golfball entwickelt hohe Geschwindigkeiten bis zu 300 Stundenkilometern (im Schnitt 180 km/h). Dies ist auch der Grund, warum Werdelmann unter der Betreuung ihres Mentors Prof. Dr. Dr. Patrick Diel (Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Mitglied im Zentrum für präventive Dopingforschung) nun im Rahmen ihrer Promotion zu „‚Doping im Golf“ weiterforscht.
Ist die Prävention von Arthrose möglich? | PM Mai 2023
Arthrose ist ein hochgradiger Gelenkverschleiß – häufig im Knie – der normalerweise über das Lebensalter führt, aber gerade bei Sportlern kann dies durch Vorschädigungen früher auftreten. Die Erkrankung bringt deutliche Einschränkungen der Mobilität mit sich. Manchmal wird ein neues, ein künstliches Gelenk nötig. Dies gilt es jedoch, wenn irgend möglich, zu vermeiden. Zu den Ursachen der Arthrose und ob man ihr vorbeugen kann – darüber referiert Prof. Dr. Werner Krutsch, Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie und Experte der GOTS auf dem 38. Jahreskongress in Luxemburg. An erster Stelle der Ursachen für eine spätere Arthrose, stehen bei Sportlern die Verletzungen. Profi-Fußballer beispielsweise, die sich 2- bis 3-mal pro Saison und besonders häufig am Knie verletzen, haben eine sehr hohe Arthrose-Rate schon in jungen Jahren mit 30 bis 35 Jahren – die sogenannte Früharthrose. Doch solche Verletzungen gibt es in allen Spielklassen und in vielen Sportarten, auch im Freizeitsport. Besonders verletzungsträchtig sind hierbei Kontaktsportarten und alle klassischen Richtungswechsel-Sportarten. Aber auch Läufer oder Triathleten können sich durch entsprechende Unfälle Verletzungen am Knie zuziehen. Eine entsprechende Verletzungsprävention durch gezielte Übungsprogramme ist deshalb essenziell und durch wissenschaftliche Studien bereits untersucht. Ist die Verletzung dann trotzdem da, muss sie rechtzeitig und richtig behandelt werden, sonst führt dies später in den meisten Fällen zu einer Arthrose. „Am Knie“, so Krutsch, „lässt sich prinzipiell sehr viel sehr gut reparieren. Für Knorpel, Meniskus, Bänder gibt es sehr gute OP-Verfahren.“ Bei einem Meniskusriss ist es in jungen Jahren sinnvoller, ihn zu nähen und damit zur vollständigen Heilung zu bringen. Ohne diesen Schritt und bei schlechter Heilung muss der Meniskus teilweise, in seltenen Fällen sogar vollständig entfernt werden, was unweigerlich zu verfrühter Arthrose führt. Auch ein Knorpelschaden ist die Vorstufe zu einer Arthrose. Knorpel ist ein nicht heilendes Gewebe. Deshalb kommen hier Ersatzknorpel oder eine Transplantation infrage – alles aus körpereigenem Material und durch eine OP gut zu erreichen Bänder wiederum müssen stabil sein. Wird eine Instabilität nach einer Verletzung nicht behandelt, werden Knorpel und Meniskus geschädigt, was wieder zu Arthrose führen kann. Die Wiederherstellung des Kreuzbandes zum Beispiel, senkt die Arthrose-Rate nachweislich. Besteht später dann doch ein Anfangsstadium der Arthrose, bleiben noch viele Tricks und Kniffe aus der konservativen Therapie, um erst so spät wie möglich zu einem Kunstgelenk zu greifen. Viele dieser Maßnahmen sind im Profi-Sport bewährt und können auch für alle Freizeitsportler angeboten werden. ¡Prof. Dr. med. Werner Krutsch ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie . Er ist Gesellschafter der SportDocsFranken in Nürnberg sowie am Universitätsklinikum Regensburg tätig. Außerdem ist Professor Krutsch Mitglied der Medizinischen Kommission des DFB, der AG Medizin der DFL, Vereinsarzt 1. FC Nürnberg und Gründer des „Kreuzbandregister im Deutschen Sport“. ¡ Die GOTS ist der größte Zusammenschluss von Sportorthopäden in Europa. Sie ist Garant für Seriosität, Kompetenz, Erfahrung sowie Beratungsstärke und Qualität in der Versorgung von Sportverletzungen.
Optimieren bis zum Irrsinn? Ethik in der Sportmedizin | PM Mai 2023
Überlastungen, Verletzungen, Unfälle -fast jeden Sportler erwischt es einmal. Während kleine Bagatellen schnell vorüber gehen, steht für die größeren Dinge die Sportmedizin in den Startlöchern. Immer moderner und vielversprechender werden Therapien und OP-Methoden. Doch, so fragen sich auch die Mediziner, was ist ethisch zu vertreten, was nicht? Welche „Versprechungen“ oder Empfehlungen sollte ein Arzt seinem Patienten machen und wann sollte er abraten? Darüber referiert Dr. Philippe Tscholl, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Traumatologie und Sportmediziner am Uni-Klinikum Genf, Experte der GOTS, auf dem 38. Jahreskongress in Luxemburg. Es geht dabei um die chirurgische und nicht-chirurgische Ethik. Wie weit darf die Chirurgie gehen, damit ein Fußballer möglicherweise noch mitspielen kann. Was nutzt es ihm, wenn er hinterher in seinen 30ern schon eine Hüftprothese braucht, die vielleicht schon vor 50 erstmals ausgewechselt werden muss? Dies kann zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. „Wir müssen Patienten realitätsnah aufklären“, fordert Tscholl. Nach Kreuzbandrissen beispielsweise schaffen es höchstens 75 Prozent wieder in ihren Sport auf dasselbe Niveau. Auch ein Einsatz künstlicher Gelenke mit 30 oder 40, nur um weiter Tennis spielen zu können, muss abgelehnt werden. Und auch mit chronischen Schmerzen oder Entzündungen zu spielen, kann das „Leben danach“ stark beeinflussen. Das muss den Betroffenen klar vermittelt werden. Doch Athleten stehen oft unter Druck: Verträge, Sponsoren, Berater haben indirekten Einfluss. Im Freizeitsport fordert ebenso vieles seinen Tribut. Wenn einem Jugendlichen mit 18 schon zum zweiten Mal das Kreuzband reißt, geht es nicht nur um die Möglichkeiten, was operationstechnisch machbar ist. Sondern, darum, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit 30 seinen Sport aufgrund von Verschleisserscheinungen an seinem Gelenk nicht mehr ausführen kann. Hier müssen Sportmediziner auch von anderen Zielsetzungen reden oder das Wechseln der Sportart empfehlen. Tscholl: „Der Traum ist nicht geplatzt in dem Moment, wo ich es als Arzt dem Sportler sage, sondern vorher – in dem Moment, wo er sich verletzt hat.“ Das muss man immer vor Augen haben, so der Mediziner. Aber nicht nur das chirurgische Ermöglichen der Leistungsfähigkeit muss hinterfragt werden, sondern auch Medikamenteneinnahmen, Infusionen, Vitamine, Substanzen. „Einige Sportler haben gewisse Formen des Optimierens, die stark fragwürdig sind und denen die Ärzte mit ihrem Fachwissen begegnen müssen – im Interesse der Gesundheit.“ ¡ Die GOTS ist der größte Zusammenschluss von Sportorthopäden in Europa. Sie ist Garant für Seriosität, Kompetenz, Erfahrung sowie Beratungsstärke und Qualität in der Versorgung von Sportverletzungen.
Sport im Winter: Fünf Tipps zum Walken, Joggen, Radfahren | PM Dezember 2022
Bewegung und Sport sind zu jeder Jahreszeit wichtig. Und trotzdem schränken viele ihre Aktivitäten im Winter ein. Zu kalt, zu nass, zu windig, zu rutschig – und viele andere Argumente sind dann zu hören. Doch wie gesund ist es eigentlich, auch im Winter zu joggen, zu walken, Rad zu fahren? Gibt es dabei Risiken? Die Ärzte der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin klären auf und geben Tipps für den Sport im Winter. „Generell ist ein moderates Training auch in der kalten Jahreszeit zu empfehlen, so PD Dr. med. Thilo Hotfiel, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Osnabrück. Ausdauersportarten wie (Nordic)Walking, Joggen, Skilanglauf oder Radfahren eignen sich besonders gut. Eine exakte Temperaturschwelle gibt es dabei nicht. Vielmehr spielen auch die Luftfeuchte und der Wind eine große Rolle ob kältebedingte Einschränken berücksichtigt werden müssen. Denn erst sie sorgen dafür, dass der Körper schneller auskühlt. Und: die empfundene Temperatur kann gerade bei Wind deutlich kälter als angegeben sein. Dabei gilt: Körperstellen, die am weitesten von der Körpermitte entfernt sind, kühlen als Erstes aus – z.B. Ohren, Nase, Finger, Zehen und sind besonders zu schützen. Faustregel: Ab minus 15 Grad Celsius sollte man nicht mehr unbedingt Sport treiben. Bei großer Kälte steigen Puls und Atemfrequenz an, die Kreislaufbelastung ist höher, kalte Luft kann die Atemwege reizen. Muskeln und Gelenke können auskühlen. Tipp 1: Aufwärmen und langsam anfangen Wenn die Muskeln kalt sind, ist die Verletzungsgefahr größer, auch für Sehnen und Bänder. Also langsam losgehen und erst dann immer schneller werden oder anschließend zum Intervall-Training übergehen. Aufwärmübungen für Herz und Kreislauf, sowie leichtes Stretching können auch vorher gern noch drinnen absolviert werden. Tipp 2: Die richtige Kleidung wählen Das Zwiebelschalenprinzip – mehrere Schichten übereinander – beachten. Direkt auf der Haut sollte atmungsaktives material liegen, welches die Feuchtigkeit schnell weg vom Körper transportiert. Reine Baumwolle ist nicht zu empfehlen – sie hält die Feuchte lange, der Körper kühlt aus. Bei Wind sind Hardshell-Jacken zu empfehlen, Merinowolle als Zwischenschicht wiederum wärmt gut und ist temperaturausgleichend. Zu dünn angezogen zu sein ist schlecht. Aber man sollte auch nicht übermäßig schwitzen, denn ist der Schweiß abgekühlt, friert der Körper noch mehr. Ein Großteil der Wärme geht über den Kopf verloren: Mützen sind deshalb besser als Stirnbänder. Für Radfahrer wird spezielle Sportbekleidung empfohlen, die auch z.B. den Schrittbereich vor dem Auskühlen durch den Fahrtwind schützt. Ein Tuch vor Mund und Nase ist beim Sport im Winter gut – auch wenn es vom Atmen nass wird. Tipp 3: Die richtige Atmung Der Sport sollte nur so intensiv ausgeübt werden, wie man gut durch die Nase atmen kann. So wird die Luft über die Schleimhaut bereits erwärmt und befeuchtet – der Kältereiz wird reduziert. Vor dem Sport die Haut an der Nase eincremen. Tipp 4: Bei Tageslicht laufen Wann immer es geht, sollte man bei Tageslicht Laufen oder Radfahren. Zum einen kommt man auf gefrorenem oder rutschigem Untergrund besser klar. Zum anderen sorgt das Licht für die körpereigene Vitamin-D-Produktion. Achtung: bei intensiver Sonne auch im Winter mit Sonnencreme schützen. Tipp 5: Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten In der Kälte haben viele kein Empfinden dafür, aber: der Körper verliert auch im Winter viel Flüssigkeit im Sport, gerade auch bei erschwerter Atmung durch Kälte. Deshalb ausreichend trinken.
Gefährliches Trampolinspringen / Kreuzbandverletzungen bei Kindern werden immer mehr, wären aber oft vermeidbar | PM August 2022
Experten der GOTS weisen auf immer mehr Kreuzbandverletzungen bei Kindern hin. Diese sind gefährlich, da die Jüngsten wegen ihrer noch offenen Wachstumsfugen nicht wie Erwachsene operiert werden können. In vielen Sportarten fehlen ein kindgerechtes Training samt passender Prävention. Aber auch in der Freizeit passieren viele Unfälle, die das Kniegelenk nachhaltig schädigen. Eine besondere Gefahr stellt dabei das Trampolinspringen dar. Prof. Romain Seil ist Co-Direktor des IOC Forschungszentrums für Verletzungsprävention in Luxemburg und außerordentlicher Professor für Orthopädische Chirurgie an der Universität des Saarlandes. Er sagt: „Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Kreuzbandverletzungen steigt unaufhaltsam. Das Krankheitsbild ist von einer seltenen Erkrankung zur regelrechten Epidemie geworden.“ Über 90 Prozent dieser Verletzungen passieren im Sport. Betroffen sind Kinder ab 9 Jahren aufwärts. Besonders häufig passiert es in den Sportarten Fußball, Ski alpin und – eben beim Trampolinspringen im heimischen Garten. Dabei fällt häufig ein Kind auf das andere oder es kommt nach der Landung falsch auf bzw. fällt aus dem Trampolin heraus. Aus diesen Gründen wird diese Sportart von amerikanischen Pädiatriegesellschaften nicht empfohlen. Unter den 13- bis 15-Jährigen explodiert die Anzahl der Kreuzbandverletzungen dann noch einmal regelrecht. Die Kniegelenke sind dann bereits ausgewachsen, aber Muskulatur, Sehnen und Bänder noch nicht voll entwickelt. Die motorische Kontrolle unter den diesen Bedingungen ist deshalb nicht so gut. „Gleichzeitig steigt jedoch extrem die Belastung, viele Kinder steigen in diesem Alter in nationale und sogar internationale Wettbewerbe und Turniere ein. Das gab es so vor 20 Jahren noch nicht und auch nicht so viele gerissene Kreuzbänder und kaputte Knie“, so Seil. Die Kinder und Jugendlichen sind motorisch nicht gut geschult, es gibt fast nirgends ein Präventionstraining in diesem Alter, um den Verletzungen vorzubeugen obwohl wissenschaftlich gesichert ist, dass man 50% davon vermeiden kann, moniert der Mediziner. Zusätzlich kennen sich viele Trainer nicht mit dem kindlichen Wachstum und der Reifung aus. Bei solch ernsten Knieverletzungen in jungen Jahren ist ein Hochleistungssport später in den meisten Fällen ausgeschlossen. Aber ob Leistungssport oder nicht: mittelfristig droht allen jungen Patienten eine Arthrose. Seil: „Das Knie ist dann schlagartig 10 bis 20 Jahre älter als der Patient selbst.“ Das kann später auch Jobausfall und Frührente bedeuten. Viele Erwachsene kommen leider ihrer Fürsorgepflicht nicht nach. Und: die Sportverbände machen sich mitschuldig, wenn sie keine entsprechende Prävention anbieten.
Leistenschmerz: Woher kann er kommen, wie wird er untersucht? | PM August 2022
Von Leistenschmerzen betroffen sind vor allem Sportler, deren Bewegungsablauf durch eher einseitige körperliche Belastungen mit schnellen, wechselnden Bewegungen gekennzeichnet ist. Woher der Leistenschmerz genau kommt und wie er diagnostiziert wird, dazu gibt es einen Workshop mit Dr.med. Andreas Koch, Facharzt für Chirurgie/Viszeralchirurgie aus Cottbus auf dem 13. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie. Gerade bei Fußballspielern, die im Laufschritt tretende und drehende Bewegungen ausführen, mit abrupten Richtungswechseln und kombiniert mit kraftvollem Schießen des Balles, ist der akut einsetzende Leistenschmerz häufig zu beobachten. Bei Mannschaftssportarten wie Rugby, Football, Eis- und Feldhockey ist vermehrt ein durch Leistenschmerz bedingter Ausfall der Spieler zu verzeichnen. Aber auch Tennisspieler und Marathonläufer sind durch ihre besondere Belastung nicht selten betroffen. Bereits beim einfachen Joggen konnte eine Belastung des Hüftgelenkes mit dem 8-Fachen des eigenen Körpergewichts nachgewiesen werden, was sich unter sportlichen Wettkampfbedingungen weiter erhöht. Männer sind aufgrund ihrer Beckenkonfiguration häufiger von Leistenschmerzen betroffen, als Frauen. Und auch im Freizeitsport treten Leistenschmerzen durchaus auf, wenn sie sich bei den Profisportlern jedoch durchaus häufiger zeigen. Trotz der Häufigkeit von Leistenschmerzen bei Sportlern zeigt sich nach wie vor eine große diagnostische Unsicherheit. Es fehlen klare Begriffsdefinitionen, sodass eine Vermengung von Diagnosen wie weiche Leiste, Sportlerleiste, Osteitis pubis, Pubalgia athletica etc. überwiegt. Die breite Schwankung der Häufigkeit in der Diagnosestellung einer weichen Leiste bei Sportlern mit Leistenschmerzen (zwischen 2 und 50 Prozent!) spiegelt die diagnostische Unsicherheit wider. Dabei ist die klare Differenzierung der zugrundeliegenden Pathologie entscheidend, um unnötige Operationen zu vermeiden, dauerhaften Schäden vorzubeugen und den Patienten einer zielgerichteten Therapie zuzuführen. Die diagnostische Abklärung von Sportlern mit Leistenschmerzen zeigt meist einen typischen Verlauf. Vor allem bei akut einsetzenden Beschwerden wird zunächst der betreuende Sportmediziner oder Sportorthopäde aufgesucht. Eine entsprechend sorgfältige Abklärung fachspezifischer Ursachen ist entscheidend. Zuerst erfolgt eine klinische Untersuchung und die entsprechende Bildgebung, als Erstes Ultraschall. Dies ermöglicht den Nachweis bzw. den Ausschluss knöcherner und gelenkbedingter Schmerzursachen. Dabei ist eine fachübergreifende Konsultation hinsichtlich der oft diffizilen Differenzialdiagnostik des Leistenschmerzes sinnvoll und hilfreich. Eine multidisziplinäre Abklärung ermöglicht bei unklaren Schmerzursachen eine rasche Diagnosestellung und Einleitung einer gezielten Therapie. Die primäre Aufgabe des Orthopäden liegt darin, muskuloskelettale Ursachen zu erkennen bzw. auszuschließen. Dabei ist häufig eine weiterführende Diagnostik (CT/MRT) notwendig, da viele orthopädische Ursachen von Leistenschmerzen erst durch eine gezielte – auch apparative – Diagnostik zu verifizieren sind. Dies ist insbesondere von Bedeutung, da eine –immer noch häufig übersehene – präarthrotische Deformität der Hüfte wie das femoroacetabuläre Impingement zu einer irreversiblen Gelenkschädigung führen kann.