Ausschreibung einer Universitätsprofessur für Sport- und Bewegungsmedizin (m/w/d) – Donau-Universität Krems
Die Donau-Universität Krems ist die führende Universität für Weiterbildung in Europa. Als einzige öffentliche Universität für Weiterbildung im deutschsprachigen Raum ist sie spezialisiert auf die Höherqualifizierung von Berufstätigen und widmet sich in Lehre und Forschung der Bewältigung aktueller und zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen. Rund 8.000 Studierende aus über 80 Ländern sind zurzeit in berufsbegleitenden Master-Studien sowie Kurzprogrammen eingeschrieben. An der Donau-Universität Krems gelangt folgende Stelle zur Besetzung: Universitätsprofessur für Sport- und Bewegungsmedizin (m/w/d) gem. § 98 UG 2002 / ab 10 Std./Woche / Inserat Nr. SB20-0291 Die ausgeschriebene Professur ist am Department für Gesundheitswissenschaften, Medizin und Forschung in der Fakultät für Gesundheit und Medizin etabliert. Allgemeines Aufgaben- und Anforderungsprofil: Zu den Aufgaben des_der Universitätsprofessors_in zählen die engagierte Vertretung des Fachgebietes Sportmedizin in Forschung, Entwicklung und Lehre. Im Bereich der Forschung sollen die Bereiche operative Therapien, sowie Verletzungsprävention in der Sportmedizin des Bewegungsapparates mit dem Schwerpunkt der arthroskopischen Techniken wissenschaftlich bearbeitet werden. Da die Professur auf Forschung und Lehre in gleicher Gewichtung ausgerichtet ist soll zusätzlich im Bereich der Lehre die Weiterführung der bereits bestehenden Lehrgänge in den Bereichen Sportmedizin, Orthopädie und Traumatologie sowie die Leitung und Supervision der damit verbundenen Begleitstudien durchgeführt werden. Ergänzend zu dem bestehenden Curriculum der Master-Lehrgänge werden Ausbildungsaspekte der arthroskopischen Techniken und verwandte Unterrichtsinhalte durchgeführt. Die inhaltliche Ausrichtung der wissenschaftlichen Fragestellungen soll in die bestehende Kooperation der Donau-Universität Krems mit der Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie in der Sportmedizin (GOTS) integriert werden. Für die Bewerbung setzen wir folgende Qualifikationen voraus: Habilitation oder gleichzuhaltende Qualifikation im Fachgebiet der „Unfallchirurgie“ oder „Orthopädie“ oder „Orthopädie und Traumatologie“ Fachärzt_innenausbildung für „Unfallchirurgie“ oder „Orthopädie“ oder „Orthopädie und Traumatologie“ mit Zusatzausbildungen in der Sportmedizin mindestens 5-jährige fachärztliche Berufserfahrung in den oben genannten Fachgebieten exzellente, facheinschlägige sportmedizinische Forschungs- und Publikationstätigkeit in SCI-Fachzeitschriften Nachweis erfolgreicher Drittmittelakquisition für Forschung und Lehre hohe didaktische Eignung durch Lehrerfahrung in universitären Lehrveranstaltungen Erfahrung mit universitären Strukturen in Lehre und Forschung Führungserfahrung und Managementkompetenz in organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht Kenntnisse des europäischen universitären bzw. außeruniversitären Bildungs- und Forschungssystems gute persönliche Vernetzung in der facheinschlägigen Scientific Community Gender- und Diversitykompetenz ausgezeichnete Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift (beide mind. C1) Darüber hinaus sind folgende Fähigkeiten und Kenntnisse wünschenswert: Erfahrung in der Entwicklung von Master-Lehrgängen sowie in der Lehrtätigkeit und Durchführung von postgradualen Master-Lehrgängen 5-jährige Erfahrung in der Betreuung von Sportler_innen insbesondere der operativen Versorgung mit arthroskopischen und minimalinvasiven Methoden Interesse an der Entwicklung neuer Behandlungsverfahren, insbesondere auf dem Gebiet der regenerativen Medizin Bereitschaft zur Teilnahme und aktiven Mitwirkung bei Fachkongressen Fähigkeit zu strategischem und unternehmerischem Denken Kommunikations- und Teamfähigkeit Die Donau-Universität Krems sieht in der Diversität ihrer Mitarbeiter_innen hohes Innovationspotential und bekennt sich zur Vielfalt als leitendes Prinzip. Gleichzeitig strebt sie eine Erhöhung des Frauenanteils an und lädt qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung ein. Frauen werden bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt Wir freuen uns auf Bewerbungen von Menschen mit Behinderung, welche über das geforderte Profil verfügen. Die Berufung als Universitätsprofessor_in erfolgt vorerst befristet auf fünf Jahre im Rahmen des Berufungsverfahrens gem. § 98 UG 2002. Die Mindesteinstufung entsprechend der Dienst- und Besoldungsordnung der Donau-Universität Krems (W1/1) beträgt EUR 5.667,13 brutto (Basis 38,5 Stunden/Woche). Bereitschaft zur Überzahlung besteht bei entsprechender Qualifikation und Berufserfahrung. Wir freuen uns auf Ihre überzeugende Bewerbung bis spätestens 20.06.2021 an das Rektorat der Donau-Universität Krems, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 3500 Krems, postalisch oder per E-Mail an bewerbung@donau-uni.ac.at. Für Rückfragen steht Ihnen das Rektorat unter 02732 893-2210 gerne zur Verfügung. Bitte legen Sie Ihrer Bewerbung das Datenblatt/application abstract bei, abrufbar unter https://www.donau-uni.ac.at/jobs/professuren
23C. GOTS-Treffen Österreich: Information, Diskussion und Sportsessions – diesmal alles virtuell
Am Anfang stand das „C“. Für COVID, für Corona und damit für virtuell. Das GOTS-Treffen Österreich wurde heuer erstmals als Online-Format abgehalten. Sport und Networking kamen dennoch nicht zu kurz: Zusätzlich zum wissenschaftlichen Programm gab es Möglichkeiten zum interaktiven Austausch in Netzwerk-Sessions und zum Sport unter professioneller Anleitung. Unter dem Motto „Stabil und mobil. Vom Rumpf zur Extremität“ versammelten sich nationale und internationale Experten aus verschiedenen Bereichen und Fachgebieten vor den Bildschirmen, um über Prävention, Diagnose und Therapie von Sportverletzungen und Überlastungsschäden zu infomieren. Kompakter als man es von den früheren Präsenzveranstaltungen gewohnt war, aber nicht minder spannend war das Programm. Die richtige Balance zwischen Mobilität und Stabilität zu finden, ist für den menschlichen Bewegungsapparat eine tägliche Herausforderung – umso mehr noch bei Leistungssportlern. Eine Verschiebung zugunsten der einen oder der anderen Seite führt zu ineffizienten Bewegungen, erhöhtem Verletzungsrisiko und Leistungseinbußen. Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule und der Gelenke standen daher im Fokus der Veranstaltung unter wissenschaftlicher Leitung von Doz. Dr. Gerald Gruber, Dr. Rolf Michael Krifter und Doz. Dr. Lukas Negrin. Core-Region und „Sportlerleiste“ Ehrengast Prof. Dr. Thomas Tischer, Professor für Prävention im Bewegungsapparat an der Universität Rostock und Incoming-Präsident der GOTS ab 2024, hielt den einleitenden Festvortrag „Die Core-Region – im Zwiespalt zwischen Stabilität und Mobilität“. Bei Profi-Fußballern beispielsweise betreffen 14 % aller Verletzungen Hüfte und Leiste, verursacht durch explosive multiplanare Bewegungen im Einbeinstand und schnelle Richtungswechsel. Diese Bewegungen beanspruchen viele Strukturen, wie Tischer ausführte. Biomechanische Untersuchungen zeigen starke Belastungen der Adduktorenmuskeln M. longus und M. gracilis (Dupré T et al.: J Sports Sci 2018). Das Leistenband ist mit dem Adductor longus verbunden, daher kommt es oft auch zu Schmerzen in der Leiste. Das bedeutet: „Leistenschmerz bei Sportlern rührt häufig von den umgebenden Strukturen und nicht vom Leistenkanal selbst“, so Tischer. Als Beispiele für mögliche Leistenschmerz-Ursachen nannte er Symphysenspaltungen, Osteitis pubis, Ausriss der Adductor-longus-Sehne und Apophysenverletzungen. Letztere sind vor allem bei jungen Sportlern nicht selten. Man sollte daher daran denken, wenn junge Sportler Leistenschmerzen haben. In einem eigenen Kollektiv von 47 Patienten fand Tischer Ödeme im Os pubis und „cleft sign“ gehäuft bei Fußballern. Bei Vorliegen eines CAM-Impingements kann repetitive Belastung der Symphyse ebenfalls zu Pubalgie führen. Der Begriff „Sportlerleiste“ sei daher als Diagnose nicht geeignet, meinte Tischer, weil so viele verschiedene Ursachen dahinterstehen können. Risikofaktoren sind sowohl eingeschränkte als auch vermehrte Beweglichkeit. Präventionsmaßnahmen sind anzuraten, z. B. die Kopenhagener Adduktionsübungen (Harøy J et al.: Am J Sports Med 2017 und Br J Sports Med 2018). Wirbelsäule: flach liegen oder Sport treiben? Prof. Dr. Petra Krepler, Wien, Dr. Markus Knöringer, München, und Doz. Karin Pieber, Wien, betrachteten in ihren Vorträgen die Wirbelsäule im wortwörtlichen Spannungsfeld zwischen Stabilität und Mobilität. Prof. Krepler erklärte die Alterungsprozesse, denen die Bandscheiben und die Facettengelenke schon ab dem Kindesalter unterliegen und die kaum zu verhindern sind. Wie sehr die Wirbelsäulengelenke belastet werden, ist lageabhängig, wobei allerdings schon beim Liegen in Seitenlage doppelt so hohe Kräfte auf die Wirbelsäule wirken wie in Rückenlage. Beim aufrechten Sitzen wird der Druck auf die Bandscheiben noch um ein Vielfaches größer als beim „Lümmeln“. Und regelmäßiger Sport ist gar mit einer höheren Prävalenz für Bandscheibenschäden und Rückenschmerzen assoziiert, wie Dr. Knöringer, Facharzt für Neurochirurgie, ausführte. Dies bestätigten die Fallbeispiele aus der Sportordination, die Doz. Pieber zur Diskussion stellte: eine Spondylolisthese durch repetitive Hyperlordosierung bei einer 14-jährigen Sportakrobatin, ein Knochenmarksödem an der Bogenwurzel (LWS) bei einer 17-jährigen Geräteturnerin, Anulusfibrosus-Einrisse bei einem 20-jährigen Schifahrer und ein Diskusprolaps bei einem 35-jährigen Kraftsportler. „Bis zu 41 % der Gewichtheber haben Kreuzschmerzen, obwohl eigentlich bei guter Technik die Belastung nur kurz sein sollte“, berichtete Pieber. Ein 60-jähriger Radfahrer litt an Schmerzen bei Erschütterung durch eine aktivierte Osteochondrose und eine 12-jährige Sportlerin an Skoliose. „Auch sportliche Kinder und Jugendliche können eine Skoliose entwickeln“, betonte Pieber. Schließlich kann es durch Sport auch noch zu Frakturen kommen. Auch wenn kein Trauma erinnerlich ist, sollte bei entsprechenden Beschwerden an Mikrofrakturen gedacht werden, die auch durch hohe Zugbelastungen, wie etwa beim Klettern, zustande kommen können. Doch nicht nur bei Hochleistungssportlern findet man vermehrt pathologische Veränderungen der Wirbelsäule, sondern auch bei Hobbysportlern und hier ebenso auch bei Kindern, berichtete Knöringer. Sollen wir also am besten möglichst viel flach liegen? – Selbstverständlich nicht, denn verfettete degenerierte Rücken- und Bauchmuskeln sind ebenfalls mit einem vermehrten Auftreten von Rückenschmerzen assoziiert. Studien zeigen außerdem, dass gemäßigter Sport vor Rückenschmerzen schützt. Muskulatur ist schon allein für die Stabilität der Wirbelsäule notwendig; diese kann passiv nicht erreicht werden, wie Krepler betonte. Außerdem kann eine gute Bauch- und Rückenmuskulatur andauernde Scherkräfte verringern. Wichtig ist es dabei, auch die Tiefenmuskulatur zu trainieren. Dies werde oft sogar von Sportlern vernachlässigt, so Knöringer. Um sportbedingte Wirbelsäulenbeschwerden zu verhindern, empfiehlt Knöringer, kritische Belastungssituationen – wie zum Beispiel unkontrollierte Hyperlordose beim Speerwurf oder Weitsprung etc. – zu vermeiden. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Hochleistungssport wäre aus medizinischer Sicht eine Anpassung der Techniken wünschenswert. Das ärztliche Fazit lautet also: Sport gemäßigt betreiben und Techniken überdenken. Für die meisten gängigen Sportarten gebe es spezifische Präventionsmaßnahmen, um Schäden und Verletzungen zu vermeiden. Den Kolleginnen und Kollegen empfahlen die Referenten, auch in der Routine nicht auf Guidelines-basierte Diagnostik zu verzichten. Denn Tumoren, rheumatische Erkrankungen etc. sind selbstverständlich auch bei Sportlern möglich und bei entsprechenden Beschwerden auszuschließen. Vom faszinierenden Sport zu sportlichen Faszien Die Sportehrengästin Marion Reiff brachte den Zuhörern die Sportart Wasserspringen näher, mit der sie bei den Olympischen Spielen 2000 und 2004 einzeln und im Synchronspringen sehr erfolgreich war. Spezifische Beschwerden betreffen bei diesem Sport hauptsächlich die Schulter durch Verletzungen und Überlastungen. Sie selbst hatte unter Handgelenkbeschwerden durch Mikrotraumata zu leiden. Heute ist Marion Reiff ausgebildete Rolferin und Pilatestrainerin. Rolfing ist eine manualtherapeutische Behandlungsmethode, die an den Faszien ansetzt. Im Unterschied zum Fasziendistorsionsmodell (FDM) wird beim Rolfing „langsamer und sanfter“ gearbeitet, wie Reiff erklärte. „Rolfer orientieren sich an den faszialen Zügen und gehen dabei Schicht für Schicht gleitend vor, um einzelne Körpersegmente neu zu orientieren.“ Fit trotz Lockdown und Homeoffice Der Workshop der Physiotherapeuten Patrick Moser, BSc, und Alexander Baillou, MSc, zum Abschluss des ersten Kongresstages bot Theorie und Praxis zum Mitmachen.
Verletzungen und Überlastungen beim Sportklettern
GOTS-Newsletter Mai 2021
Sport für Kinder: Warum richtiges Training und die vernünftige Dosis so wichtig sind | PM April 2021
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Knochen, Muskeln, Sehnen, sowie der Stoffwechsel, „ticken“ im Alter des Heranwachsens noch anders. Deshalb sollte beim Sport explizit darauf geachtet werden, kind- und entwicklungsgerechtes Training anzubieten und kein reduziertes Erwachsenen-Training durchzuführen. Unter anderem diesem Thema widmet sich die GOTS als Partner auf dem Sports, Medicine and Health Summit 2021. Die Bewegungsaktivität ist bei Kindern größer als bei Erwachsenen. Das liegt am Überschuss neuronaler Transmitter, an der Dominanz zerebraler Antriebe, der Neugier und daran, dass körperliche Anstrengung von Kindern subjektiv weniger stark empfunden wird. Kinder sollten frühzeitig in ihrem Bewegungsdrang und ihrer „Bewegungsneugier“ gefördert werden, um das Interesse am Sport im frühen Schulkindalter (6-10 Jahre), im späten Schulkindalter (ab 10 Jahre) und später in der Pubertät zu erhalten. Ein sportmotorisches Training im Kindes- und Jugendalter dient nicht nur der der Leistungsoptimierung, der Haltungs- und Verletzungsprophylaxe, sondern auch der gesamt-physischen und psychischen Entwicklung. Während die Skelettmuskulatur morphologisch zwischen Kindern und Erwachsenen sehr ähnlich ist, gibt es bedeutende Unterschiede im Stoffwechsel und damit der Funktion der Muskeln, die es für das kindgerechte Training zu berücksichtigen gilt. Die Energiebereitstellung erfolgt zugunsten eines oxidativen Stoffwechsels. Deshalb ist zum Beispiel ein isoliertes und fokussiertes Krafttraining nicht zielführend. Ein alleiniges Training der anaeroben Kapazität ebenso wenig, wegen eingeschränkter Laktatbildung. Dazu kommt, dass der Testosteronspiegel bei Kindern beider Geschlechter sehr niedrig ist. Daher unterscheidet sich die Muskelkraft nur geringfügig zwischen Jungen und Mädchen. In der Pubertät beginnt – bedingt durch Hormonschübe – die Divergenz zwischen physiologischen Leistungsfaktoren und anthropometrischen Größen bei Jungen und Mädchen. Kurz vor der puberalen Phase kommt es zur Verzehnfachung des Testosteronspiegels bei Jungen. Die Muskelmasse nimmt von 27 auf 40 Prozent zu. Chronischer Bewegungsmangel: zwischen 6 und 8 Jahren steigt die Haltungsschwäche auf bis zu 70 Prozent Doch von der gesellschaftlichen Bewegungsarmut werden auch Kinder und Jugendliche nicht verschont. Ein chronischer Bewegungsmangel führt bei vielen zu Kraft- und Haltungsdefiziten. Ein kritisches Alter ist zwischen 6 und 8 Jahren: hier steigt die Haltungsschwäche bereits auf bis zu 70 Prozent, das Übergewicht auf 20 Prozent. Ein steigender Fettanteil führt zur Reduktion der sportmotorischen Leistungsfähigkeit. Hier wirkt ein kindgemäßes Muskel- und Krafttraining entgegen. Dieses hat positive Auswirkungen auch auf die gesamtmotorischen Fähigkeiten: die Bewegungen werden dynamischer, präziser, fließender. Der Grat zwischen Mangelbelastung und Verletzungsfolgen durch Überlastung muss stets im Blick bleiben. Die Empfindlichkeit des Gewebes von Kindern verhält sich proportional zur Wachstumsgeschwindigkeit. Der kind- bzw. jugendliche Bewegungsapparat ist im Vergleich zum Erwachsenen in größerem Maß der Gefahr von Überlastungsschäden durch unphysiologische Trainingsreize ausgesetzt. Die Belastungsverträglichkeit kann bei kalendarisch und auch biologisch gleichaltrigen Kindern sehr unterschiedlich sein. Der Knochen ist erhöht biegsam (relative Mehreinlagerung von weicherem fibrösem Gewebe), aber vermindert zug- und druckfest. Das Sehnen- und Bandgewebe ist aufgrund schwächerer struktureller Struktur (reduzierte micellare Anordnung) weniger zugfest. Das Knorpelgewebe, bzw. die Wachstumsfuge sind aufgrund wachstumsbedingter Teilungsrate und Differenzierung stärker gegenüber Druck- und Scherkräften gefährdet. Die Wiederherstellungszeit und Adaptation des passiven Bewegungsapparates verläuft langsamer als die subjektive „Erholung“. Überlastungsbedingte Verletzungen sind daher v.a. Wachstumsstörungen der Sehnenansätze (Osteochondrosen und Ossifikationsstörungen der Apophysen). Akute traumatische Verletzungen sind v.a. Apophysenausrisse und Avulsionsverletzungen. Präventiv sind eine muskuläre Beanspruchung und kindgerechtes Krafttraining zur umfassenden Ausbildung der körperlichen Leistungsfähigkeit unersetzlich. Wichtig dabei: eine optimale Ausbildung vielfältiger sportmotorischer Fähigkeiten für die Adaptation und Ausrichtung des Knochengewebes und die Zugfestigkeit des Bindegewebes.
Wings for Life – Renne für die Gesundheit anderer!
Am 9. Mai findet der Wings for Life Run – in diesem Jahr ausschließlich als App Run – statt. Die Young Academy ist Vorreiter und hat gleich für die gesamte GOTS ein App Run Team zusammengestellt. Hier ist natürlich auch so einiges zum Kongress zu erfahren. Also: teilen und Mitmachen! Laufe für das Leben und die Gesundheit anderer! Anmeldung: Zum GOTS-Team beim Wings for Life World Run Die Mission von Wings for Life: FORSCHUNG GIBT HOFFNUNG Genau in dieser Sekunde – während du das liest – verletzt sich jemand das Rückenmark und erleidet eine Querschnittslähmung. Das bedeutet: kein Gefühl in den Beinen, im schlimmsten Fall auch nicht mehr in den Armen und Händen. Bewegungsunfähigkeit. Man ist ständig auf Hilfe angewiesen. Wir möchten helfen. Als gemeinnützige Stiftung fördert Wings for Life weltweit Spitzenforschung. Das große Ziel: die Heilung von Querschnittslähmung. DEIN START. DEINE SPENDE Mit deiner Teilnahme am Wings for Life World Run tust du Gutes und hilfst dabei, dem großen Ziel näher zu kommen. Dein Startgeld und jede Spende fließen zu 100% in die Rückenmarksforschung.
Schnell umgeknickt und nun? Bandverletzungen am Sprunggelenk und ihre Behandlung
GOTS-Newsletter April 2021
Die verflixte Sportlerleiste | PM März 2021
Leistenschmerz bei Sportlern ist keine Bagatelle. Der plötzliche Ausfall eines professionellen Athleten kann nicht nur für seine eigene berufliche Karriere, sondern auch für seine Mannschaft enorme Folgen haben. Besonders hoch ist die Quote dieser Verletzung im Fußball und Eishockey. Während bei Eishockeyspielern eine Leistenverletzung in zwischen 13 bis 20 Prozent der Fälle bekannt ist, liegt die Inzidenz unter männlichen Fußballspielern für chronischen Leistenschmerz bei bis zu 18 Prozent. Eine zuverlässige Diagnose, was wirklich den Leistenschmerz auslöst, ist aber oft sehr schwierig. Betroffen von Leistenschmerzen sind vor allem Sportler, deren Bewegungsablauf durch schnelle Bewegungen mit abrupten Richtungswechseln gekennzeichnet ist. Gerade bei Fußballspielern, die im Laufschritt tretende und drehende Bewegungen ausführen, kombiniert mit kraftvollem Schießen des Balles, ist der akut einsetzende Leistenschmerz häufig zu beobachten. Auch bei Mannschaftssportarten wie Rugby, Football, Eis- und Feldhockey ist ein vermehrt durch Leistenschmerz bedingter Ausfall der Spieler zu verzeichnen. Aber auch Tennisspieler und Marathonläufer sind nicht selten betroffen. Bereits beim einfachen Joggen konnte eine Belastung des Hüftgelenkes mit dem 8-Fachen des eigenen Körpergewichts nachgewiesen werden. Dr. Andreas Koch Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, Cottbus: „Trotz der Häufigkeit von Leistenschmerzen bei Sportlern gibt es immer noch eine große diagnostische Unsicherheit. Schwierig wird die Diagnosestellung, wenn trotz aller Diagnostik und konservativen Maßnahmen der Schmerz in Ruhe verschwindet, sich aber unter Wiederaufnahme der Belastung zurückmeldet und keine echte Hernie nachweisbar ist. Dabei ist die klare Differenzierung entscheidend, um unnötige Operationen zu vermeiden, dauerhaften Schäden vorzubeugen und eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.“ Symptome der Sportlerleiste Bei einer „Sportlerleiste“ geben Patienten meist ziehende, teilweise stechende Schmerzen an. Diese haben fast immer eine Ausstrahlung Richtung Oberschenkelinnenseite (Adduktorenansatz) sowie zur Außenseite des Skrotums. Häufig hat der Schmerz auch einen brennenden, fast elektrisierenden Charakter, was ein eindeutiger Hinweis für eine Nervenkompression ist. Diese Nervenkompression entsteht, wenn die für eine Sportlerleiste typische Protrusion der Leistenkanalhinterwand bei Anspannung der Bauchmuskulatur den Nerven lokal komprimiert. Bei der Sportlerleiste liegt eine umschriebene Schwäche im medialen Anteil der Leistenkanalhinterwand vor. Hierdurch kommt es zu einer lokalisierten Vorwölbung der Transversalisfaszie in den Leistenkanal hinein. Dies führt bei Anspannung der Bauchdeckenmuskulatur und bei abrupten Bewegungen zu einem für die Sportlerleiste typischen Schmerz, welcher durch Kompression des R. genitalis des N. genitofemoralis hervorgerufen wird. Zusätzlich führt diese Schwäche der Leistenkanalhinterwand zu einer Erweiterung des Leistenkanals mit Retraktion des lateralen Anteils des M. rectus abdominis an seinem Ansatz am Os pubis. Therapie der Sportlerleiste Bei der Versorgung von Sportlerleisten gibt es noch kein ideales Therapiekonzept. Es fehlen prospektiv randomisierte Studien, welche die verschiedenen therapeutischen Ansätze und Verfahren vergleichen. Die Therapie richtet sich vor allem nach der „vermuteten“ zugrundeliegenden Ursache. Sie reicht von Schonung und anschließenden konservativen Trainingsprogrammen bis hin zu teils aufwendigen Operationen. Grundsätzlich gilt, je mehr die Beschwerden in Richtung Symphyse/Adduktoren ausstrahlen, desto eher sollte ein konservativer Ansatz gewählt werden und je mehr nach inguino-skrotal, desto eher operativ. Konservative Therapie Vor allem Zerrungen, Risse, Entzündungen und Reizungen sind der konservativen Therapie zugänglich. Hierbei wird durch Schonung der auslösende Reiz vermieden. Zusätzlich können durch antiinflammatorische Medikation und/oder lokale Injektion von Kortikosteroiden, Traumeel und Dextrose die Beschwerden gebessert werden. Intensive physiotherapeutische Programme mit Stretching und Friktionsbehandlungen sowie Massagen haben einen wichtigen Stellenwert im Rahmen der sportlichen Rehabilitation. Zusätzlich werden Koordinations- und Stabilisationsübungen zum Ausgleich muskulärer Dysbalancen sowie osteopathische Maßnahmen durchgeführt. Operative Therapie Prinzipiell werden 3 unterschiedliche operative Verfahren diskutiert. Geht man von einer Nervenkompression aus, so sollte eine lokale Neurolyse oder Neurektomie erfolgen. Für die „Imbalance“ der beteiligten Muskulatur werden neben Refixationen des lateralen Rektusmuskelrandes auch sog. Releasing-Verfahren vorgeschlagen. Außerdem wird die Stabilisierung der umschriebenen Schwäche/Vorwölbung der Leistenkanalhinterwand mit oder ohne Netzverstärkung empfohlen. Bei der Minimal-Repair-Technik nach Muschaweck, wird selektiv der Hinterwanddefekt unter Schonung der intakten Anteile mittels einer Fasziendopplung repariert. Dieses OP-Verfahren, das in Lokalanästhesie im tageschirurgischen Setting durchgeführt werden kann, vermeidet den Einsatz großflächiger, nichtresorbierbarer Kunststoffprothesen und ermöglicht den Erhalt des Muskelgleitlagers. In einer Studie mit 129 Patienten, davon 67 % professionelle Sportler, wurde die Effektivität nachgewiesen. So konnten die operierten Sportler im Durchschnitt nach 7 Tagen das Training wiederaufnehmen. Nach 14 Tagen waren 80 % der Sportler beschwerdefrei und konnten an ihre alte Form anknüpfen. Nachbehandlung Die Rekonvaleszenz umfasst mindestens 2 bis 6 Wochen. Die Nachbehandlung sollte in Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeten Physiotherapeuten erfolgen. Eine Schonung und das Vermeiden schweren Hebens sind obsolet. „Do what you feel you can do“ ist heute die Ansage an den Patienten. Die Druckbelastung eines Husten- oder Niesstoßes liegt deutlich höher. Gerade nach offenen Nahtverfahren wie dem Minimal-Repair ist eine schnelle Rückkehr zur normalen Aktivität und Wiederaufnahme des sportlichen Trainings möglich. Bei komplexeren operativen Eingriffen wie dem „Anterior pelvic floor repair“ ist eine Rückkehr zum vollen Training oft erst nach 8 bis 12 Wochen realistisch.
Nachruf auf Prof. Gerd Biehl – Gründungsmitglied der GOTS
Gerd Biehl studierte an der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar. Er promovierte mit einer Arbeit zur operativen Behandlung des Hohlfußes. 1977 habilitierte Biehl über Gestaltsfestigkeits-Untersuchungen von Osteosynthese-Implantaten. Seine Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie absolvierte Gerd Biehl an der Universitätsklinik Homburg/Saar und stieg unter Prof. Heinz Mittelmeier bis zum leitenden Oberarzt auf. Mit Jürgen Harms erweiterte er das Spektrum der Wirbelsäulenkorrekturen durch Einführung der Harrington Stäbe. 1982 übernahm Gerd Biehl die Leitung der Orthopädischen Klinik des St. Franziskus Hospitals in Köln. Es waren die Pionierjahre der zementfreien Endoprothetik des Hüftgelenks, die Biehl maßgeblich geprägt hat. Er erkannte frühzeitig das Potential der sich rasch verbreitenden neuen Implantationstechnik und baute die Klinik zu einer der führenden Endoprothesen-Abteilungen aus, die bis weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus angesehen war. In Zusammenarbeit mit der Industrie war Biehl an der Entwicklung anatomischer Schäfte und der Adaptertechnologie zur Rekonstruktion des CCD – Winkels beteiligt. 03.05.1939 – 13.03.2021 Aus seiner vorherigen Wirkungsstätte der Universitätsklinik Homburg/Saar brachte er die Begeisterung für die keramischen Implantate mit.Keramikpfannen und Keramikköpfe als optimale Reibungspartner gehörten zu seinem Credo. Gerd Biehl war aktiver Tennisspieler und dem Sport sehr verbunden. Er war Gründungsmitglied der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) und Vorsitzender des bekannten Leichtathletikvereins ASV Köln. Gerd Biehl war ein hervorragender Lehrer und Kollege, der seine Mitarbeiter in unnachahmlicher Weise motivieren konnte und stets für Innovationen und Neuerung im Gebiet der Orthopädie zu begeistern war. Seine Empathie für das Fach übertrug sich auf seine Ober- und Assistenzärzte. Seine gewinnende und überzeugende Art war Grundstein für die überregionale Akquisition von Patienten. Seine Mitarbeiter und Schüler sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. Für seine Mitarbeiter: Iris Bayer Nadine Dreyer Daniel Frank Ralf Schmidt Thomas Stock
Long COVID und der lange Weg zurück in den Sport – Mit welchen Auswirkungen Sportler in der Pandemie zu tun haben | PM März 2021
Von SARS-COV2 sind auch viele Sportler betroffen. Allein über 500 Kader-Athleten aus Deutschland haben oder hatten mit der Infektion zu kämpfen. Für einige bedeutet das die Aufgabe der Karriere und des Jobs, andere müssen sich auf einem langen Weg wieder mühevoll an die alte Leistung herankämpfen. Hinter den Kulissen forschen Sportwissenschaftler mit Hochdruck an den Schäden, die das Virus hinterlässt. Auch, um später verlässliche Reha- und Trainingspläne für Leistungs- und Breitensportler zu erstellen und einen sicheren Weg „Return to Sport“ aufzuzeigen. Die GOTS gibt demnächst ein Sonder-Magazin der SOT (Sports Orthopaedics and Traumatology) heraus, in welchem Themen rund um COVID und den Sport auf aktuellem Stand dargestellt werden. Derzeit läuft eine große Studie des Bundesinstitutes für Sportwissenschaften mit erkrankten Athleten. Dazu eine Reihe kleinerer Studien. Prof. Dr. Wilhelm Bloch, Leiter des Institutes für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln, erforscht die Mechanismen in der molekularen und zellulären Sportmedizin. Er sagt: „Wir wollen mögliche mittel- und langfristige Effekte erkennen. Momentan sind es jedoch vor allem Berichte und Fallstudien von Athleten, die sich zum Teil nach sieben Monaten immer noch mit den Nebenwirkungen herumschlagen.“ Selbst nach milden Verläufen werden Kurzatmigkeit, Fatigue (krankhafte Müdigkeit), eine verminderte Leistung und neurologische Ausfälle bei Sportlern beobachtet. Es gibt Gedächtnisprobleme, zum Teil Probleme mit dem Herzen und damit, normale Bewegungsabläufe zu koordinieren. Was auffällt: einige wenige Sportler haben sehr große Verluste an Muskelmasse (bis zu 10-15 Kilogramm), auch nach sehr kurzer Zeit. Rund 40 bis 50 Prozent der Covid-19 Erkrankten haben auch noch 3 bis 6 Monate oder länger nach der Erkrankung mit einem oder mehreren Symptomen zu tun – der Begriff für „Long COVID“. Bloch: „Warum zum Teil die Atemmuskulatur betroffen ist, wissen wir allerdings noch nicht.“ In einer eigenen Studie untersuchen Bloch und Kollegen die Effekte des Corona-Virus im Blut: „Wir sehen Veränderungen der roten Blutkörperchen – der Erythrozyten – die kleiner werden. Auch die Membran-Eigenschaften verändern sich.“ Ein „Return to Sport“ ist bei vielen Athleten noch nicht abzusehen. „Einige werden sich nicht so erholen, dass sie wieder ihr altes Leistungsniveau erreichen. Das kann eine Welt sein, die da zusammenbricht“, sagt Bloch. Auch im Olympiajahr werden Athleten den Anschluss nicht schaffen können. Vier Jahre später sind sie vielleicht schon „zu alt“ für ihre Sportart, um bei den Besten mitzumischen. Wichtig sei, dass die Sportler nicht ihren allgemeinen Gesundheitsstatus verlieren, so Prof. Bloch, aber auch das sei nicht bei allen auszuschließen. Die Ergebnisse werden erst in einem oder mehreren Jahren zu sehen sein. Obwohl Sportler ein gut trainiertes Immunsystem haben, kann etwas von der Erkrankung „hängen“ bleiben. Eine Herzbeteiligung sieht man häufig erst nach zwei bis drei Wochen. Deshalb gilt es, jeden Athleten erst langsam wieder an den Sport heranzuführen. Auch lange nach einer Symptomfreiheit ist es im Körper nicht vorbei mit Corona. Nach einem freien Intervall von mehreren Monaten, kommen Covid-19 Patienten mit verschiedenen Symptomatiken wieder zum Arzt – vor allem mit Leistungsminderung, Dyspnoe und Fatigue. Eine Mindestpause für Sportler nach Genesung sind 14 Tage. Danach beginnt ein dosiertes „Zurückführen“ – kein Training von 0 auf 100. Vorher sollte ein Sportler voll durchgecheckt werden, mit Lungenfunktionstest, Belastungs-EKG, in speziellen Fällen eventuell auch Kardio-MRT. Die Reha-Programme bestehen derzeit im Wesentlichen aus einem Atemmuskeltraining und einem spezifischen Atemtraining, welches in das Sport-Training eingebaut ist. Spezielle Reha-Programme werden schrittweise mit Auswertung immer größerer Datenmengen von erkrankten Sportlern erarbeitet. Im Herbst wissen die Forscher dazu schon mehr.
GOTS Komitee Concussion gegründet
Ende Februar 2021 gründete sich das jüngste Komitee der GOTS – das Komitee Concussion. Künftig sollen hier aktuelle Themen zum Thema Gehirnerschütterung im Sport besprochen werden. Dazu zählen unter anderem: Die Aufklärung: Wie erkenne ich eine Concussion? Das Vermitteln der Diagnostik sowie der Verlaufsbeurteilung Der Wissenstransfer gedacht für allgemeine Sportmediziner, Physiotherapeuten, Trainer und Betreuer Erarbeiten von einfach verständlichem Informationsmaterial Aufbau eines Netzwerkes von spezialisierten Kliniken im Deutschen Sprachraum Erarbeiten eines strukturierten und Evidenz-basierten Behandlungsprotokolls Im Fokus steht dabei besonders die Concussion bei Risikogruppen (u.a. bei Kindern) Die Mitglieder im Komitee Concussion sind: Leiter: Philippe Tscholl Nina Feddermann-Demont Hubert Hörterer Werner Krutsch Martin Prantl Klaus Reinsberger Iris Reuter Friedemann Schneider