Nachruf: Prof. Hans Bauerfeind

Prof. Hans Bauerfeind ist kurz vor Vollendung seines 82. Lebensjahres gestorben. Mit ihm verlieren die Deutsche Herstellersparte für medizinische Hilfsmittel und die Deutsche Orthopädie einen der innovativsten und bedeutendsten Familienunternehmer. Er war nach seinem Studium zum Textilingenieur ab 1962 sechs Jahrzehnte lang in seinem vom Vater Rudolf übernommenen Unternehmen tätig. Ursprünglich in Zeulenroda gegründet, wurde die Firma Bauerfeind 1949 in Darmstadt aufgebaut und 1978 nach Kempen verlagert. Zu dieser Zeit nahm er mit untrüglichem Unternehmerinstinkt die Idee von Prof. Dr. Heinrich Heß (damals betreuender Arzt der Deutschen Fußballnationalmannschaft und später Gründungspräsident der GOTS) für eine völlig neue, komprimierende Gelenk-bandage auf. Daraus wurde die Genutrain-Bandage entwickelt und eine ganze Generation von Train-Bandagen, welche die Konkurrenzprodukte vom Weltmarkt verdrängten und seinem Unternehmen zur globalen Bedeutung verhalf. Praktisch alle heute weltweit produzierten Gelenk-Bandagen sind nach dieser Idee gefertigt, welche im Sinne einer funktionellen Frühtherapie durch Kompression und Bewegung die Nachbehandlung nach Sportverletzungen, bei Sportschäden und später auch bei degenerativen Gelenkschäden revolutionierte. Für Hans Bauerfeind bedeutete die Deutsche Einheit ein Geschenk für Deutschland. Daher war es für ihn keine Frage, seine Firma von Kempen am Niederrhein in die Heimatstadt seiner Familie – nach Zeulenroda – zu verlagern. Er bewies unternehmerischen Mut und Risiko und ließ moderne Produktionsstätten für seine Firma im wirtschaftlich darniederliegenden Zeulenroda aufbauen. Auf dem Hügel von Zeulenroda ließ er den Bauerfeind-Turm (analog zum BMW-Turm von München) errichten. Das FDGB-Ferienheim am See ließ er zum erfolgreichen See-Tagungshotel mit Wellnesseinrichtungen umbauen. Weitere Investitionen erfolgten in den Tourismusbereich der ländlich einst „abgehängten“ Region. Damit übernahm er unternehmerische Verantwortung für den Aufbau Ost und ermöglichte viele Arbeitsplätze, stärkte das Selbstbewusstsein und sorgte für Hoffnung in der Bevölkerung. Hans Bauerfeind besaß ein hohes Qualitätsbewusstsein mit dem Festhalten am deutschen Produktionsstandort, welches insbesondere nach der Rückverlagerung der Firma nach Zeulenroda zur Fertigung zahlreicher weiterer erfolgreicher medizinischer Hilfsmittel für Wirbelsäule und Füße sowie von Phlebologen mitentwickelte Kompressionsstrümpfe zur überragenden Weltgeltung mit zahlreichen Tochtergesellschaften führte. Der Sportmedizin war er immer treu verbunden als „Offizieller Service Partner der Stiftung Deutsche Sporthilfe“, bei vielen olympischen Spielen mit Betreuerteam vor Ort und Unterstützung auch des Betreuerstabes der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Der Hall of Fame Basketballer Dirk Nowitzki wurde zum Markenbotschafter der Firma Bauerfeind. Besonders die GOTS hat ihm für seine Unterstützung viel zu verdanken. Neben der Unterstützung als Partner der GOTS-Jahreskongresse, der Förderung der Ausbildung zum GOTS-Sportarzt, des Young-Investigator Awards für junge wissenschaftlich interessierte Ärztinnen und Ärzte und des internationalen Austauschprogramms (Asien-Fellowship) entschied sich Hans Bauerfeind auch zu spontaner unkonventioneller Unterstützung: Als amerikanische Kollegen die englische Ausgabe des GOTS-Manuals verhindern wollten, übernahm er die Produktionskosten und ließ das Buch „Made in Germany“ in den neuen Bundesländern herstellen. Auch als zum 30-jährigen Bestehen der GOTS für die Jubiläumsbroschüre kein Geld bereitgestellt wurde, übernahm er kurzerhand die Druckkosten, um das Erscheinen zu ermöglichen. Ein großes Anliegen war ihm der Aufbau eines großen sportorthopädischen Kongresses in seiner Heimatstadt Zeulenroda. Vor 15 Jahren bat er die GOTS, einen fachlich hochwertigen Kongress in seiner Heimatstadt zu organisieren. Er wollte, dass auch im Osten Deutschlands die Ärzte eine Kongressheimat finden sollten. Mittlerweile ist der Zeulenrodaer-Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie (ZKOS) mit über 200 Ärztinnen und Ärzten zu einer festen Größe im Kongresskalender geworden. Hans Bauerfeind erhielt zahlreiche Ehrungen, u.a.: Konrad-Adenauer-Preis „Soziale Marktwirtschaft“ Honorarprofessur an der Fachhochschule Münster Erich-Krieg-Medaille der Dt. Gesellschaft für Phlebologie Auszeichnung als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands Unternehmer des Jahres Beirat für nachhaltige Entwicklung Ehrung als einer der besten und innovativsten Mittelstandsunternehmer Hans Bauerfeind war als Unternehmer entscheidungsfreudig und nicht selten unkonventionell. Er legte Wert auf ein harmonisches Arbeitsklima und pflegte einen fast väterlichen Umgang mit seinen Mitarbeitern. Er stiftete eine Professur für Phlebologie an der Ruhr-Universität-Bochum und veranlasste viele soziale Wohltaten in seiner Heimat Zeulenroda, durch die viele Arbeitsplätze entstanden sind. Mit Hans Bauerfeind verlieren wir einen der bedeutendsten Familien-unternehmer Deutschlands sowie einen guten Freund, der immer viel gefordert, aber auch immer viel zurückgegeben hat durch sein Verantwortungsbewusstsein für Ostdeutschland sowie für sein Unternehmen, seine Mitarbeiter, für die deutsche Medizintechnik und ganz besonders für seine Familie. Seine Firma ist auch zukünftig in guten Händen. Wir werden ihn alle sehr vermissen und drücken seiner Familie unser tief empfundenes Beileid aus. Ernst Jünger: Mit jedem dieser Sehr-Alten, deren Namen uns seit Jahrzehnten vertraut sind, geht mehr dahin als nur eine Person, eine Zeit nimmt Abschied Prof. Dr. Martin Engelhardt Prof. Dr. Heinrich Heß
Young Academy: Bericht GOTS Zertifikatskurs Stuttgart 2023

Bericht: Jana Graf Vom 21.04-23.04.2023 fand in Stuttgart das letzte Modul für den Zyklus acht des Sportarztzertifikates statt. Als Mitglied der Young-GOTs durfte ich als Studentin hier ebenfalls teilnehmen und konnte viel neues Wissen und großartige Erfahrungen sammeln. Das Thema des Moduls war Spielsportarten, was mich besonders interessierte, da ich selbst seit vielen Jahre Volleyball spiele und schon so einige Male mit Verletzungen in diesem Bereich konfrontiert wurde. Zu den Schwerpunkten zählten unter anderem Muskel- und Sehnenverletzungen, Verletzungen und Therapieoptionen des Knie- und Handgelenks sowie typische Verletzungsmuster bei Mannschaftssportarten. Stattgefunden hat der Kurs im Olympiastützpunkt unter der Leitung von Prof. Dr. Frieder Mauch M.A., Dr. Mario Bucher und Dr. Florian Langhoff, die sich allesamt groβe Mühe bei der Organisation und Durchführung dieses Kurses machten. Die Vorträge wurden von erfahrenen Experten, wie zum Beispiel Jochen Hahne (Teamarzt des FC Bayern), in den verschiedenen Schwerpunkten gehalten und man konnte durch anschauliche Fallbeispiele und interessante Diskussion als Studentin viel mitnehmen. Die Praxis kam dabei ebenfalls nicht zu kurz. Am Freitag gab es einen Ultraschallkurs und wir führten unter Anleitung von erfahrenen Physiotherapeuten verschiedene funktionelle Assessments im Bereich Return-to-sport durch. Samstags ging es am Nachmittag in das Trainingszentrum, wo wir eine Einführung in funktionelles Training, Isokinetisches Training und Speedcourt bekamen. Als krönender Abschluss des vorletzten Tages sahen wir uns noch das spannende Basketballspiel der MHP Riesen Ludwigsburg vs. Würzburg Baskets (1.Bundesliga), bei denen Dr. Florian Langhoff als betreuender Teamarzt tätig ist an. Am Sonntag gab es dann noch eine Reihe spannender Vorträge und das Wochenende wurde mit einem kurzen Testat abgeschlossen. Alles in allem war es für mich als Studentin eine tolle Erfahrung und ich konnte viel Wissen sammeln sowie neue Kontakte im Bereich der Sportmedizin knüpfen.
3. Hanse Sportorthopädie Tage

Bericht: Emina Gasi / Andrzej Jasina Am 06.05.2023 fanden an der Ostseeküste die 3. Hanse-Sportorthopädie Tage statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Dr. C. Lutter und Arzt Andrzej Jasina (Team Sportorthopädie, Uniklinik Rostock) begann die Veranstaltung in Rostock mit einer Präsentation der GOTS unter besonderer Berücksichtigung der Aktivitäten der Young Academy. Die Gesellschaft und ihre Kooperationspartner wurden vorgestellt und anstehende Veranstaltungen der GOTS, wie z.B. der Jahreskongress in Luxemburg, wurden präsentiert. Nach dem Kurzvortrag erklärten Dr. Lutter und Frau Liebau die Kunst der Arthroskopie; was die Definition ist, welche Indikationen und Kontraindikationen es gibt und wie die allgemeine Handhabung funktioniert. Das theoretische Wissen wurde dann direkt in praktische Fertigkeiten an Simulatoren umgesetzt. Die Studenten hatten die Möglichkeit, die Arthroskopie in kleineren Gruppen unter Aufsicht an Schultermodellen zu üben. Ein weiterer Schwerpunkt der Workshops war die Sonographie des Bewegungsapparates. Auch hier konnten sich die Studierenden gegenseitig sonographieren, um neben theoretischem Wissen auch praktische Fertigkeiten zu erwerben. In der Mittagspause, in der die Studierenden den außergewöhnlich köstlichen Stationskaffee genießen konnten, wurde der alte Weg des „Networking“ gepflegt. Danach wurden weitere praktische Fertigkeiten wie arthroskopisches Knoten und chirurgisches Nähen an speziell entwickelten Übungssimulatoren geübt. Zum Abschluss gab es eine interaktive Falldiskussion mit aktuellen Berichten aus dem Tokyo Olympic Village und ein kurzes Quiz. Nach der Preisverleihung an den Quizsiegerin und einer Evaluationsrunde verabschiedeten sich die Teilnehmer schließlich. Insgesamt war die Veranstaltung sehr informativ und bot den Teilnehmern eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Networking. Im kommenden Herbst findet die 4. Hanse-Sportorthopädie-Veranstaltung statt, bei der die Studierenden wieder die Möglichkeit haben, sowohl theoretisches Wissen über die Sportorthopädie als auch praktische Fertigkeiten in diesem Zusammenhang zu erlernen.
Young Academy Schulter Sonographie Nachmittag in Graz

Bericht: Pia Winkler, Elena Neunteufel Am Standort Graz haben sich am 15. Mai 2023 eine Gruppe motivierter Studenten getroffen, um mehr über Sportorthopädie und dessen Diagnostik zu lernen. Unter der Leitung des Grazer Schulterspezialisten Dr. Rolf Michael Krifter (Orthomedicum Graz) hatten die Mitglieder der GOTS Young Academy und der AGA-Students die Möglichkeit mehr über die Schulter-Sonographie zu erfahren. Anhand von Fallbeispielen konnten die Teilnehmer ein umfassendes Verständnis der Schulteranatomie, der Pathologien und der diagnostischen Techniken erlangen. Wir Studenten wissen nun warum das Coracoid so steht wie es steht, oder warum der lange Bizepssehnenansatz auch als „Appendix der Schulter“ betitelt werden darf. Doch ganz nach dem praktischen Ansatz des Schulterspezialisten, lag der Schwerpunkt des Workshops bei der Diagnostik und der Arbeit am Patienten. Die intensive, interaktive Anamneseerhebung war besonders lehrreich. So konnte im Teamwork die Physio- und Pathologie des Glenohumoralgelenkes eruiert werden. In der Hands-On-Trainingseinheit sammelten die Teilnehmer praktische Erfahrung bei der Durchführung von Schulterultraschalluntersuchungen. Unter der Anleitung von Dr. Krifter lernten die Teilnehmer die richtigen Techniken für die Platzierung des Schallkopfs, die Bildoptimierung und die Interpretation der sonographischen Befunde. Insgesamt verging der Nachmittag viel zu schnell und wir freuen uns auf den nächsten gemeinsamen Kurs! Vielen herzlichen Dank an Dr. Rolf Michael Krifter für die Nachwuchsförderung und den aktiven Einsatz für uns Jungen! Der PK Leech unter der Führung von Prim. Dr. Kügler lieben Dank für die wunderbare Gastfreundschaft!
Orthopädische Hilfsmittel unverzichtbare Therapiesäule „rund ums Knie“ I PM Juni 2023
GOTS und eurocom unterstreichen mit neuer Publikation die Bedeutung der Konservativen Therapie und ihrer orthopädischen Hilfsmittel als Alternative und Ergänzung zu operativen Eingriffen Berlin, 26. Juni 2023. „Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenkes: wie helfen orthopädische Hilfsmittel?“ – so lautet der Titel des Booklets, das die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) und die Europäische Herstellervereinigung für Kompressionstherapie, orthopädische Hilfsmittel und digitale Gesundheitsanwendungen, kurz: eurocom, als zweite gemeinsame Neuerscheinung veröffentlichen. Renommierte Orthopäden und Unfallchirurgen stellen darin den aktuellen Wissensstand in der konservativen und postoperativen Behandlung ausgewählter Diagnosen und den effektiven Einsatz orthopädischer Hilfsmittel dar, etwa bei der schmerzhaften Gonarthrose und bei Bandruptur. Thomas Tischer, Mitherausgeber und Präsident der GOTS, dazu: „Überall lesen wir von zu vielen Operationen. Dabei ist die Konservative Therapie ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung unserer Patienten bei Verletzungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, Inhalte der Konservativen Therapie in der theoretisch-praktischen Ausbildung und in der wissenschaftlichen Publizistik stärker zu verankern. Einen Beitrag dazu leistet die vorliegende Publikation.“ In Deutschland leiden rund 33 Millionen Menschen an Erkrankungen oder Verletzungen des Bewegungsapparates – und damit an Schmerzen, Mobilitätseinschränkungen und einem Verlust an Lebensqualität, vor allem dann, wenn es sich um chronische Erkrankungen handelt. Die konservative Behandlung mit orthopädischen Hilfsmitteln stellt in vielen Fällen eine Alternative oder postoperative Ergänzung dar, um Beschwerden zu lindern und Patienten wieder zu mobilisieren. Oda Hagemeier, Geschäftsführerin eurocom, erklärt: „Wir setzen uns dafür ein, den medizinischen Nutzen und die Wirksamkeit orthopädischer Hilfsmittel zu vermitteln. Daher freuen wir uns, mit den vorliegenden medizinischen Fachbeiträgen, die die neuesten Erkenntnisse erfahrener Spezialisten widerspiegeln, nun schon zum zweiten Mal ein Projekt unterstützen zu dürfen, das an konkreten Beispielen verdeutlicht, wie orthopädische Hilfsmittel helfen.“ Ab sofort steht „Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenkes – wie helfen orthopädische Hilfsmittel?“ kostenlos unter www.eurocom-info.de/service/publikationen zur Verfügung. Aus dem Inhalt Brace-Test vor Umstellungsosteotomie – Prädikator für Outcome? (PD Dr. med. Gerrit Bode, Praxisklinik 2000 Freiburg) // Hilfsmittelversorgung bei Gonarthrose – was ist bewiesen? (PD Dr. med. Thilo Hotfiel, Klinikum Osnabrück) // Konservative Therapie der HKB-Ruptur – wann und wie? (Dr. med. Björn H. Drews, St. Vinzenz Klinik Pfronten) // Postoperative Hilfsmittelversorgung nach Knie-OP – wie ist die Compliance? (PD Dr. med. Philipp Minzlaff, Orthoclinic Agatharied) [Titelseite „Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenkes – wie helfen orthopädische Hilfsmittel?“] Über eurocom eurocom ist die Herstellervereinigung für Kompressionstherapie, orthopädische Hilfsmittel und digitale Gesundheitsanwendungen. Der Verband versteht sich als Gestalter und Dialogpartner auf dem Gesundheitsmarkt und setzt sich dafür ein, das Wissen um den medizinischen Nutzen, die Wirksamkeit und die Kosteneffizienz von Kompressionstherapie und orthopädischen Hilfsmitteln zu verbreiten. Zudem entwickelt eurocom Konzepte, wie sich die Hilfsmittelversorgung aktuell und in Zukunft sicherstellen lässt. Dem Verband gehören nahezu alle im deutschen Markt operierenden europäischen Unternehmen aus den Bereichen Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel an. Pressekontakt Antje Schneider, eurocom – european manufacturers federation for compression therapy and orthopaedic devices Reinhardtstraße 15, D – 10117 Berlin Fon: +49 (0) 30 – 25 76 35 063 , Mobil: +49 (0) 1 76 – 61 33 07 60, Mail: antje.schneider@eurocom-info.de, www.eurocom-info.de
Das sind die Preisträger des 38. GOTS-Kongresses

Preisträger 2023 SPORLASTIC Posterpreis Platz 1: Blasimann, Angela „Bilateral neuromuscular control one year after anterior cruciate ligament reconstruction or conservative treatment“ Platz 2: Bühl, Linda „Vergleichbare Knie-Biomechanik aber unterschiedliche Muskelaktivierung nach VKB Naht mit InternalBrace Verstärkung und VKB Rekonstruktion“ Platz 3: Luijten, Sietske „Occurrence of injuries and illnesses in adapted sports; A forty-week prospective cohort study“ Young Investigator Award – by Bauerfeind Platz 1: Vieider, Romed Peter „Knee rotation in lateral radiographs result in overestimated posterior tibial slope measurements in clinical practic“ Platz 2: Steffen, Femke „Development of genu varum in young professional soccer players“ Platz 3: Gugg, Kristina „Alternative Mesenchymal Stem Cell Sources for Cartilage Regeneration“ Bester Vortragspreis – by Smith & Nephew Platz 1: Mouton, Caroline „Morphological factors and radiological signs for posterior root tears of the lateral meniscus associated with anterior cruciate ligament injuries“ Platz 2: Moser, Lukas „Zerkleinerung des Knorpels mittels Shavers reduziert die Viabilität von bovinen Knorpelzellen unabhängig von Shavergröße“ Platz 3: Urhausen, Anouk „A decade of the Delaware-Oslo ACL treatment algorithm: What are the long-term outcomes?“ SOT-Paper of the highest public interest 2021/22 – by Elsevier Platz, 1: Burgstahler, Christof „Nieß, Andreas, Return to Sports nach COVID-19“ Platz 2: Puta, Christian „Haunhorst, Simon; Bloch, Wilhelm, Post-akutes COVID-19 (“long-COVID”): Andauernde Symptome, mögliche Ursachen und symptomgeleitetes post-akut COVID-19 Management zur Wiedererlangung der körperlichen Leistungsfähigkeit (Scoping Review)“ Platz 3: Gränicher, Pascale Scherr „Johannes, Do athletes benefit from preoperative physical therapy before ACL-reconstruction?“
Kongress-Impressionen

FOTOS: Radtour & Charity-Lauf ©Peter Binz, Schweiz
Dr. Christian Nührenbörger vom CHL Luxemburg ist „Sportarzt des Jahres 2023“

Dr. Christian Nührenbörger, Leiter der Abteilung für Sportorthopädie und Chef de service adjoint de la Médecine du Sport et de la Prévention am Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) ist von Europas größter Vereinigung für Sportorthopädie zum „Sportarzt des Jahres 2023“ gekürt worden. Nührenbörger, der in diesem Jahr gleichzeitig Kongresspräsident der Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin und Gastgeber in Luxemburg ist, wird für seine länderübergreifenden Verdienste in der Sportmedizin geehrt. Die Auszeichnung wird bereits zum 2. Mal einem Luxemburger zuteil – 2016 war bereits Dr. Axel Urhausen vom CHL zum Sportarzt des Jahres ernannt worden. „Mir fehlen die Worte, ganz große Überraschung. Ihr seid verrückt“, sagt Nührenbörger, der von der Auszeichnung völlig ´überrumpelt´ wurde. „Ich danke der GOTS, den Verbandsärzten, meinen Kollegen Romain Seil und Axel Urhausen und natürlich meiner Familie für die Unterstützung. Es ist mir eine große Freude, den Titel anzunehmen.“ Mit Dr. Christian Nührenbörger ist die nicht-chirurgische Sportorthopädie als Säule der sportmedizinischen Betreuung auch in Luxemburg nicht mehr wegzudenken. Inzwischen musste im Wartezimmer des CHL für seine Notfall-Sprechstunde sogar ein Nummer-Zieh-Gerät installiert werden. Nührenbörger studierte Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (D), mit Auslandsaufenthalten in Lille und in den USA. Seine Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie absolvierte er u.a. an der Klinik für Unfallchirurgie der Universität Magdeburg, dem Krankenhaus für Sportverletzte Hellersen sowie der Orthopädischen Klinik der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar. 1997 erfolgte die Promotion mit einer Dissertation zu „Frakturen und Luxationen der Fußwurzelknochen“. Er absolvierte Zusatzbezeichnungen in Sportmedizin und Chirotherapie sowie Ausbildungen in Osteopathischer Medizin, Atlastherapie sowie Manualmedizinischer Diagnostik und Therapie bei bewegungsgestörten Säuglingen und Kindern. Seit 2004 ist er tätig im Centre Hospitalier de Luxembourg. In Containern auf dem Klinik-Parkplatz gestartet, hat er es mit seiner Hartnäckigkeit geschafft, in Teamarbeit mit Romain Seil, seinen Bereich als Leiter der Sportorthopädie in der Sportmedizin zu etablieren. Nührenbörger verfügt über langjährige Erfahrungen in der sportmedizinischen Betreuung von Vereinen, Verbänden und Nationalmannschaften in Deutschland und Luxemburg in verschiedensten Sportarten – u.a. Rudern, Fußball, Triathlon – bei nationalen und internationalen Sportereignissen. So war er als Arzt u.a. bei den 3 letzten Olympischen Spielen für Luxemburg, sowie bei den Europa-Spielen und den Europäischen Jugendspielen. Der Arzt hat sein Engagement und Fachwissen aber nicht nur bei der Betreuung von Sportlern auf höchstem Niveau bewiesen – sein Einsatz gilt genauso den Freizeit- und Gesundheitssportlern bis hin zum „bewegten oder zu bewegenden“ Patienten. Er legt großen Wert auf die ethischen Grundprinzipien des ärztlichen Berufs. So fiebert er mit seinen Sportlerpatienten und freut sich über gute Leistungen, lehnt aber Erfolge um jeden Preis ab. Seine Haltung im Kampf gegen Doping und Machtmissbrauch im Sport war und ist immer eindeutig und exemplarisch. Seit 2003 ist Christian Nührenbörger Mitglied der GOTS, seit 2022 im Vorstand, arbeitet im Komitee Kindersportorthopädie und der Kommission Bildung mit. In Luxemburg ist er Mitglied der Medizinischen Kommission des Nationalen Olympischen Komitees sowie des Vorstands des Olympiastützpunktes LIHPS. Ab Oktober wird er die Leitung der Sportmedizinischen Abteilung des CHL übernehmen. ©Peter Binz (CH)
38. Jahreskongress: GOTS meets scientific partners: UEFA – Football Medicine

Fußball ist eine der weltweit am meisten ausgeübten Sportarten mit spezifischen Verletzungen. Professor Werner Krutsch vom FIFA Medical Centre of Excellence Regensburg und Professor Markus Waldén von der Football Research Group in Linköping werden unter der Schirmherrschaft der UEFA in dieser speziellen Fußball-Medizin Sitzung die wissenschaftlichen Ergebnisse des vorderen Kreuzbandregisters des deutschen Amateur- und Profifußballs sowie der UEFA Elite Club Study präsentieren. Football is one of the most played sports worldwide with specific injuries. Professor Werner Krutsch from the FIFA Medical Centre of Excellence Regensburg and Professor Markus Waldén from the Football Research Group in Linköping will present the scientific results of the anterior cruciate ligament register of German amateur and professional football and the UEFA Elite Club Study in this special football medicine session.
GOTS-„Fellows“ aus Asien und Südafrika zu Gast in europäischen Kliniken und Praxen
Über moderne Operationstechniken im Bereich der Knie- und Schulterchirurgie haben sich jetzt sechs junge Ärzte aus Japan, Südkorea und Südafrika im Klinikum Osnabrück informiert. Sie beteiligen sich an zwei Austauschprogrammen, die von der Deutschen Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin (GOTS) und der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) angeboten werden. Zielsetzung dieser seit 1991 angebotenen Austauschprogramme ist es, dass junge Mediziner ihr Fachwissen im Bereich der Sportorthopädie durch Kontakte zu angesehenen Ärzten des Fachs über Ländergrenzen hinweg erweitern können. Der Besuch der vier Teilnehmer des „Asien-Fellowships“ (je zwei aus Japan und Südkorea) und der beiden Gäste des „Südafrika-Fellowships“ dauert noch bis Mitte Juni. Neben dem Klinikum Osnabrück gehören weitere Krankenhäuser im ganzen Bundesgebiet sowie in Österreich, der Schweiz und Luxemburg zu den Stationen der Reisen, in deren Verlauf u.a. Besichtigungen, Vorträge, Hospitationseinsätze und kleine Tagungen auf dem Programm stehen. Die Teilnehmenden begleiten dabei Operationen, können medizinische Fälle und Therapieverfahren diskutieren und sich einen Überblick über die Gesundheitssysteme und die kulturellen Gegebenheiten zum Thema Gesundheit verschaffen. Die Austauschreisen werden jeweils abwechselnd für Mediziner aus Asien/Südafrika und dann aus Deutschland angeboten. Wie in der Vergangenheit wurden die Programme der Informationsreisen von Prof. Dr. Martin Engelhardt, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Osnabrücker Zentrums für muskuloskelettale Chirurgie (OZMC) am Klinikum Osnabrück, und Priv.-Doz. Dr. Casper Grim, dem Chefarzt für Orthopädie und Sportmedizin des Klinikums, vorbereitet. Weiter war der Assistenzarzt Dr. Markus Kracke an der Organisation des Programms und der Begleitung der Gäste beteiligt. Bei ihrem Besuch im Klinikum Osnabrück wurden die sechs Fellows auch von Geschäftsführer Frans Blok begrüßt. Dass mit ihm ein Niederländer einer der beiden Leiter des Osnabrücker Hauses der Maximalversorgung ist, stellt, wie Prof. Engelhardt im Smalltalk schmunzelnd betonte, ein treffendes Beispiel dar, wie gut internationale Zusammenarbeit im Gesundheitssektor funktioniert. Medizinischer Wissensaustausch über Ländergrenzen lohnt sich nach seinen Angaben besonders, da teils unterschiedliche Therapiemethoden bei ähnlichen Diagnosen verbreitet sind, zu denen sich die Ärzte bei solchen Gelegenheiten aus erster Hand informieren können. „Fellows“ aus Japan, Südkorea und Südafrika im Klinikum Osnabrück: Geschäftsführer Frans Blok begrüßte die Teilnehmer der von den Orthopädie-Chefärzten Prof. Dr. Martin Engelhardt und Priv.-Doz. Dr. Casper Grim organisierten Austauschprogramme Danach ging es für die Fellows am 23. Mai weiter in die Hansestadt Rostock zum Universitätsklinikum. Dank DB mit massiver Verspätung und in völlig überfülltem Regionalexpress, aber da kann man nun mal nichts machen. Weiter ging es am 25. Mai nach Berlin- ausnahmsweise kam die Bahn hier pünktlich. Die Fellows wurden bereits mit im Op eingebunden und am Nachmittag gab es spannende Vorträge vor kleinem Publikum. Am 7. Juni kamen die Fellows nach Basel, wo sie am 8. Juni schon mit in den OP und ins Labor gingen. Wohlbehalten kamen die Nachwuchsmediziner am 11. Juni auf Ihrer letzten Station der Road-to-Luxembourg dann in Heidelberg an. Hier warteten am nächsten Tag gleich spannende Operationen auf sie, zusätzlich ging es zum Olympiastützpunkt und ein bisschen Sport musste sein. Am Mittwoch, 14. Juni geht’s weiter nach Luxemburg – zum großen Kongress der GOTS.