Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

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Online Veranstaltungsreihe „Sportlerforum“ – in Zusammenarbeit mit der GOTS

SPORTLERFORUM – STARTEN SIE SPORTLICH IN DIE WOCHE!   congressLIVE , die GOTS und andere Partner präsentieren ein neues Format für ein erweitertes Publikum. Dr. Gunter Frenzel, GOTS-Sportarzt des Jahres im persönlichen Gespräch mit Weltmeistern: über Corona, Herausforderungen, Leistung, Training… und mehr. Sportler im Porträt – ein Leben im Fokus – der Weg zum Sieg. Seien Sie dabei! Entweder live zum jeweiligen Datum – oder als Podcast auch hinterher – hier.     –

GOTS-Bericht: Sportmedizinische Weiterbildung im Trail-Running

Ein Bericht von Prof. Volker Schöffl, Bamberg | Fotos: Dr. Michael Simon | Pitztal 23.-25.9.2020   Unter der Leitung von Prof. Volker und Fr. Dr. Dr. Isabelle Schöffl fand erstmals eine sportartspezifische sportmedizinische Weiterbildung zum Thema Trailrunning statt. Unter der Schirmherrschaft der GOTS trafen sich die Teilnehmer im wunderschönen Hotel „Vier Jahreszeiten“ im Pitztal Tirol. Unter entsprechenden Corona-Auflagen und einem angepassten Hygienekonzept konnte die Fortbildung kurz vor dem „Lockdown“ in Tirol noch problemlos stattfinden. Dabei bietet das Pitztal vor allem auch für die Praxisteile im Trailrunning ein perfektes Umfeld, liegt es doch auf der Strecke des legendären Transalp Runs und beheimatet bekannte Trail-Events wie den Pitz Alpine Gletschertrail. Während in den Theorieteilen Trailrunning von orthopädischer sowie kardiologischer, biomechanischer und sportwissenschaftlicher Seite ausführlich dargestellt und untersucht wurde, lag ein weiterer Schwerpunkt vor allem in der spezifischen Spiroergometrie. Das Team der Sportmedizin Bamberg bzw. der Kinderkardiologie Erlangen hat im Bereich der mobilen Spiroergometrie beim Trail-Laufen, Skibergsteigen und Kindersport eine hohe Expertise, welche in die Fachvorträge und die praktische Messung einflossen. So wurden mobile spiro-ergometrische Feldtests demonstriert und dann gemeinsam mit den Teilnehmern ausgewertet.                   Natürlich kam auch die Praxis nicht zu kurz. Kurz vor dem Wintereinbruch konnten wir gemeinsam noch einen 4h Lauf, vorbei am Riffelsee und hoch zum Taschachhaus am Gletscher durchführen. Dabei waren die Teilnehmer alle sportlich auf höchstem Niveau, Ex-Hawai-Ironman Absolventen oder bereits Transalp Finisher. Für die gemäßigtere Gruppe ging es mit Trail-Guide Mario hoch zum Riffelsee und vorbei an Murmeltieren auf wunderschönen alpinen Trails wieder hinab ins Tal. Nachdem am Tag 2, Freitag, der Winter kam, stellten wir kurzfristig das Programm um und waren schon früh um 7 unterwegs in Regen und Nebel hoch Richtung Braunschweigerhütte um dann am Vormittag im warmen Stübchen die Vorträge zu hören und dem Schneetreiben draußen zuzusehen. Unser Dank gilt dem Team des Hotels Vierjahreszeiten Pitztal, dass wir in dieser schwierigen Zeit diese Veranstaltung perfekt gestalten konnten. Hier im Hotel wird der Trailrunning-Sport von Seniorchef, über Chefin Jasmin Walser, Koch und Personal nicht nur geschätzt, sondern auch selbst auf hohem Niveau gelebt. Wenn man als durchnässter Läufer in die Lobby eintritt gibt es keine „schiefen“ Blicke, sondern ein sportliches, „wow, wo warst denn oben!“. Danke an Euch und bis zum nächsten Mal!   Nachtrag: Winterreifen wären auch im September im Pitztal hilfreich….

Vorbeugen ist besser als heilen: Neues Buch „Primärprävention von Sportverletzungen“ erschienen | PM September 2020

Aus dem 6. Expertenmeeting der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist ein hochwertiges Buch hervorgegangen, welches Ärzten, Trainern, Therapeuten und Sportlern wertvolle Tipps und Hintergrundwissen zur Vermeidung von Sportverletzungen gibt. 30 Experten haben in dem Werk „Primärprävention von Sportverletzungen“ den derzeitigen Wissensstand in kompakter Form dargestellt. Sport ist wichtig für die Gesundheit. Allerdings birgt Sport auch Gefahren, denn seit Jahren steigt in allen Alters- und Leistungsklassen die Zahl der Sportverletzungen. Diese führen oft zu langen Ausfallzeiten, Sekundärverletzungen, Karriereende, eingeschränkter Lebensqualität, negativen Auswirkungen auf die Psyche und hohen Kosten. Rund 40 Prozent des gesundheitlichen Nutzens gehen dadurch wieder verloren. Dennoch werden Sportverletzungen in ihrer Gesamtheit kaum systematisch erfasst und zu wenig als Problem erkannt. Das Buch widmet sich deshalb Sportverletzungen und -schäden aller großen Gelenke des menschlichen Körpers vom Entstehungsmechanismus über die Prävention, Therapie, Rehabilitation bis hin zur Wiederaufnahme der sportlichen Aktivität und dem Ausmaß von Langzeitfolgen inklusive ökonomischer Konsequenzen. Nach aktuellen Untersuchungen könnten etwa 50 Prozent aller Sportverletzungen durch präventive Maßnahmen und adäquates Training vermieden werden. Dazu zählen unter anderem richtiges Aufwärmen, Muskelaufbautraining, sensomotorisches Training, stabilisierende Maßnahmen, Regenerationsmaßnahmen und Ruhephasen, Vorsorgeuntersuchungen sowie eine sportartspezifische Ernährung. Zum Einsatz neuer Technologien in der Verletzungsprävention müssen dringend mehr Studien durchgeführt werden. Beim Einsatz dieser Technologien (Sensoren, Wearables, Smartphone, App, Social Media, Künstliche Intelligenz) ist die Erarbeitung von sinnvollen Messparametern wichtig. Das Buch bietet ausgezeichnete Übersichten erfahrener Wissenschaftler und Therapeuten und ist wertvoller Leitfaden für konservativ und operativ tätige Orthopäden, Unfallchirurgen und Traumatologen, Sport- und Rehabilitationsmediziner, Trainer und Physiotherapeuten, die sich über den aktuellen Stand der Primärprävention von Sportverletzungen informieren wollen. Herausgeber: Romain Seil, Prof. Dr. med., Service de Chirurgie Orthopedique, Centre Hospitalier Luxembourg und Luxembourg Institute of Research in Orthopedics, Sports Medicine and Science (LIROMS). Thomas Tischer, Prof. Dr. med. Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Universitätsmedizin Rostock.   Primärprävention von Sportverletzungen Vopelius Verlag, Jena 2020, 155 Seiten, kartoniert, 30,00 Euro ISBN: 978-3-947303-22-9

Neues GOTS-Buch: „Primärprävention von Sportverletzungen“ erschienen

  Aus dem 6. GOTS-Expertenmeeting, diesmal zum Thema „Prävention“, ist nach viel Arbeit aller beteiligten Autoren das sehr gute, umfangreiche Buch „Primärprävention von Sportverletzungen“ hervorgegangen.   Schwerpunkt-Themen darin sind: Epidemiologie von Sportverletzungen Volkswirtschaftliche Kosten von Sportverletzungen und Prävention Wie funktioniert Präventionsforschung _ Methodologie Neue Technologien in der Prävention Implementierung von Präventionsmaßnahmen Evidenz für Präventionsmaßnahmen von Knieverletzungen Evidenz für Präventionsmaßnahmen von Hüftverletzungen Evidenz für Präventionsmaßnahmen von Schulterverletzungen Evidenz für Präventionsmaßnahmen von Sprunggelenkverletzungen Spezielle Aspekte im Kindes- und Jugendalter Verschiedene Aspekte einzelner Sportarten Zukünftige Forschungsfelder GOTS-Empfehlungen zur Prävention   Das Buch ist erschienen im Vopelius-Verlag Jena. Es kann im normalen Buchhandel oder über  Amazon bestellt werden, ISBN 978-3-947303-22-9. Kosten: 30 Euro GOTS-Mitglieder erhalten das Werk kostenfrei, es wird mit Heft 4 der SOT zugeschickt.

Mitgliederversammlung der GOTS mit Wahl eines neuen Vorstandes

Die diesjährige Mitgliederversammlung der GOTS fand im Rahmen des ZKOS am 28. August in Zeulenroda statt. Aufgrund der besonderen COVID-19-Bedingungen hatte diesmal jedes Mitglied auch die Möglichkeit, sich online dazu zu schalten. Turnusmäßig wurde ein neuer Vorstand gewählt – mit folgenden Mitgliedern: Präsidium: Präsident: Prof. Dr. Romain Seil Incoming Präsident: Prof. Dr. Thomas Tischer Pastpräsident: Prof. Dr. Stefan Nehrer Vizepräsident D: Dr. Casper Grim Vizepräsident CH: Dr. Lukas Weisskopf Vizepräsident A: Dr. Rolf Michael Krifter Schriftführer: Prof. Dr. Martin Engelhardt Schatzmeister: Prof. Dr. Holger Schmitt Verbandsärzte: Dr. Christian Schneider Beirat: PD Dr. Raymond Best, D Dr. Christian Egloff, CH PD Dr. Marco Ezechieli, D PD Dr. Gerald Gruber, A Prof. Dr. Matthias W. Hoppe, D Dr. Christian Lang, A Dr. Robert Lenz, D PD Dr. Karin Pieber, A Prof. Dr. Wolf Petersen, D PD Dr. Thilo Hotfiel, D Dr. Alli Gokeler, NL PD Dr. Jochen Paul, CH   Vertreter Ehrenbeirat: Dr. Hubert Hörterer Vertreter Young Academy: Elena Neunteufel   Die Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Als Kassenprüfer wurden Prof. Dr. Gerhard Bauer und Prof. Dr. Matthias Buchner bestätigt. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind demnach turnusgemäß: Prof. Dr. Jürgen Freiwald Er arbeitet am Forschungszentrum für Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung der Bergischen Universität Wuppertal. Prof. Freiwald war GOTS-Vorstandsmitglied von 2000 bis 2006 sowie von 2014 bis 2020. Er ist Mitbegründer und  Mitglied des GOTS-Komitees Funktionelle Diagnostik.   PD Dr. Frieder Mauch Er arbeitet an der Sportklinik Stuttgart und war GOTS-Vorstandsmitglied von 2014 bis 2020. Dr. Mauch ist weiterhin Mitglied des GOTS-Komitees Muskel/Sehne.     Dr. Markus Knöringer Er ist Wirbelsäulenspezialist und Neurochirurg in München und Miesbach. Von 2014 bis 2020 war Dr. Knöringer GOTS-Vorstandsmitglied und ist Mitbegründer und Leiter des GOTS-Komitees Wirbelsäule.       Wir danken allen Dreien herzlich für Ihr starkes Engagement im GOTS-Vorstand. Neu hinzugekommen sind: PD Dr. Raymond Best, Stuttgart Prof. Dr. Matthias W. Hoppe, Leipzig Robert Lenz, Rostock

Open Air: Kongress-Comeback beim ZKOS 2020

Von Elena Neunteufel / Young Academy / GOTS Vorstand Nach der langen Kongress-Karenz in Folge der Covid-19 Pandemie, fand mit dem Zeulenrodaer Kongress der Orthopädie und Sportorthopädie vom 27.-29.08.2020 wieder die erste Veranstaltung mit physischer Anwesenheit statt. Das speziell adaptierte Event-Zelt des Bio-Seehotels Zeulenroda ermöglichte die Abhaltung des Kongresses unter Einhaltung der Hygiene-Richtlinien. Die GOTS Young Academy erhielt mit Unterstützung der Bauerfeind AG die Möglichkeit an dem Event teilzunehmen und war durch Andrzej Jasina, Jakub Oronowicz und Elena Neunteufel vertreten. Auch bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der GOTS, welche im Zuge dieser Veranstaltung stattfand, wurde die junge Generation integriert und erhielt eine großartige Chance der Einbringung. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. med. Martin Engelhardt, Dr. med. Casper Grim, Prof. Dr. med. Thomas Tischer und Prof. Dr. med. Wolfram Mittelmeier lagen die heurigen Schwerpunktthemen auf sportorthopädischer Prävention sowie der Diagnostik und Behandlung von Verletzungen des Hüftgelenks. Die Praxisworkshops boten Inhalte aus unterschiedlichen Themen der Sportmedizin. Die diesjährigen Ehrengäste aus dem Profisport waren Heike Drechsler (Olympiasiegerin Weitsprung) und Lars Riedel (Olympiasieger Diskuswerfen), welche auch bei den Sportworkshops ihre Expertise teilten. Dank der flexiblen Organisation und Anpassung an die schwierigen Umstände war der ZKOS 2020 ein voller Erfolg und erweckte frischen Optimismus am Rückweg zur Normalität.

Überlastung der Sehnen im Sport – was ist zu tun? | PM August 2020

Überlastungsbedingte Verletzungen von Sehnen sind typische Beschwerden von Sportlern jeden Alters und Leistungsanspruchs. Gerade die lasttragenden unteren Extremitäten, besonders die Achilles- und die Patellarsehne, sind bei vielen Aktivitäten und Sportarten für Tendinopathien anfällig. Doch was tun, wenn die Sehne durch Überlastung verletzt ist? Von Tendinopathien spricht man, wenn eine schmerzhafte und in ihrer Funktion eingeschränkte Sehnenstruktur vorliegt. Sportler haben dabei erhebliche Einbußen ihrer Leistungsfähigkeit mit der potenziellen Gefahr eines Sehnenrisses. Gründe für Tendinopathien können eine eingeschränkte Stoffwechselaktivität des Sehnengewebes mit veränderter Kollagenzusammensetzung mit feinsten Rissen auf mikrostruktureller Ebene sein. Oder auch Entzündungsprozesse, die mit der Synthese und Interaktion proinflammatorischer Substanzen einhergehen. Detaillierte Kenntnisse über die den Sehnenstoffwechsel beeinflussende Belastungsformen sind für Ärzte, Therapeuten und den Sportler deshalb unerlässlich. Bekannte Trainingsparameter für Sportler sind die Intensität (Höhe und Richtung der mechanischen Belastungen), Umfang (Dauer der mechanischen Belastungen), Frequenz (Häufigkeit der mechanischen Belastung je Zeiteinheit), Regenerationszeiten sowie die Geschwindigkeit des mechanischen Kraftanstieges (Kraftanstiegsrate und Kraftimpuls). Aus biomechanischer Sicht hat die Richtung der Krafteinwirkungen entscheidende Bedeutung. Axiale Traktionsbelastungen (Zugbelastung) sind physiologischer mechanischer Natur für kraftübertragende Sehnen und daher ideal, um optimale, der Zugrichtung entsprechende Umbau- und Anpassungsprozesse auszulösen. Verschiedene Therapien möglich Die jeweilige Therapie muss immer individuell auf den Patienten zugeschnitten sein. Eckpfeiler sind die Aufklärung des Patienten und die realistische Einschätzung der individuellen zeitlichen Ressourcen. Ein Trainingstagebuch mit der Vorgabe und Dokumentation von Therapie- und Trainingsmaßnahmen sowie der Veränderungen des Schmerzempfindens (z. B. visuelle Analogscala) ist sinnvoll. Priv.-Doz. Dr. med. Thilo Hotfiel, Orthopäde, Unfallchirurg und Vorstand in der GOTS erklärt: „Das ´exzentrische Training´ hat sich in einer Vielzahl hochqualitativer Studien als therapeutischer Goldstandard in der konservativen Behandlung der Achilles und Patellarsehnen-Tendinopathie etabliert. Für Anpassungen des Sehnengewebes ist allerdings die Höhe der einwirkenden Kräfte, die Geschwindigkeit und Qualität der Bewegungsausführung sowie deren Dauer bedeutsamer als die Kontraktionsform der mechanischen Spannung erzeugenden Muskulatur. Neben dem exzentrischen Krafttraining zeigen deshalb ebenso das isometrische, konzentrische und (Heavy) Slow Resistance Training gute klinische Ergebnisse.“ Die verschiedenen Trainingsformen sind in Abhängigkeit des Stadiums, der Lokalisation, der Belastungsfähigkeit und des Schmerzniveaus durchzuführen. Mit abnehmenden Beschwerden gilt es nach einer ersten Phase langsamer und besonders kontrollierten Übungen die Belastungen zu steigern und sowohl verstärkt schnellkräftige als auch sportspezifische Bewegungsmuster in das Trainingsprogramm zu integrieren. Auch die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESTW) zeigt bei einigen Tendinopathien positive Effekte. Bei Mid-Portion-Tendinopathien ist häufig eine Kombination von ESTW und exzentrischem Krafttraining wirksam. Auf die peri- und peritendinöse Injektion von Glucocorticoiden (Cortisonpräparate) sollte bei Tendinopathien verzichtet werden.